Leichtathletik, VfL Sindelfingen Sprinter Dmitrij Krom zündet nächste Stufe – „Habe noch vieles zu verbessern“

, aktualisiert am 11.03.2026 - 12:42 Uhr
Richtig Gänsehaut bekommen: Die Anfeuerung im Glaspalast sorgte für einen zusätzlichen Schub bei Dmitrij Krom. Foto: Eibner-Pressefoto/Stefan Mayer

Leichtathlet Dmitrij Krom vom VfL Sindelfingen fiel schon als Knirps durch seine Schnelligkeit auf. Ein Knirps ist er schon lange nicht mehr, dafür aber inzwischen noch viel schneller.

Schon sein dritter Platz mit der 4 x 200-Meter-Staffel des VfL Sindelfingen war eine Überraschung. Noch unerwarteter kam dann sein Vizetitel über 200 Meter. Zu sagen, die deutsche U20-Hallenmeisterschaft im Glaspalast lief für Nachwuchs-Leichtathlet Dmitrij Krom besser als erwartet, wäre ziemlich untertrieben.

 

Denn mit seinen zum Zeitpunkt der Veranstaltung gerade einmal 16 Jahren gehört er eigentlich sogar noch der Altersklasse U18 an. Heißt: Er war damit einer der Jüngsten überhaupt im Feld. „Die viele Anfeuerung in der Halle, da habe ich richtig Gänsehaut bekommen“, erinnert sich der großgewachsene Sprinter an einen der schönsten Momente seiner bisherigen sportlichen Laufbahn.

Medaillensammler: Die neuesten Edelmetall-Exemplare für Dmitrij Krom sind Silber und Bronze von der U20-DM im Glaspalast Foto: Holger Schmidt

Dmitrij Krom war fasziniert von der Laufbahn im Glaspalast Sindelfingen

Als Kind spielte der in Böblingen geborene Sohn russisch-kasachischer Eltern zunächst Fußball. 2018 wollte er es mit Judo versuchen, doch beim Blick in den neben der Judohalle gelegenen Glaspalast imponierte ihm noch mehr die dortige Rundbahn mit ihren überhöhten Steilkurven. „Ich wollte unbedingt dort laufen“, schildert der Neuntklässler seine damalige Gefühlslage.

Der Kontakt mit Trainerin Birgit Hamann von der Leichtathletikschule Speedy kam rasch zustande, und schon bei den ersten Einheiten fiel der Knirps durch seine Schnelligkeit auf. 800 Meter, Sprint, Hochsprung, Weitsprung – in fast allen Disziplinen war Dmitrij Krom auf Anhieb der Beste seines Jahrgangs. Und immer, wenn er in eine neue Altersklasse kam, räumte er sofort die regionalen Meistertitel ab.

2024 wird Dmitrij Krom vom VfL Sindelfingen deutscher U16-Meister im Dreisprung

So richtig durch startete er dann unter der Ägide der Trainer-Familie Weiser. Nachdem er schon im Fünfer-Sprunglauf einen württembergischen Rekord aufgestellt hatte, holte er 2024 in Koblenz den deutschen U16-Meistertitel im Dreisprung und wurde zudem Vizemeister über 300 Meter Hürden. „Ich war in allem gut“, fasst der junge Mann zusammen, der mit einer Ausbildung zum Immobilienmakler oder Bankkaufmann auch feste berufliche Ziele vor Augen hat.

Die nächste Stufe zündete für ihn dann mit dem Wechsel zu Coach Sebastian Marcard im vergangenen Sommer. „Ich vertraue ihm sehr“, schildert er dieses besondere Verhältnis, das von Anfang an funktionierte. Und trotz der jüngsten Erfolge fügt er hinzu: „Ich habe noch viele Sachen zu verbessern.“

Dmitrij Krom startet die Vorbereitungen auf den Leichtathletik-Sommer

Daran arbeiten die beiden in den kommenden Wochen. Denn kaum ist die Hallensaison vorbei, beginnen auch schon die Vorbereitungen auf den Sommer. Für Dmitrij Krom heißt das vom 27. März bis 5. April mit dem baden-württembergischen Sprungkader ins spanische Alicante zu fliegen und unmittelbar im Anschluss mit seiner Sindelfinger Trainingsgruppe weiter auf die Insel Teneriffa.

Denn der frischgebackene U20-Vizemeister in der Halle hat auch im Freien noch einiges vor. „Ich hab’ richtig Bock zu trainieren“, sagt er selbstbewusst. Ziel ist die deutsche U18-Meisterschaft über 200 Meter. Die Norm für die Europameisterschaft hat er quasi im Vorbeigehen mit seinen 21,63 Sekunden bereits um mehr als eine Zehntel unterboten.

Dmitrij Krom peilt den deutschen Rekord über 200 Meter an

Außerdem ist da noch der deutsche Rekord. Der steht seit fast 20 Jahren bei 20,96 Sekunden. Eine Marke, die Dmitrij Krom nach den jüngsten Steigerungen durchaus zuzutrauen ist. Vor allem draußen – mit weniger Kurven als in der Halle und im Normalfall ohnehin eine halbe Sekunde schneller – könnte er diesen Traum selbst wahr machen.

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