Legionellenfund im Vaihinger Freibad Duschen sind noch gesperrt

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Noch immer können Badegäste im Vaihinger Freibad nur kalt duschen. Nach einem Legionellenfund wartet die Betriebsleitung ab, ob die Reinigung erfolgreich war. Die Gäste ärgern sich über mangelnde Information.

Gäste des Freibads in Vaihingen sind verärgert: Ihrer Meinung nach wurden sie zu spät informiert. Foto: Lg/Zweygarth
Gäste des Freibads in Vaihingen sind verärgert: Ihrer Meinung nach wurden sie zu spät informiert. Foto: Lg/Zweygarth

Stuttgart - Noch steht nicht fest, wann im Vaihinger Freibad die Duschen wieder freigegeben werden können. Mitte August hatte eine Firma im Auftrag des Gesundheitsamts dort Legionellen in den Wasserleitungen festgestellt. Deswegen waren sie außer Betrieb genommen worden. Dass der Bakterienbefall die Ursache war, wurde erst mehr als eine Woche nach den Messungen bekannt gegeben.

Die Informationspolitik der Bäderbetriebe kritisieren Stammgäste scharf: „Mann hätte ja wissen müssen, ob man vor der Probennahme mit befallenem Wasser geduscht hat“, sagt ein Dauerkartenbesitzer. Nur dann hätte man, wenn erste Symptome einer Erkrankung aufgetreten wären, richtig reagieren können. „Man stelle sich vor, man fährt in den Urlaub, bekommt dann Anzeichen einer Legionellose oder Legionärskrankheit, und schiebt das auf die Reise und die Klimaveränderung“, schimpft der Stammgast.

Information ist für Badegäste wichtig

Daniela Gumhalter, die zuständige Sachgebietsleiterin im Gesundheitsamt verteidigt das Vorgehen der Betriebsleitung: „Man muss natürlich die Gäste informieren, aber das wurde ja auch vorschriftsmäßig gemacht“, sagte sie. Die Information sei wichtig, damit die Badegäste bei entsprechenden Symptomen zum Arzt gehen können. „Allerdings muss ein Arzt natürlich auch hellhörig werden, wenn im Hochsommer jemand mit grippeähnlichen Beschwerden kommt. Dann muss er durch Nachfragen herausfinden, was der Patient getan hat – und dann kommt er auch auf die Legionärskrankheit“, so Gumhalter.

Die Sperrung der Duschen, die noch andauere, sei eine Vorsichtsmaßnahme, auch in diesem Punkt handele die Betriebsleitung richtig: Die Rohre seien nach dem Befund heiß durchgespült worden, was normalerweise die Legionellen abtöte. Temperaturen von mehr als 57 Grad würden die Bakterien nicht überstehen. Diese Reinigung habe man in Vaihingen vorgenommen. Um nicht sperren zu müssen, habe man danach Sterilfilter auf die Duschen aufgesetzt, das habe aber nicht funktioniert. Legionellen seien in Stuttgart kein großes Problem. „Wir hatten in den zurückliegenden Jahren keine Fälle der Legionärskrankheit“, sagte Gumhalter. Diese sei zwar nicht meldepflichtig, das Gesundheitsamt würde aber von derart ungewöhnlichen Fällen erfahren, wenn sie auftreten würden, ist die Expertin überzeugt.




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