Lebhafte Demokratie Bundesweites Wahlrecht ab 16 Jahren ist notwendig und folgerichtig

Ist man mit 16 Jahren schon reif für die Teilnahme an einer Bundestagswahl? Foto: dpa

Die Herabsetzung des Wahlalters schafft ein Gegengewicht zur Unwucht in den politischen Debatten zugunsten der älteren Semester, meint unser Berliner Korrespondent Norbert Wallet.

Berliner Büro: Norbert Wallet (nwa)

Diskussionen um das Wahlrecht sind politisch immer hoch brisant. Kein Wunder, es sind Machtfragen damit verknüpft. Bei der Debatte um das Wahlalter kommen noch andere Empfindlichkeiten dazu, jedenfalls wenn man die Frage zu einem Krieg der Generationen umdeutet, was der Sache nicht angemessen ist. Nüchtern betrachtet wäre ein bundesweites Wahlrecht ab 16, wie es nun etwa die Briten einführen wollen, sinnvoll und folgerichtig. Es wäre ein Korrektiv für eine politische Unwucht. Die besteht darin, dass in der parlamentarischen Entscheidungsfindung die Interessen der jüngeren, gar künftiger Generationen weniger stark berücksichtigt werden als die Anliegen der älteren Semester – die eine wichtige Wählergruppe darstellen.

 

Dabei betreffen viele derzeit heiß debattierte Fragen vor allem jüngere Menschen – und das auch noch für eine längere Zeit. Beispiele dafür gibt es viele – etwa die Diskussion um die Wehrpflicht oder die zukunftsvergessene Umwelt- und Rentenpolitik, die die Interessen der Jungen ignoriert. In einer Zeit, da die Demokratie von Rechtspopulisten offen angefochten wird, kann es nur im Interesse einer freiheitlichen Gesellschaft sein, die Jüngeren früh in die Verantwortung zu nehmen. Und niemand möge Zuflucht bei dem altbackenen Argument suchen, ihnen fehle es mit 16 noch an Lebenserfahrung. Dem steht nämlich die Schwierigkeit älterer Jahrgänge gegenüber, Umbruchzeiten mit ihren schnell wechselnden Anforderungen zu bewältigen.

Ältere sind eine sehr wichtige Wählergruppe

CDU-Innenpolitiker Alexander Throm hält nichts vom Wahlalter 16. Foto: privat

Besser, man nimmt Jugendliche früh in die Verantwortung

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