Leichtathletik-Perspektivteam „Gänsehaut am ganzen Körper“ – Wer vom VfL Sindelfingen schafft es zu Olympia?

, aktualisiert am 18.02.2026 - 11:06 Uhr
Velten Schneider kennt das Gefühl aus Paris: Die Olympischen Spiele 2024 sollen nicht seine letzten bleiben. Foto:  

Die Leichtathleten des VfL Sindelfingen wollen auch bei den Olympischen Spielen 2028 und 2032 vertreten sein. Nun haben sie die Perspektivteams für Brisbane und Los Angeles vorgestellt

Volontäre: Maximilian Schöbel (scm)

„Am Start hatte ich Gänsehaut am ganzen Körper.“ Wenn Velten Schneider an den 3000-Meter-Hindernis-Wettkampf der Olympischen Spiele 2024 zurückdenkt, ist ihm die Begeisterung noch immer deutlich anzusehen. Der 26-Jährige erlebte in Paris Momente, die sich kaum in Worte fassen lassen.

 

„Es übertraf meine kühnsten Träume“, schwärmt er noch heute. Als einer von drei Leichtathleten des VfL Sindelfingen war Velten Schneider beim größten Sportereignis der Welt dabei. Obwohl die anderen beiden, also die Hürdenspezialisten Carolina Krafzik und Constantin Preis, den Verein inzwischen verlassen haben, bleibt das Ziel unverändert. „Wir wollen auch in Los Angeles wieder mit drei Athleten antreten“, betont Abteilungsleiter Jürgen Kohler.

Während die zwölf Athleten im dunkelblauen Bereich der Grafik das Ziel Olympia 2028 haben, sind die zehn Sportler im hellblauen Bereich das Perspektivteam für Brisbane 2032. Foto: VfL

VfL Sindelfingen will mit Perspektivteam bestehende Strukturen stärken

Um diesen Plan zu verwirklichen, setzen die Sindelfinger, wie schon im Vorfeld der vergangenen Olympischen Spiele, auf ein Perspektivteam. Diese Gruppe umfasst zwölf Sportler, denen die Verantwortlichen das Potenzial attestieren, sich für L.A. 2028 zu empfehlen.

„Was uns so stark macht, ist die breite Spitze in unserer Abteilung. Diese Struktur wollen wir mit dem Perspektivteam noch stärken“, sagt Kohler. Eine Garantie für einen Platz im deutschen Olympiakader ist eine Aufnahme in jenes Sindelfinger Perspektivteam selbstverständlich nicht. Peter Kloth, sportlicher Leiter der Leichtathletik-Abteilung des VfL, weiß, worauf es ankommt:„Fleiß schlägt immer Talent. Auch wenn viele Athleten mit starken Voraussetzungen bei uns trainieren, kann man nie wissen, ob auch jedes Ass tatsächlich sticht.“

VfL Sindelfingen hat Olympia im Blick und stockt personell auf

Um die Lücken der jüngsten Abgänge zu schließen und die Wahrscheinlichkeit erneuter Olympia-Teilnehmer zu erhöhen, hat der VfL personell nachgelegt. Dabei ist ihm die Identifikation besonders wichtig. „Wir wollen Athleten, die aus der Region sind, hier leben und trainieren“, betont Koordinator Bernd Koschka.

Dazu zählt auch die gebürtige Göppingerin Sabrina Heil, die aus Frankfurt in die Daimlerstadt wechselt. In ihrer Paradedisziplin, den 400 Meter Hürden, will sie in Sindelfingen die nächsten Schritte in Richtung Olympische Spiele rennen. Nach Phasen, in denen die 22-Jährige auch mal ohne Coach da stand, war ihr bei der Vereinswahl eines sehr wichtig: „In erster Linie ging es mir darum einen Trainer zu finden, der hinter mir steht. Bei Sebastian Macard hatte ich von Anfang an ein gutes Gefühl.“

VfL Sindelfingen: Blick geht über Olympia 2028 hinaus

Und auch auf der Langstrecke verstärkt sich der VfL: Katja Bäuerle kommt von der LG Region Karlsruhe und übernimmt die Rolle von Kim Bödi, die im vergangenen Jahr ihre Karriere beendete. Zu ihren ambitionierten Zielen gehört das Aufstellen von zwei Vereinsrekorden, darunter auch der über 5000 Meter, den aktuell ihre Vorgängerin innehat. Wie Sabrina Heil gehört auch Katja Bäuerle zum Perspektivteam für Los Angeles.

Doch der Blick geht auch über die Olympischen Spiele 2028 hinaus. Ein weiterer Neuzugang ist nämlich bereits mit Blick auf die übernächsten Spiele eingeplant. Jannis Gartmann ist einer von zehn Athleten, die dem Perspektivteam Brisbane 2032 angehören. Für den VfL Sindelfingen verlässt er nach 14 Jahren seinen Heimatverein TV Weilstetten. „Natürlich ist mir der Abschied schwergefallen, aber wenn sich der VfL bei dir meldet, geht das Selbstbewusstsein plötzlich ganz weit nach oben.“ Er schätzt besonders einen Aspekt, der mit einem größeren Verein einhergeht:„Ich genieße das Gemeinschaftsgefühl auf Wettkämpfen. Früher war ich dort immer allein.“

Als Los Angeles im Jahr 1984 zuletzt Austragungsort der Olympischen Spiele war, gewann Heidi Elke Gaugel vom VfL Sindelfingen mit der deutschen 4 x 400-Meter-Staffel Bronze. Velten Schneider war bislang derjenige aus dem Perspektivteam, der diesem Erfolg am nächsten kam. „Olympia 2024 hat mir gezeigt, dass ich mehr erreichen kann, als nur mitzumachen“, sagt er. „Es lohnt sich für alle, dranzubleiben und an den Traum zu Glauben. Für Olympia 2024 gab es auch ein Perspektivteam – und damals war ich anfangs nicht mal ein Teil davon.“

Perspektivteams des VfL Sindelfingen

für Los Angeles 2028:
Jessica-Bianca Wessolly (Sprint), Melanie Böhm (400 Meter Hürden), Sabrina Heil (400 Meter Hürden), Alexander Stepanov (800 Meter), Paul Specht (1500 Meter), Velten Schneider (3000 Meter Hindernis), Kurt Lauer (3000 Meter Hindernis), Katja Bäuerle (5000 Meter), Mia Jurenka (Langstrecke), Eric Maihöfer (Kugelstoßen), Silas Ristl (Kugelstoßen), Tizian Lauria (Kugelstoßen).

für Brisbane 2032:
Pauline Zoll (Sprint), Nils Haumann (110 Meter Hürden), Jannis Gartmann (400 Meter Hürden), Dmitrij Krom (Sprint, Dreisprung), Rebecca Spieß (400 Meter Hürden), Lotta Mage (400 Meter Hürden), Emily Junginger (Langstrecke), Mara Dümmler (Stabhochsprung), Dominik Wiedenmann (Mittelstrecke) Luise Herrmann (Hammerwurf).

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