Lehrschwimmbad Markgröningen Technik aus den Siebzigern – so geht es weiter mit dem Stadtbad Markgröningen
Das Lehrschwimmbad in Markgröningen ist sehr in die Jahre gekommen. Eine geordnete Schließung bis zum Jahr 2027 wird es aber nicht geben.
Das Lehrschwimmbad in Markgröningen ist sehr in die Jahre gekommen. Eine geordnete Schließung bis zum Jahr 2027 wird es aber nicht geben.
Gebaut in den frühen Siebzigern, hat das Stadtbad Markgröningen seine besten Tage längst hinter sich. Wegen der veralteten Technik und der Unsicherheit, wie lange das Bad überhaupt noch betrieben werden kann, schlug die Stadtverwaltung im Sommer eine geordnete Schließung bis 2027 vor. Das hat der Gemeinderat im Zuge der Haushaltsdiskussionen abgelehnt. Was bedeutet das für die Zukunft des Lehrschwimmbads?
„Der gesamte Bau ist quasi noch derselbe wie damals“, erklärt Bürgermeister Jens Hübner. Zwischendurch wurde hier und dort neu gefliest, eine Grundsanierung gab es aber nie. „Alles Elementare, das Becken, die Haustechnik, von der Wasseraufbereitung über die Hygiene und die Verrohrung bis hin zur Heizung, das stammt alles noch aus dem Baujahr“, ist also über 50 Jahre alt. „Das kann durchaus noch alles zehn Jahre halten. Es kann aber auch jeden Tag der Anruf kommen: Es geht nichts mehr.“
Aus diesem Grund hatte die Verwaltung bei einer Begehung im Sommer eine „geordnete Schließung“ angeregt. Als Schließungsjahr wurde 2027 vorgeschlagen: „So lange, haben wir gesagt, können wir es auf jeden Fall noch offenhalten.“ Für die Zeit danach könne niemand mehr eine Garantie geben.
Und bei einer geordneten Schließung wisse jeder, worauf er sich einstellen kann, und Schulen und Vereine hätten ausreichend Zeit, sich nach Alternativen umzusehen – anders, als wenn bei einem plötzlichen Ausfall von einem Tag auf den anderen alles stillstehe. Diese Lösung sei vor allem von den Schulen befürwortet worden, die sich Planungssicherheit gewünscht hatten.
Allerdings werden die Schwimmbäder in der Umgebung nicht mehr, im Gegenteil. Deutschlandweit schließen nach aktuellen Erhebungen jährlich um die 80 Bäder ihre Pforten für immer. Schulen und Schwimmvereine sind auf das Stadtbad, das als reines Lehrschwimmbad betrieben wird, angewiesen.
Bereits bei der Vorstellung der geordneten Schließung gab es daher Kontra von mehreren Fraktionen des Gemeinderats. Das wurde bei den Beratungen zum Haushaltsplan 2026 bekräftigt: Die geordnete Schließung im Jahr 2027 wurde daher mit großer Mehrheit abgelehnt.
Ebenfalls keine Mehrheit fand die Verwaltung mit ihrem Vorschlag, das Bad immer im Winter für vier Monate zu schließen, um wenigstens etwas an Energiekosten zu sparen. Vor wenigen Jahren war das wegen der Energiekrise schon einmal umgesetzt worden.
Denn die Betriebskosten sind nicht ohne: Zwischen 230.000 und 250.000 Euro kostet das Bad die Stadt jährlich – bei Einnahmen von lediglich rund 15.000 Euro. Der Konsens im Gemeinderat war aber: Solange das Bad noch genutzt werden kann, soll es den Nutzern durchgängig zur Verfügung stehen.
„Das Bad wird also so lange offenbleiben, wie es funktioniert“, fasst es Jens Hübner zusammen. Regelmäßig werden die Räume und die Technik in Augenschein genommen, einmal pro Quartal kommt sogar eine Fachfirma, um alles zu überprüfen.
Sobald es einen Ausfall gebe, müsse man dann schnell reagieren, so Hübner. „Am Ende wird es immer eine Einzelfallentscheidung sein, ob es sich lohnt, eine Sache noch einmal zu reparieren oder nicht.“ Ist die Haustechnik betroffen, müsse man sich auf einen sechsstelligen Euro-Betrag sicherlich einstellen.