Beinahe zu früh gefreut: Für den jubelnden Alexander Stepanov wird es nochmal knapp, doch er sichert sich Gold. Foto: Imago/Beautiful Sports
Die Leichtathleten des VfL Sindelfingen im Medaillenrausch. Bei der DM holten sich Alexander Stepanov und Eric Maihöfer Gold. Zwei Vereinskameraden sicherten sich derweil Silber.
Holger Schmidt
03.08.2025 - 19:22 Uhr
Doppelsieg für die Kugelstoßer, Gold für 800-Meter-Läufer Alexander Stepanov und Silber für Jessica-Bianca Wessolly über 200 Meter – die Leichtathletik-Asse des VfL Sindelfingen stachen bei den deutschen Meisterschaften in Dresden.
Im Kugelstoßen waren die Rollen schon vorher klar verteilt. Die drei Sindelfinger führten die nationale Jahresbestenliste an, einzig ihr ehemaliger Vereinskamerad Simon Bayer vom LAC Essingen stand als weiterer 20-Meter-Stoßer zu Buche. Doch der erwischte mit 18,82 Metern einen rabenschwarzen Tag und wurde lediglich Sechster. So war der Weg frei für das VfL-Trio.
Die erste Marke setzte gleich im ersten Versuch U23-Europameister Tizian Lauria. Seine 19,95 Meter, gefolgt von 19,94 Metern in Durchgang zwei, blieben lange das Maß der Dinge. Dafür, dass schließlich doch noch die magische Weite fiel, sorgte Eric Maihöfer. Bis dahin mit 19,60 Metern Zweiter, flog das Sportgerät des Titelverteidigers im fünften Anlauf auf 20,10 Meter. Nur 13 Zentimeter fehlten zur persönlichen Bestleistung, die Goldmedaille aber war dem 24-Jährigen nicht mehr zu nehmen. „Ich bin sehr happy. Dass ich die 20 Meter übertroffen habe, bedeutet mir sehr viel“, so der alte und neue deutsche Meister. Silas Ristl fehlten bei seinen 19,04 Metern gerade mal acht Zentimeter fürs Podium, er wurde Vierter.
Nur 13 Zentimeter fehlten zum persönlichen Rekord: Eric Maihöfer kam als einziger Kugelstoßer weiter als 20 Meter. Foto: Imago/Chai v.d. Laage
Über 800 Meter war Alexander Stepanov bereits im Vorlauf mit einer Zeit von knapp über 1:50 Minute der Schnellste. Im Finale hielt sich der deutsche Jahresbeste, ganz wie es seine Art ist, auf der ersten Runde zurück. Sogar mit einigen Strauchlern hatte der deutsche Hallenmeister des Jahres 2024 im kompakten Feld zu kämpfen. Ab 500 Metern arbeitete er sich langsam nach vorne, bei 600 Metern zündete er den Endspurt-Turbo und legte gleich einen gewissen Abstand zwischen sich und alle anderen. 1:48,69 Minute reichte zur Goldmedaille. Dafür, dass es angesichts eines heranstürmenden Rivalen am Ende doch noch sehr knapp wurde, sorgte der frühe Jubel des Sindelfingers angesichts des scheinbar sicheren Sieges.
Für Jessica-Bianca Wessolly ging die Tür zum zweiten Titel in Folge noch weiter auf, als die Vorlaufschnellste über 200 Meter auf die Finalteilnahme verzichtete. Die Sindelfingerin rannte fast hindurch. Sie verbesserte sich auf 22,93 Sekunden und musste nur einer Konkurrentin um elf Hundertstel den Vortritt lassen.
Eine tolle Vorstellung hatte auch Kim Bödi über 3000 Meter Hindernis geliefert. Erstmals blieb die 24-Jährige unter der Zehn-Minuten-Marke und wurde in 9:55,36 Minuten tolle Vierte.
Als Fünfter an den Medaillenrängen nah dran war über 3000 Meter Hindernis Kurt Lauer in Abwesenheit seines verletzten Vereinskameraden Velten Schneider. Der Nachwuchsmann lief in einem bis eine Runde vor Schluss von viel Taktik geprägten Rennen zeitweise sogar in der Spitzenposition und blieb im Ziel der siebeneinhalb Runden in 8:44,17 Minuten nicht einmal drei Sekunden über seiner bislang besten Zeit.
Grund zur Freude hatte im Heinz-Steyer-Stadion auch 400-Meter-Läuferin Melanie Böhm. Mit 53,73 schaffte sie die erhoffte Bestzeit unter 54 Sekunden – und zwar deutlich. Das bedeutete Platz 13 im 22-köpfigen Feld, für den Einzug ins Finale der besten acht Sprinterinnen wären 53,18 Sekunden für sie nötig gewesen.
Eben jenen Rang acht verpasste nur um sieben Zentimeter die Hammerwurf-Neunte Luise Herrmann mit 59,21 Metern. Platz 16 von 22 Teilnehmern im Zehnkampf belegte mit 6584 Punkten Niklas Esslinger. Noch zwei Plätze weiter vorne reihte sich mit persönlichem Rekord von 6633 Zählern Sebastian Mergenthaler von der LG Gäu Athletics ein. Lotta Mage vom VfL Sindelfingen wurde über 400 Meter Hürden in 58,52 Sekunden Zehnte, Vereinskamerad Kai Michalek, für den schon die Teilnahme an sich ein toller Erfolg war, kam im 110-Meter-Hürdenvorlauf mit 15,62 Sekunden nicht über den letzten Platz hinaus.