Leihräder und -pedelecs in der Region Stuttgart Nur mit der Polygocard bleibt die erste halbe Stunde Radeln frei

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Mit leichter Verspätung soll das neue Radausleihsystem Regiorad im Mai in Stuttgart und Nachbarstädten starten. Künftig sind Fahrten über Markungsgrenzen möglich. Doch es gibt auch einige Tarifänderungen.

Stolz auf das neue Rad noch im Call-a-Bike-Design: Lars Matthes (links) und Björn Bender (rechts) von DB Connect und der städtische Gesamtprojektleiter Ralf Maier-Geißer Foto: Lichtgut/Achim Zweygarth
Stolz auf das neue Rad noch im Call-a-Bike-Design: Lars Matthes (links) und Björn Bender (rechts) von DB Connect und der städtische Gesamtprojektleiter Ralf Maier-Geißer Foto: Lichtgut/Achim Zweygarth

Stuttgart - Das neue, eigentlich blaue Regiorad ist zwar noch im alten roten Design von Call a Bike, doch die Macher des neuen regionalen Radverleihsystems sind mächtig stolz auf das Gefährt, mit dem am 1. Mai in Stuttgart und über 20 weiteren Kommunen an den Start gegangen werden soll. „Wir bringen ein hervorragendes Produkt an den Markt“, sagte der Gesamtprojektleiter Ralf Maier-Geißer von der Stadt Stuttgart am Donnerstag bei der Vorstellung. Die auf der Basis des muskelbetriebenen Rads neuentwickelten Pedelecs sollen vom 30. September an zur Verfügung stehen. Als besonderes Bonbon – und wohl auch als Entschädigung für den verspäteten Start – müssen die Pedelecnutzer vom 1. Mai bis 31. Dezember für die ersten 30 Minuten nichts bezahlen.

Pedelec-Ausleihe wird günstiger

Allerdings fallen mit dem Regioradstart von Mai an auch die kostenfreien ersten 30 Minuten für alle weg, die bisher bei Call a Bike angeboten werden. Bei Regiorad wird es zwei Tarife geben: den Basis- und den Komforttarif für Polygocard-Inhaber, also VVS-Abonnenten. In beiden Tarifen werden drei Euro Jahresgebühr als Fahrtguthaben erhoben. Hinzu kommen beim Basistarif für die Fahrradnutzung 1 Euro pro halbe Stunde, höchstens jedoch 10 Euro am Tag, bei Pedelecs sind es 10 Cent pro Minute, höchstens jedoch 4 Euro pro Stunde und 16 Euro pro Tag. Im Komforttarif ist die erste halbe Stunde Fahrradnutzung kostenlos, dann kostet jede weitere halbe Stunde 1 Euro, höchstens jedoch 10 Euro pro 24 Stunden, für Pedelecs werden 10 Cent pro Minute verlangt, der Stunden- und Tageshöchstsatz liegt bei 3 und 12 Euro. Bisher sind Call-a-Bike-Pedelecs teurer mit 12 Cent ab der ersten Minute oder maximal 22,50 Euro (ermäßigt 16,50 Euro) als Tagespreis. Für Touristen soll es künftig Tagespässe für 15 Euro geben.

System für die Region

Der Start von Regiorad markiert einen Neuanfang in der Radausleihe. Bisher gibt es in Stuttgart und Kommunen in der Region bei Pedelecs zwei Systeme: In Stuttgart das von der Bahntochter DB Connect bundesweit betriebene Call a Bike, in 13 Kommunen die Pedelecs des Konkurrenten Nextbike. Deshalb konnten beispielsweise in Waiblingen ausgeliehene Elektroräder nicht in Stuttgart abgegeben werden – und umgekehrt. Unter Führung der Stadt Stuttgart wurde eine Ausschreibung für ein System gestartet, dem sich Kommunen der Region anschließen können. Am Ende der Ausschreibung obsiegte DB Connect gegen Nextbike, das dagegen juristisch vorging, aber unterlag. „Das verzögerte Angebot der Pedelecs ist auf das Nachprüfverfahren zur Auftragsvergabe zurückzuführen“, sagte Björn Bender von DB Connect. Man werde aber vom 1. Mai an 700 normale Räder und Ende September mehr als 300 Pedelecs in Stuttgart und den anderen Kommunen zur Verfügung stellen. In Stuttgart werde es 60 Leihstationen geben.

„Wir arbeiten seit September auf Hochtouren“, sagte Bender. Eine neue App, erstmals mit einer Reservierungsfunktion, werde entwickelt, mit Kommunen Nutzungsgebiete und Stellflächen für Stationen abgestimmt. Call-a-Bike-Kunden müssten sich nicht neu registrieren. Bender und Maier-Geißer rechnen damit, dass weitere Kommunen und Kooperationspartner wie Unis und Firmen mitradeln: „Wir haben schon ein flächiges Angebot in der Region, das noch wachsen wird“. Zudem würden „erstmals in Europa“ auch einige Lastenräder in einem Ausleihsystem angeboten, so Maier-Geißer.

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