Leichtathletik Härtere Stäbe für einen neuen Höhenflug

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Der Leonberger Stabhochspringer Leo Lohre startet für den VfL Sindelfingen und peilt die 5,50 Meter an. Seine bisherige Bestmarke, aufgestellt im vergangenen Jahr in Oberhaugstett, liegt bei 5,41 Meter.

Zähne zusammen beißen und ab nach oben: Leo Lohre geht nach seinem Gastspiel beim LAZ Kornwestheim  inzwischen für den VfL Sindelfingen an den Start. Foto: Pressefoto Baumann
Zähne zusammen beißen und ab nach oben: Leo Lohre geht nach seinem Gastspiel beim LAZ Kornwestheim inzwischen für den VfL Sindelfingen an den Start. Foto: Pressefoto Baumann

Leonberg - Die Latte liegt bei 5,41 Meter. Überquert hat sie Leo Lohre im vergangenen Jahr beim Stabhochsprungmeeting in Oberhaugstett – damals noch im Trikot des LAZ Salamander Kornwestheim-Ludwigsburg. Mit 5,40 Meter landete der Eltinger anschließend bei den Deutschen Meisterschaften auf Rang sieben. Danach ging nicht mehr viel. Der 24-Jährige pendelte sich zwischen 5,00 und 5,20 Meter ein. Zu wenig für einen, der schon vor fünf Jahren 5,40 Meter überflogen hat. Zu wenig, um den eigenen Ansprüchen gerecht zu werden.

Deshalb schlägt Leo Lohre ein neues Kapitel auf. Seine sportliche Heimat ist jetzt der VfL Sindelfingen. Und da will er es noch einmal wissen. Im kommenden Jahr sollen die 5,50 Meter fallen, besser: Die Latte soll auf dieser Höhe liegenbleiben.

Über Leverkusen und Kornwestheim nach Sindelfingen

Im Jahr 2010 war der ehemalige Leichtathlet des TSV Eltingen zu neuen Ufern aufgebrochen. Er wechselte zum TSV Bayer Leverkusen, um dort die optimalen Trainingsmöglichkeiten und Studium unter einen Hut zu bringen. Weil die an der Waldorfschule erlangte Fachhochschulreife in Nordrhein-Westfalen aber nicht anerkannt wurde, scheiterte der berufliche Plan. Lohre kehrte im Oktober 2012 nach Baden-Württemberg zurück und schloss sich dem Leichtathletikzentrum (LAZ) Kornwestheim an. Mit Marian Reichert bildete er eine Trainingsgemeinschaft, gecoacht von Manfred Reichert, dem Vater seines Disziplin-Kollegen. Geschichte wiederholte sich. Reichert, 1986 Deutscher Hallenmeister, war Schützling von Leo Lohres Vater Günter, der von 1975 bis 1983 gleich neunmal in Folge die nationalen Titel eingesammelt hat.

Doch das neu geschnürte Paket Reichert-Lohre hielt nur bis zum Jahresende 2013. Manfred Reichert wollte sich zeitlich bedingt nur noch um seinen Sohn kümmern. Leo Lohre stand ohne Trainer da und musste auch noch kürzer treten. Ein Knochenmark-Ödem am Fuß ließ über mehrere Monate nur reduziertes Training zu. Zudem orientierte sich der Leonberger beruflich neu und nahm das Fernstudium der Sportökonomie an der deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement in Saarbrücken auf. Um Training und Studium zu ermöglichen, arbeitet Lohre beim württembergischen Leichtathletikverband (WLV), ist dort im kommenden Jahr mitverantwortlich für die Sparte Firmenläufe.

Schnelligkeitstraining steht ganz oben an

Mit derzeit sechs Trainingseinheiten pro Woche will sich der Leistungssportler in neue Höhen aufschwingen. Einer der wichtigsten Bausteine dabei: die Verbesserung der Schnelligkeit. „Das bringt mich zu härteren Stäben, höheren Griffen und zur Steigerung der Besthöhe“, ist Lohre überzeugt. Während die Komponente Schnelligkeit beim VfL von Sprinttrainer Sebastian Marcard abgedeckt wird, absolviert Leo Lohre die Technikeinheiten in Stuttgart unter der Regie von WLV-Landestrainer Ivan Macura-Böhm. Und das zusammen mit dem VfL-Athleten und Konkurrenten Florian Gaul. „Ich denke, wir beide können uns gut hochpushen. Wir reisen auch zusammen zu den Wettkämpfen und kennen uns ganz gut“ (Lohre). Eines hat der 23-jährige neue Vereinskollege Leo Lohre allerdings voraus: Die Bestmarke steht bereits bei 5,50 Meter.