Leichtathletik-Meisterschaften VfB-Athlet schlägt Weltmeister und Weltrekordler
Nick Thumm wird bei den Winterwurftitelkämpfen in Sindelfingen deutscher Meister. Der VfB Stuttgart holt im Floschenstadion und Glaspalast insgesamt vier Medaillen.
Nick Thumm wird bei den Winterwurftitelkämpfen in Sindelfingen deutscher Meister. Der VfB Stuttgart holt im Floschenstadion und Glaspalast insgesamt vier Medaillen.
Nick Thumm war selbst etwas überrascht von seinem Erfolg: „Eigentlich bin ich nicht der Typ, der im Winter gerne wirft“, sagte der neue deutsche Winterwurfmeister im Speerwerfen. Bereits im zweiten Versuch des Finales der Titelkämpfe im Sindelfinger Floschenstadion schleuderte der Athlet des VfB Stuttgart den 800 Gramm schweren Speer auf die persönliche Bestweite von 82,03 Metern und machte damit der Konkurrenz klar, dass er in seiner Heimat unbedingt gewinnen wollte. Das Nachsehen hatten am Ende keine Geringeren als der Weltmeister von 2017, Johannes Vetter (Dritter mit 78,76 Metern), sowie der U-20-Weltrekordler Max Dehning (Sechster mit 75,17 Metern), die beide für die LG Offenburg antraten.
Lohn für den 21-jährigen Thumm war nicht nur die Goldmedaille, sondern auch die Berufung in das deutsche Nationalteam für den europäischen Wurf-Cup in drei Wochen in Nikosia (Zypern). „Dort hoffe ich, vorzeitig die Qualifikationsnorm von 83 Metern für die Europameisterschaften im Sommer in Birmingham zu schaffen“, sagte Thumm hoffnungsvoll.
Seine Clubkameradin Anna-Maria Weber holte in ihrer Klasse U 20 zwei weitere Medaillen für den VfB Stuttgart: Bronze im Diskuswerfen mit 45,28 Metern und Silber im Kugelstoßen mit 14,70 Metern. Letzteres bedeutete auch für Weber eine persönliche Bestweite.
Einen Finalplatz erkämpfte sich im Diskuswurf der Frauen Lea Bork (VfB Stuttgart). Sie wurde Siebte mit 49,82 Metern. Der Meistertitel ging an Marike Steinacker (TSV Bayer 04 Leverkusen) mit 64,12 Metern.
Medaille Nummer vier für die Cannstatter steuerte das Sprinttalent Raphael Geißner bei den parallel im Sindelfinger Glaspalast stattfindenden deutschen U-20-Meisterschaften bei. Der 18-jährige Abiturient verzichtete für seine Teilnahme an den nationalen Titelkämpfen auf den geplanten Skiurlaub mit der Familie. Mit 6,81 Sekunden wurde er nur hauchdünn von Alwin Mawumba (TV Wattenscheid, 6,79 Sekunden) und Lennox Schmidt (SSC Berlin, 6,80 Sekunden) geschlagen und gewann Bronze.
Einen Podestplatz hatte sich auch der erst 16-jährige Stabhochspringer Jonathan Hummel (LG Leinfelden-Echterdingen) erhofft. Der Schützling der vielfachen deutschen Meisterin Anjuli Knäsche lag mit einer Saisonbestleistung von 5,00 Metern bisher an zweiter Stelle der deutschen U-20-Jahresbestenliste, knapp hinter Nikolas Tietze (SV Halle, 5,05 Meter). Doch dieses Mal war für Hummel nach übersprungenen 4,80 Metern bereits Schluss, was am Ende lediglich zum fünften Rang reichte. Ben Duwenbeck (LG Olympia Dortmund) gewann mit 5,15 Metern vor dem Hallenser Tietze, der sich auf 5,10 Meter steigerte.