Legionellen in Freudenstadt Erneut Legionellen im Hotel

Wenn das Duschwasser nicht heiß genug ist, können sich Legionellen vermehren. Foto: dpa
Wenn das Duschwasser nicht heiß genug ist, können sich Legionellen vermehren. Foto: dpa

In einem Hotel in Freudenstadt gilt weiterhin ein Duschverbot, denn noch immer sind die Legionellen-Werte erhöht. Eine 50-jährige Frau aus dem Ostalbkreis war nach einem Aufenthalt dort gestorben. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen fahrlässiger Tötung.

Landespolitik: Andrea Koch-Widmann (akw)
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Freudenstadt - Der Betreiber des Hotels am Park in Freudenstadt hat die Legionellengefahr in einem der beiden Hotelgebäude nicht ausreichend beseitigen können. Dazu war er vom Landratsamt Freudenstadt aufgefordert worden. Eine 50 Jahre alte Frau aus dem Ostalbkreis war nach einem Wochenendaufenthalt in dem Hotel gestorben. Die Ärzte hatten bei ihr Legionellen entdeckt, das alarmierte Gesundheitsamt in Freudenstadt hatte daraufhin in Wasserproben 10 500 Legionellen pro 100 Milliliter Wasser gemessen.

Der Grenzwert von 100 war damit weit überschritten. Der Ehemann der Getöteten hatte daraufhin Anzeige erstattet, die Staatsanwaltschaft Rottweil ermittelt wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung gegen den Hotelbetreiber.

Duschverbot im Hotelzimmer

Jetzt ist der Grenzwert in zwei von sieben Wasserproben erneut „deutlich überschritten“ worden, teilte ein Sprecher des Landratsamts mit. Die genauen Messwerte wollte er nicht nennen, sie lägen aber deutlich unter denen der ersten Probe. Da aber weiterhin eine Gefährdung von Personen nicht ausgeschlossen sei, würden die amtlichen Verfügungen weiter gelten. Das heißt, in den Zimmern dieses Hotelteils darf nicht geduscht werden. Ebenso gilt weiterhin ein Duschverbot im Schwimmbad- und Saunabereich. Der Hotelbetreiber sei verpflichtet, weitere Maßnahmen zu ergreifen und durch erneute Wasserproben nachzuweisen, dass keine Legionellengefahr mehr bestehe. Der Hoteldirektor Karl-Heinz Himburg hatte als Maßnahme eine thermische Desinfektion durchführen lassen. Dabei musste mindestens drei bis fünf Minuten lang 70 Grad heißes Wasser durch alle Wasserhähne und Duschen laufen. Dies war offensichtlich nicht ausreichend.

Bei Wasserproben im zweiten Gebäudeteil waren keine Legionellen gefunden worden. Bei der Überprüfung hatte das Gesundheitsamt allerdings festgestellt, dass die Wassertemperatur mit 32 Grad viel zu niedrig war, vorgeschrieben sind mindestens 55 Grad, erläutert der Leiter des Gesundheitsamtes, Josef Bendak. Legionellen vermehren sich vor allem bei Temperaturen von 25 bis 40 Grad.

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