Legende des VfB Stuttgart Mit Karlheinz Förster auf Tal-und-Berg-Fahrt

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In unserem Zahnradbahngespräch spricht diesmal die VfB-Stuttgart-Legende Karlheinz Förster über Höhe- und Tiefpunkte in seiner Karriere. Der 55-Jährige ist aber nicht nur in der Vergangenheit erfolgreich gewesen, sondern auch jetzt noch als Spielerberater.

Offener Gesprächspartner: Karlheinz Förster Foto: Baumann
Offener Gesprächspartner: Karlheinz Förster Foto: Baumann

Stuttgart - Es klingelt. Karlheinz Förster schaltet in seinem Auto die Handy-Freisprechanlage an. Es meldet sich der Vater eines Klienten, der Förster lediglich mitteilen will, dass er sich gerade mit seiner Frau in einem Möbelhaus befindet, um einen Glastisch fürs Wohnzimmer auszusuchen, und dass er darauf eigentlich überhaupt keine Lust habe. „Halt durch, Günther, du schaffst das“, sagt Karlheinz Förster und beendet das muntere und vertraut wirkende Gespräch mit einem Lächeln.

Wenn man den 55-Jährigen erlebt, bekommt man ein etwas anderes Bild von einem Spielerberater. Beim Agenten Förster hat das lukrative Fußballgeschäft so gar nichts Schrilles, Knallhartes, Lautes und Unpersönliches. Es ist plötzlich familiär, freundlich und unaufgeregt.

Untypisch beginnt auch das Zahnradbahngespräch mit dem 81-fachen deutschen Nationalspieler, der in seinen 311 Bundesligapartien für den VfB Stuttgart Legendenstatus erreicht hat. Los geht’s diesmal nicht am Marienplatz, sondern in Degerloch, auf dem Parkplatz unter dem Fernsehturm. Auf Wunsch von Herrn Förster, der es sich nicht so ohne Weiteres zugetraut hat, den Marienplatz in Stuttgart-Süd zu finden. „Obwohl ich doch lange in Vaihingen gewohnt habe“, sagt Karlheinz Förster, der mittlerweile wieder in seiner badischen Heimat im Odenwaldörtchen Schwarzach lebt. Und von dort aus ist der Fernsehturm über die Autobahn ziemlich problemlos anzufahren.

Das Zahnradgespräch einmal andersherum

Was bedeutet: das Zahnradgespräch wird zur Abwechslung auf den Kopf gestellt. Mit dem Förster-Audi geht es nämlich vom Fernsehturm nicht zum Marienplatz, sondern benzinsparend rüber zur Degerlocher Endhaltestelle, die kurzerhand zum Startpunkt umfunktioniert wird. Nach dem Telefongespräch mit dem Spielervater kann die Zacke-Unterhaltung beginnen, erstmals mit einer Talfahrt. Dem neuen Fahrplan entsprechend heißt das für Karlheinz Förster: es geht zunächst um die Tiefpunkte in seiner Karriere. „Da fallen mir nicht so viele ein“, sagt Förster.

Auf der Fahrt zum Marienplatz kommt er aber doch auf einige „nennen wir es besser Enttäuschungen“ zu sprechen. Da wären zunächst die zwei verlorenen WM-Endspiele 1982 und 1986. Vor allem letzteres, dieses 2:3 gegen Argentinien, bleibt dem ehemaligen Vorstopper in ganz besonders schlechter Erinnerung. „Weil der Franz alles auf den Kopf gestellt hat“, erinnert sich Förster. „Er ließ Lothar Matthäus gegen Maradona verteidigen und mich gegen Jorge Valdano. So kam es, dass ich auf die rechte Außenposition gezogen wurde und Maradona in der Sturmspitze kaum Gegenwehr hatte.“ In der Pause korrigierte sich der Teamchef Franz Beckenbauer und ließ Karlheinz Förster gegen Diego Maradona ran – allerdings stand es da schon 2:0 für die Argentinier.

 




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