Lebensgefährliche Kälte in den USA Donald Trump spottet über Klimawandel

Von red/AFP 

In einer Stadt im US-Bundesstaat North Dakota herrschen derzeit gefühlte Temperaturen von minus 52 Grad Celsius. Die Behörden im Mittleren Westen warnen, dass die extremen Niedrigtemperaturen lebensgefährlich seien. Und Donald Trump spottet über den Klimawandel.

Arktische Kälte hat weite Teile der USA – darunter auch Chicago – heimgesucht und zu schweren Störungen des öffentlichen Lebens geführt. Foto: AP 18 Bilder
Arktische Kälte hat weite Teile der USA – darunter auch Chicago – heimgesucht und zu schweren Störungen des öffentlichen Lebens geführt. Foto: AP

Chicago - Arktische Kälte hat weite Teile der USA heimgesucht und zu schweren Störungen des öffentlichen Lebens geführt. Die Behörden im Mittleren Westen warnten, dass die extremen Niedrigtemperaturen lebensgefährlich seien. Sie riefen dutzende Millionen Bürger auf, am Mittwoch möglichst im Warmen zu bleiben. US-Medien berichteten bereits von drei Kältetoten.

Die arktische Luftmasse von Rekordausmaßen werde in den nächsten Tagen über den mittleren und östlichen Landesteilen verharren, teilte der Nationale Wetterdienst der USA mit. In Chicago, der drittgrößten Stadt des Landes, lag die Temperatur am Mittwochvormittag (Ortszeit) bei minus 22 Grad Celsius. Die auf der Haut gefühlte Temperatur betrug dort aufgrund der eisigen Winde minus 46 Grad. Das war kälter als in manchen Teilen der Antarktis. In Grand Forks im Bundesstaat North Dakota sank das Thermometer auf minus 37 Grad, die gefühlte Temperatur lag sogar bei minus 52 Grad.

Tausende Flüge gestrichen

Zahlreiche Schulen, Behörden und Geschäfte blieben geschlossen. Tausende Flüge wurden gestrichen, davon allein mehr als 1500 an den beiden Airports von Chicago. Auch auf kanadischen Flughäfen wurden zahlreiche Flüge abgesagt. Die US-Post, die dafür bekannt ist, Briefe bei jedem Wetter zuzustellen, stellte in vielen Gebieten des Mittleren Westens den Dienst ein.

In den US-Bundesstaaten Illinois, Michigan und Wisconsin setzten die Regionalbehörden Notstandsmaßnahmen in Kraft. Der Gouverneur von Illinois, J.B. Pritzker, rief alle Einwohner auf, sich gegen die Extremkälte zu wappnen. Es bestehe das „reale Risiko“, dass Menschen erfrieren könnten. Für Wohnungslose wurden rasch zusätzliche Unterbringungsmöglichkeiten geschaffen. Dazu wurden in Chicago und Minneapolis auch Busse als vorübergehende wärmende Zufluchtsorte eingerichtet.

Arktische Luft bringt Kälte

Grund für die Kältewelle ist arktische Luft, die sich von dem normalerweise um den Nordpol kreisenden sogenannten Polarwirbel gelöst hat. Für diese Abspaltung könnte laut einer wissenschaftlichen These die Klimaerwärmung verantwortlich sein.

US-Präsident Donald Trump spottete gleichwohl angesichts der Extremkälte über die wissenschaftlichen Erkenntnisse zum Klimawandel. „Was zum Teufel ist mit der Erderwärmung los? Bitte komm schnell zurück, wir brauchen dich“, schrieb er im Kurzbotschaftendienst Twitter.

Die US-Klimabehörde NOAA, welche die Atmosphäre und Ozeane überwacht, twitterte indes: „Winterstürme sind kein Beweis dafür, dass es keine globale Erwärmung gibt.“ Die Behörde verlinkte ihre Botschaft mit einem erläuternden Artikel dazu, warum die Erwärmung der Ozeane für polare Kältewellen und Rekordschnee mitverantwortlich ist.