Der neue Eichelmann-Weinführer vergibt fünf Sterne für einen 18-Hektar-Betrieb in Korb – und das Prädikat „Weltklasse“. Um welches Weingut es sich handelt, lesen Sie hier.
Dass am Rand von Korb (Rems-Murr-Kreis) außergewöhnlich guter Wein gemacht wird, haben die Tester des renommierten Weinführers „Eichelmann“ nicht erst bei der jüngsten Verkostung der aktuellen Produktpalette bemerkt. Schon bisher wurde der Betrieb von Jens Zimmerle und seiner Frau Yvette unter den besten Weingütern Württembergs geführt.
Viereinhalb Sterne hatte der in Heidelberg erscheinende und jährlich neu aufgelegte Guide für das als einer der ersten Biobetriebe der Republik bekannte Weingut aus dem Remstal vergeben – ein Ritterschlag in einer Branche, in der wegen einer überbordenden Vielfalt an Preisen, Auszeichnungen und Wettbewerben selbst Kennern ein Überblick mitunter schwer fällt.
In der Weinszene gelten die „Eichelmann“-Tester als besonders kritisch
Denn die von einem Verkoster-Team in einer von April bis September andauernden Probe-Arbeit erstellte Bestandsaufnahme gilt mit rund 9000 verschiedenen Weinen und 845 Betrieben aller deutschen Anbaugebiete nicht nur als umfassendste Auflistung. Gerd Eichelmann und seine Tester gelten auch als besonders kritisch, wenn es um die Einstufung von Spitzenerzeugnissen geht.
Weil zur Bewertung eines Weinguts nicht nur die absoluten Aushängeschilder, sondern auch die Einstiegsqualitäten geprüft werden, gelten schon zwei oder drei Sterne, in der aktuellen Ausgabe beispielsweise vom Strümpfelbacher Claus Mannschreck erstmals erreicht, als Beleg für eine auszeichnungsreife Arbeit in Keller und Weinberg. Wer dreieinhalb oder gar vier Sterne erhält, darf sich schon mit dem Begriff „Hervorragender Erzeuger“ schmücken – ein Titel, der für den Durchschnittsbetrieb unterreichbar bleibt.
Besser bewertet werden nur noch Weinmacher, die aus Sicht der Eichelmann-Tester auch auf internationalem Spitzenniveau mithalten können – die Fünf-Sterne-Kategorie mit dem Prädikat „Weltklasse“. Im Weinland Württemberg haben dieses Niveau aus Sicht des Wein-Guides in diesem Jahr exakt vier Betriebe erreicht. Neben den beiden Fellbacher Vorzeige-Erzeugern Aldinger und Schnaitmann spielt nur das Weingut Dautel in Bönnigheim im Landkreis Ludwigsburg in dieser Liga mit – und eben das Weingut Zimmerle aus Korb.
„Wir freuen uns wahnsinnig über die fünf Sterne“, sagt der Weinmacher über die Bewertung – zumal die Eichelmann-Tester mit Lob nicht geizen. „Jens Zimmerles Sortiment ist umfangreich, trotzdem schafft er es, stetig weiter zuzulegen“, heißt es über den Aufsteiger. Und: „Die neue Kollektion ist – wieder einmal – seine bisher beste“, schreibt der Guide über das Korber Weingut, das sich seit dem Umzug in den Neubau am Ortsrand streng genommen schon auf Waiblinger Markung befindet.
Ganz unverhofft kommt der Erfolg nicht. Vor zwei Jahren schaffte Weinmacher Zimmerle, einst als DJ im Stuttgarter Nachtleben unterwegs, das Kunststück, beim deutschen Rotweinpreis gleich mit drei Weinen auf dem Podium zu landen – unter anderem mit einem Zweigelt, mit dem er den ersten und den zweiten Platz in seiner Kategorie erhielt. Im Wein-Guide von Eichelmann werden aber auch Lemberger, Spätburgunder und die Rotwein-Cuvées des Betriebs lobend erwähnt. „Großartige Weine, teilweise von internationalem Format“, heißt es. Und: „Unser eindeutiger Favorit im weißen Segment ist der Grauburgunder vom Korber Berg, der viel Intensität und Würze zeigt.“
Besonders gelobt wird die Bandbreite des Zimmerle-Sortiments
Die 18 Hektar Rebfläche des 1979 aus der Genossenschaft ausgescherten und in die Selbstvermarktung eingestiegenen Weinguts liegen übrigens nicht nur in den Korber Lagen Berg und Sommerhalde, sondern auch im Kleinheppacher Steingrüble, in der Großheppacher Wanne, sowie in Steinreinach, Hanweiler und Breuningsweiler – mit vielfältigen Bodentypen vom Buntmergel über den Keuper bis zum Muschelkalk. Zwei Drittel der Rebhänge sind mit Rotweinsorten bestückt.