Leerstand in Filderstadt Was die Stadt mit drei Abrisshäusern vorhat

Das Gebäude Steinstraße 4 in Bonlanden soll abgerissen werden. Der Stadt schwebt an der Stelle eine Kita vor. Foto: Caroline Holowiecki
Das Gebäude Steinstraße 4 in Bonlanden soll abgerissen werden. Der Stadt schwebt an der Stelle eine Kita vor. Foto: Caroline Holowiecki

In Filderstadt-Bonlanden und -Sielmingen stehen Gebäude leer. Die Verwaltung möchte sie schnellstmöglich abbrechen. Auf zwei der Grundstücken sollen Kitas entstehen, und das vielleicht sogar schneller als gedacht.

Filderstadt - Der Technische Ausschuss des Filderstädter Gemeinderats hat den Weg für den Abriss von leer stehenden Gebäuden freigemacht. Dabei handelt es sich um die Häuser mit den Adressen Steinstraße 4 in Bonlanden und Brühlstraße 41 in Sielmingen. Über ein drittes Gebäude, nämlich Seestraße 11 in Sielmingen, wurde ebenfalls gesprochen, da das Gelände aber den Stadtwerken gehört, wird am 24. März auch der zuständige Betriebsausschuss darüber befinden müssen.

Was auf den Flächen passieren soll, da hat die Verwaltung schon recht klare Vorstellungen. An der Stein- und an der Brühlstraße will sie mittel- bis langfristig, also innerhalb von zwei bis fünf Jahren, Kitas errichten. An der Brühlstraße etwa sei Platz für ein viergruppiges Kinderhaus, hieß es in der Sitzung. Außerdem soll das direkt ans neue Betriebsgebäude der Filderstadtwerke angrenzende Grundstück Seestraße 11 als künftige Erweiterungsfläche nutzbar gemacht werden.

Frage nach Zwischennutzungen

Der Ausschuss stimmte den Abrissplänen mehrheitlich zu. Einzelne Mitglieder hatten jedoch Gesprächsbedarf. Abbrechen und dann erst mal warten, das leuchtete manchem nicht ein. Walter Bauer (SPD) etwa plädierte dafür, den Wohnraum an der Seestraße weiter zu nutzen, „ich kann mir nicht vorstellen, dort eine Brache liegen zu lassen“. Robert Hertler (Freie Wähler) wollte wissen, warum man nicht etwa eine Zwischennutzung durch Flüchtlinge in Betracht ziehe, „vor zwei Jahren hat man händeringend gesucht“. Walter Schwaiger (Fraktionsgemeinschaft CDU/FDP) hatte beim sofortigen Abriss ebenso „mehr als zwei Fragezeichen“.

Die Stadt wiederum will zügig loslegen. Zum einen, weil die Häuser offenbar nichts mehr taugen. Beispiel Steinstraße: Rein äußerlich sieht das große Gebäude, zu dem Gewächshäuser, Schuppen und Scheunen gehören, ordentlich aus, laut Marcus Schölkopf aus dem Hochbauamt ist der Zustand aber schlecht. Es gebe keine Heizung. „Ich halte eine Zwischennutzung nicht für wirtschaftlich abbildbar“, sagte er. Hinzu kommt, dass der Stadt weiter Kosten entstehen. „Die Gebäude machen, wenn sie leer stehen, trotzdem Arbeit“, betonte er. An der Steinstraße könnte es auch schneller gehen als gedacht. Laut Marcus Schölkopf könnte zwischen Feuerwehr, DRK-Heim und Schule eine Containerlösung entstehen, um den mittelfristigen Bedarf an Betreuungsplätzen zu decken.

Abrissarbeiten werden teuer und aufwendig

Die Gebäude sind alt. Das Haus an der Steinstraße stammt aus den 20ern, das an der Seestraße ist noch mal älter, und das ehemalige Betriebsgebäude an der Brühlstraße wird auf die 60er datiert. Überall gab es im Lauf der Jahrzehnte immer wieder An- und Umbauten. „Aufgrund des Alters, der Bauart und der Nutzung der Gebäude ist von einem hohen Risiko durch versteckte Schadstoffbelastungen in einzelnen Bauteilen beziehungsweise Baustoffen auszugehen“, heißt es in der Vorlage der Verwaltung. Entsprechend teuer und aufwendig werden die Abrissarbeiten. Zwischen 107 000 und 234 000 Euro hat die Stadtverwaltung pro Haus eingeplant. Für Catherine Kalarrytou (Grüne) überwog der Nutzen. Sie sagte: „Wenn ich sehe, was das für Gebäude sind und welche Schadstoffbelastung es gibt, weine ich den Häusern keine Träne nach.“




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