Leichtathletik Fünfmal Dinkos – die junge Läufer-Dynastie beim VfL Sindelfingen

Die Dinkos-Brüder: Arthur, Erik, Oskar, Leo und Ludwig (v. li.) sind allesamt flink auf der Laufbahn unterwegs. Foto: Dominik Grill

Die fünf Dinkos-Brüder zählen zu den größten Leichtathletik-Talenten des VfL Sindelfingen. Über sportliche Träume, das gemeinsame Erkennungsmerkmal und die einzige Frau im Haus.

Sport: Dominik Grill (grd)

„Da kommt die Dinkos-Bande.“ Diesen Satz hören die fünf Brüder, allesamt Leichtathleten des VfL Sindelfingen, öfter, wie Erik bestätigt. Mit 13 Jahren ist er der Zweitälteste des Quintetts nach dem 14-jährigen Arthur. Die beiden gehören zu den Nachwuchskadern der besten Leichtathleten Baden-Württembergs. Ihre Disziplin: die Mittelstrecke, speziell die 800 Meter.

 

Naturgemäß treten auch die drei jüngeren in die Fußstapfen der großen Brüder und Vorbilder. Zum einen Oskar, mit elf Jahren das Sandwich-Kind, und natürlich die Zwillinge Leo und Ludwig, beide zehn Jahre alt. Exakt gleichaltrig sind sie selbstverständlich nicht. „Ich bin 13 Minuten älter“, verkündet Leo stolz.

Er ist mittlerweile begeisterter Crossläufer – eine Disziplin, der auch seine Brüder nicht abgeneigt sind. Beim Sparkassencross in Pforzheim, der Teil der baden-württembergischen Meisterschaften ist, stellten die fünf eindrucksvoll die Dinkos’sche Dominanz unter Beweis. Platz eins in seiner Altersgruppe schnappte sich Erik, Leo und Ludwig holten sich in ihrer Klasse Platz zwei und drei, Oskar kam als Fünfter ins Ziel, und Arthur, der in seiner Gruppe als einer der jüngsten Sportler angetreten war, landete auf Rang acht.

Bahnt sich beim VfL Sindelfingen also eine waschechte Leichtathletik-Dynastie an? Das Lauftalent wurde den Buben jedenfalls in die Wiege gelegt. „Ab dem Moment, in dem sie laufen konnten, sind sie nicht mehr gelaufen, sondern gerannt“, sagt Mutter Isa lachend. Die Leidenschaft war damit geboren. Andere Sportarten wurden indes schnell wieder verworfen. Vater Thomas verrät: „Sie haben Tennis, Handball, Tischtennis und so weiter ausprobiert, aber das mit dem Ball war immer schwierig.“ Oskar ergänzt: „Wir sind nicht so die Ballsportler.“

Verschworener Haufen: Erik und Arthur (hinten v. li.) sowie Leo, Oskar und Ludwig (vorne v. li.), finden es gut, dass es in der Familie – bis auf Mama Isa – nur Jungs gibt. Foto: Dominik Grill

Davon, dass es auch mal drunter und drüber gehen kann im Hause Dinkos, kann Isa freilich ein Lied singen. Wie es ist, die einzige Frau in der Familie zu sein? „Ich hab’ mir das genau so gewünscht, ich wollte immer Jungs haben“, sagt sie augenzwinkernd. Ob sich die fünf Brüder hingegen schon einmal eine Schwester gewünscht haben? „Neee“, schallt es im Chor. „Ich glaube, das wäre auch für das Mädchen doof“, fügt Leo an. Und Erik sagt: „Ich finde es gut so, ich mag alle meine Brüder.“

Von Olympia-Träumen und großen Vorbildern

Erik wird genauso wie Arthur seit rund einem Jahr von Olaf Labrenz trainiert. „Er weiß genau, was er macht, und wir haben uns unter ihm bereits sehr gut weiterentwickelt“, sagt Arthur über den B-Lizenz-Coach. Die beiden Ältesten peilen im kommenden Jahr Teilnahmen an Wettbewerben auf bundesdeutscher Ebene an. Erik hofft auf den Sprung zu den süddeutschen Meisterschaften, an denen heuer bereits Arthur teilnahm. Der wiederum hat die nationalen Titelkämpfe im Visier. Die Träume der fünf gehen aber natürlich noch darüber hinaus. „Eines Tages bei der EM mitzumachen wäre toll, aber der größte Traum ist natürlich Olympia“, verrät Erik. „Und da dann eine Medaille“, weiß auch das Nesthäkchen Ludwig mitzureden.

Im Gegensatz zu seinen Brüdern kann er sich auch eine Teilnahme am Zehnkampf oder im Sprint vorstellen. Sein großes Vorbild kommt dann aber doch aus einer anderer Disziplin: Kurt Lauer, seines Zeichens deutscher U23-Meister im Crosslauf und ebenfalls Sportler des VfL Sindelfingen. „Letztes Jahr bin ich mit ihm zusammen mehrere Runden gelaufen“, berichtet Ludwig stolz. Oskar ergänzt: „Das ist schon sehr professionell, was Kurt Lauer macht.“ Sein großes Vorbild ist indes der Zehnkampfweltmeister Leo Neugebauer – und VfB-Stuttgart-Stürmer Deniz Undav. „Weil er so schnell über die 800 Meter ist“, scherzt er mit Blick auf den Fußballer.

Gegenseitig spornen sich die fünf zu Bestleistungen an, aber nicht nur sportlich sind sie ein eingeschworener Haufen. Sie teilen sich Zimmer und Stockbetten, radeln zusammen in die Schule, und auch an der Frisur erkennt man die „Dinkos-Bande“ sofort: Allesamt haben sie lange Haare, die zu einem Pferdeschwanz zusammengebunden sind. Ganz nach dem Vorbild von Vater Thomas. „Man erkennt uns schon von weitem“, sagt Oskar grinsend.

Weitere Themen

Weitere Artikel zu Leichtathletik