Lebensmittelkontrolle in Baden-Württemberg Landesprüfer wurde ins Kühlhaus gesperrt

Von Wolfgang Messner und Michael Loeckx 

Diese Vorwürfe sind Anfang des Jahres in einer Auseinandersetzung vor dem Arbeitsgericht Freiburg erhoben worden. Dabei ging es um die Aufhebung des Arbeitsverhältnisses und eine Abfindung für den Landesprüfer. Inzwischen ist Heinrich Wehrlin aufgrund gesundheitlicher Probleme krankgeschrieben. Frank-Ulrich Mann, ein mit Wehrlin befreundeter Anwalt, hat auf 44 Seiten die angeblichen Verfehlungen minutiös aufgelistet. In der Verhandlung vom 24. Januar war laut Mann auch der von ihm dokumentierte Vorwurf zur Sprache gekommen, Wehrlin sei umfassend gemobbt und in seiner Amtstätigkeit behindert worden.

So war der ungeliebte Erste Landesprüfer im März 2006, als er einen größeren badischen Schlachthof kontrollieren wollte, von Schlachthausmitarbeitern in einem Kühlhaus eingesperrt worden. „Gleichzeitig wurde das Licht ausgeschaltet und die Kühlhaustüre von außen mit einem zusätzlichen Vorhängeschloss verriegelt. Die Kühlaggregate und Gebläse liefen auf Hochtouren und es gab keinen Mobilfunkempfang“, heißt es in einer Mann vorliegenden Schilderung. Der Prüfer habe Todesangst bekommen. Erst nach einer Dreiviertelstunde hätten ihn feixende Angestellte aus seiner Not befreit.

Nur die Spitze des Eisberges

Jurist Mann sagt, Wehrlin habe diesen und weitere Vorfälle seinen Vorgesetzten gemeldet, doch diese hätten offenkundig kein Interesse gehabt, die Vorgänge aufzuklären, obwohl es sich dabei nur „um die Spitze des Eisberges“ handle. Stattdessen habe der Prüfer immer wieder Anfeindungen von seinen vorgesetzten Referats- und Abteilungsleitern aushalten müssen. Sie sollen darauf hingewirkt haben, dass Wehrlin das Amt verlässt. „Sie beschimpften ihn als Nestbeschmutzer und drängten ihn, endlich zu kündigen“, sagt Mann. Wehrlin habe den Dienstwagen so gut wie nicht mehr benutzen dürfen. Auch sei ihm von seinen Vorgesetzten das Diensthandy aus nicht ersichtlichen Gründen entzogen worden. Mann nennt dies „Rudelmobbing mit psychosozialer Zersetzungswirkung“.

Die Probleme hatten laut Mann 1999 begonnen, als Wehrlin den Geflügelzuchtbetrieb von Gerold Teufel, Bruder des ehemaligen CDU-Ministerpräsidenten Erwin Teufel, kontrollierte. Als Wehrlin Grund zu Beanstandungen sah, war ihm laut Mann zwei Tage später die Zuständigkeit für die Eierkontrolle entzogen worden.

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