LBBW Den Mangel verwalten

Von Jörg Nauke 

Zwei Themen im Verwaltungsausschuss – eine Schlussfolgerung: Sowohl bei der Landesbank als auch bei der Filderbahnhofdebatte gilt, es hätte für Stuttgart auch schlimmer kommen können, meint StZ-Redakteur Jörg Nauke.

Die LBBW dünnt ihr Filialnetz aus – aber in erster Linie nicht in den Stadtteilen. Foto: Lichtgut/Achim Zweygarth
Die LBBW dünnt ihr Filialnetz aus – aber in erster Linie nicht in den Stadtteilen. Foto: Lichtgut/Achim Zweygarth

Stuttgart - Der Verwaltungsausschuss hat am Mittwoch mehr als drei Stunden über zwei so grundverschiedene Themen wie das Jahresergebnis der LBBW und ein drittes Gleis für S 21 am Filderbahnhof kontrovers diskutiert, um am Ende die identische Schlussfolgerung ziehen zu können: Man kann zwar nicht zufrieden sein, bei der Verwaltung der Mängel hätte es aber auch noch schlimmer kommen können.

So hat die Bank beim Verkauf von Schrottpapieren 60 Millionen Euro Verlust gemacht, die sich negativ auf das Ergebnis auswirkten. Das tut der Stadt als Miteigentümerin richtig weh – tatsächlich hatte die LBBW aber das Mandat, bei diesem Deal noch mehr Miese zu machen. Wer beklagt, dass die Stadt zwei Milliarden Euro in der Bank liegen hat und vorerst nicht auf Rückzahlung hoffen kann, soll sich freuen, dass es dafür eine kleine Dividende gibt. Und wer glaubt, das Filialsterben beklagen zu müssen, bekommt vermittelt, doch damit zufrieden zu sein, dass dies bislang nur in der City geschieht.

Die Neuplanung am Flughafen ist nicht besser, nur weniger schlecht als die Antragstrasse der Bahn. Sie löst etwa das Problem des Mischverkehrs nicht. Immerhin wird man aber damit getröstet, dass die Stadt dafür (fast) kein Geld gibt.

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