Hochspringerin Marie-Laurence Jungfleisch floppt erstmals über die Zwei-Meter-Marke – und gehört nun bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro zu den Medaillenfavoritinnen. An einer Schwäche muss sie allerdings weiter arbeiten.

Frau Jungfleisch, Sie sind erstmals über die Zwei-Meter-Marke gefloppt. War es der perfekte Sprung?
Ja.
Wie fühlt sich so ein Sprung an?
Leicht. Alles geht einfach, ohne großen Kraftaufwand. Der Anlauf klappt, man trifft den Absprung perfekt, kommt über die Latte, ohne sie zu streifen. Dann liegt man auf der Matte und weiß: Wow, da habe ich etwas richtig Tolles geschafft!
Hatten Sie schon mal ein ähnlich schönes Fluggefühl?
Vor einem Jahr, bei der Weltmeisterschaft in Peking, als ich Sechste geworden bin. Da war es ganz ähnlich. Auch das ist ein Zwei-Meter-Sprung gewesen, allerdings lag die Latte damals leider nur auf 1,99 Meter. Aber grundsätzlich ist es natürlich ein Gefühl, das man nur selten erlebt. Umso schöner ist es.
Sie haben immer gesagt, ihr großes Ziel sei, zwei Meter zu springen. Was bedeutet es Ihnen, diese Marke nun geknackt zu haben?
Für mich ist es der Sprung in eine neue Dimension. Nur absolute Top-Athletinnen springen zwei Meter, ich gehöre jetzt dazu. Und das auch noch als eine, die zwei Meter in einer wichtigen Saison und im Freien geschafft hat. Das macht diese Leistung für mich noch einmal wertvoller.
Vor Ihnen sind erste sieben deutsche Hochspringerinnen über zwei Meter gekommen.
Wirklich? Darüber habe ich mir noch gar keine Gedanken gemacht. Es ist natürlich schön und eine Ehre, zu diesem elitären Kreis zu gehören.
Im Leistungssport heißt die Devise: Nach dem Ziel ist vor dem Ziel. Was zählt ab sofort für Sie?
Konstanter zu werden, regelmäßig 1,95 Meter zu springen. Und irgendwann vielleicht noch höher zu kommen als zwei Meter. Aber alles Schritt für Schritt.
Wo können Sie sich noch verbessern?
Kraft und Geschwindigkeit passen. Mein Problem ist der Anlauf. Da bin ich noch zu variabel, und das ist fatal. Wer konstant sein will, der muss auch immer wieder den gleichen Anlaufrhythmus hinbekommen. Daran muss ich weiter arbeiten.

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