Leben am Feuersee Das urbane Leben rauscht in den Ohren

Simone Körber (links) und Martina Schwendemann genießen das Leben am Feuersee. Foto: red
Simone Körber (links) und Martina Schwendemann genießen das Leben am Feuersee. Foto: red

Der Trubel am Feuersee stört nicht jeden. Zwei Anwohnerinnen erzählen ihre Sicht. Simone Körber meint: „Gerade weil der Feuersee so schön ist, ist es gut, dass der Platz genutzt wird.“

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S-West - Für manche ist es unangenehmer Lärm, für andere sind es die ganz normalen Geräusche einer Großstadt. Nachdem Mitte August in einem Artikel in der Innenstadt-Ausgabe Anwohner über die teilweise laute Geräuschkulisse am Feuersee im Westen berichtet und darauf verwiesen hatten, dass sie sich hin und wieder auch Ruhe wünschten, meldeten sich weitere Anwohner. Martina Schwendemann und Simone Körber wohnen ebenfalls am Feuersee, und sie genießen den Trubel mit den Restaurantbesuchern, den Festen und dem Flohmarkt. „Das ist doch ein wunderbares Flair hier“, sagt Simone Körber.

Das Treiben um den Feuersee ist Ausdruck des urbanen Lebens

Martina Schwendemann lebt seit 30 Jahren am Feuersee. Auch sie findet, dass es rund um den See im Laufe der Jahre belebter geworden ist. Das sei eine positive Veränderung, sagt sie. „Es gibt mir auch mehr Sicherheit“, sagt sie. Früher sei nachts keiner unterwegs gewesen, die Rotebühlstraße wirkte finster wegen des zugewucherten Ufers. Spätestens mit Eröffnung der Roten Kapelle habe sich das geändert. „Da stehen meist jetzt Leute davor und ich fühle mich sicherer“, sagt Schwendenmann.

Abgesehen vom Sicherheitsgefühl ist für die beiden Anwohnerinnen das Treiben rund um den Feuersee vor allem ein Ausdruck urbanen Lebens. Besucher tagsüber und in den Abendstunden gehörten dazu, wenn man in einer Stadt lebe. „Als Mutter finde ich es besonders schön, denn der Platz ist wie ein Spielplatz, und wenn die Boote auf dem See fahren, ist das toll für die Kinder“, sagt Körber. Wenn es nachts zu laut werde, habe auch schon mal jemand aus dem Haus gerufen und um Ruhe gebeten. Dem einen oder anderen Beziehungsdrama zwischen Jugendlichen haben die Bewohnerinnen des Feuerseeplatzes schon ebenso lauschen dürfen wie einem Gespräch über beste Hefezopf-Rezept.

Feuerseefest am Wochenende

Als störend empfinden die Anwohnerinnen jedoch, dass nach den Besuchen am Feuersee oft der Müll zurückbleibt. Das sei kein für den Feuersee spezifisches Problem, dennoch, sagt Körber, „wäre meine Bitte an alle, die den See nutzen, dass sie auch ihren Müll am Ende wieder mitnehmen“. Sie selbst beteiligt sich an der Putzaktion, die 2011 ihr Mann im Rahmen der „125 Jahre Automobil“-Aktion von Daimler initiiert und gemeinsam mit dem Bürgerverein Zigeunerinsel umgesetzt hatte. Im vergangenen Jahr hat der Verein die Aktion dann weitergeführt. Die Körbers helfen jedes Jahr mit, den See und das Ufer von Unrat zu reinigen. „Besonders hilft uns dabei auch der Bootsverein“, sagt Körber. „Er stellt uns ein Boot zur Verfügung, damit wir auch in der Mitte des Sees den Müll rausfischen können.“

Auf das am Wochenende anstehende Feuerseefest freuen sich die Anwohnerinnen besonders. Martina Schwendemann ist, so sagt sie, die Ideengeberin für das Fest. Ihr Bekannter, Johannes Zeller, setzt es in diesem Jahr zum dritten Mal um. „Es ist ein Fest, dass den Stadtbezirk präsentiert“, sagt Schwendemann. Vereine, Institutionen oder Ateliers können sich dort vorstellen. Es sei ein Fest, dass alle anspreche. „Es ist ein Fest des Westens“, sagt Körber. Das passe gut an den Feuersee. „Gerade weil es hier so schön ist, ist es doch gut, dass der Platz auch genutzt wird.“




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