Lawrow kann nicht nach Serbien Ein Flugverbot verhindert den Besuch Lawrows
Ein Überflugverbot hat die Serbien-Visite von Sergej Lawrow verhindert. In Belgrad herrscht darüber klammheimliche Erleichterung.
Ein Überflugverbot hat die Serbien-Visite von Sergej Lawrow verhindert. In Belgrad herrscht darüber klammheimliche Erleichterung.
Vergeblich hatten die fleißigen Helfer in Serbiens Hauptstadt Belgrad russische Fahnen zu Ehren des Gasts aus Moskau gehisst. Die Ankunft von Außenminister Sergej Lawrow stehe „unter dem Fragezeichen“, titelte aufgeregt die regierungsnahe Zeitung „Politika“. Doch die Schlagzeile war bereits bei Erscheinen veraltet: Die Sperrung des Luftraums durch Serbiens Nato-Nachbarn Bulgarien, Montenegro und Nordmazedonien hat Lawrows Dienstreise vorläufig verhindert. Es sei nicht Russland, sondern die EU und Nato, die in Europa einen Eisernen Vorhang errichten würden, schäumte Lawrows Sprecherin Maria Sacharowa.
Während Moskau grollt, macht sich bei den verhinderten Gastgebern klammheimliche bis offene Erleichterung breit. „Die Luftblockade ist die Rettung für Serbien“, titelte der „Blic“. Lawrow habe seinen Besuch nur dazu nutzen wollen, „den Westmächten den Finger ins Auge zu drücken, was die Position Serbiens zusätzlich erschwert hätte“. Tatsächlich haben ausgerechnet die Nato-Nachbarn den zwischen West und Ost lavierenden EU-Anwärter aus der diplomatischen Patsche geholfen, in die ihn Präsident Aleksandar Vucic manövriert hat. Noch im Mai hatte er sich mit Kremlchef Wladimir Putin auf ein neues Gas-Abkommen verständigt. Dafür drückte Putin ihm den Lawrow-Besuch aufs Auge – wenige Tage vor der geplanten Serbien-Visite des deutschen Bundeskanzlers Olaf Scholz.
Das Überflugverbot für Lawrow hat Vucic vorläufig aus der Verlegenheit geholfen. Doch ein Ende seines Drahtseilakts zwischen Ost und West ist nicht in Sicht. Die Zeitung „Danas“ schreibt: dass Serbien sich auf den Lawrow-Besuch überhaupt eingelassen habe, zeuge davon, dass seine Beziehungen zu Moskau „viel tiefer sind als sie von außen scheinen“.