So richtig in Fahrt kommt Leonidas Stergiou beim 1. FC Heidenheim bislang noch nicht. Nach seinem leihweisen Wechsel vom VfB Stuttgart an die Brenz wurde der Schweizer früh von einer Verletzung ausgebremst. Ausgerechnet gegen seinen Stammverein könnte er an diesem Sonntag (19.30 Uhr) nun wieder eine ernsthafte Option sein und ein besonderes Kapitel seiner noch jungen Heidenheimer Zeit aufschlagen.
Beim VfB blieb Stergiou in der Hinrunde nur eine Ergänzungsrolle. Zwei Kurzeinsätze bei den Profis waren für den Verteidiger zu wenig. Das erkannte auch Trainer Sebastian Hoeneß vor der Weihnachtspause an. Die logische Konsequenz: die Leihe nach Heidenheim im Winter. „Wir sind überzeugt davon, dass Leo uns in der aktuellen herausfordernden Situation mit seiner fußballerischen Qualität sowie seiner Einstellung auf dem Platz sofort weiterhelfen kann“, sagte Heidenheims Vorstandsvorsitzender Holger Sanwald über den Transfer.
Sofort weiterhelfen hieß für Stergiou ein schnelles Debüt im Heidenheimer Trikot. Nur zwei Tage nach der Bekanntgabe stand der 23-Jährige bereits im Kader und wurde beim 1:1 gegen den VfL Wolfsburg als Linksverteidiger eingewechselt. „Wir haben das hergestellt, was wir auch brauchen: eine Konkurrenzsituation, um dann Woche für Woche neu zu entscheiden, wer sich durchsetzt“, sagte Trainer Frank Schmidt über das offene Rennen auf der rechten Verteidigerposition. Eine Woche später kam Stergiou bereits zu seinem ersten Startelfeinsatz im Heidenheimer Trikot. Beim 0:3 gegen RB Leipzig agierte der Verteidiger bei zwei Gegentoren unglücklich und belohnte sich wie die gesamte Heidenheimer Mannschaft nicht für einen couragierten Auftritt.
Dann der nächste Rückschlag: Am folgenden Spieltag gegen Borussia Dortmund war Stergiou kein Bestandteil des Kaders. Eine Adduktorenverletzung zwang den Schweizer zum Pausieren, drei Spieltage ist er nun bereits ohne Einsatz. Vor dem Spiel gegen Augsburg in der vergangenen Woche setzte Frank Schmidt noch ein Fragezeichen hinter die Einsatzfähigkeit Stergious. Am Spieltag selbst war der Verteidiger zwar wieder im Aufgebot, saß aber die vollen 90 Minuten auf der Bank.
Gegen den VfB Stuttgart könnte es nun aber zu seinem Comeback kommen. Frank Schmidt erwähnte den Verteidiger auf der Pressekonferenz nicht namentlich, auf der Ausfallliste für das kommende Wochenende stand er aber nicht. Neben der sportlichen Qualität könnte Leonidas Stergiou dem FCH wertvolle Einblicke in Spielweise, Abläufe und taktische Varianten des VfB liefern. Eine Komponente, die Heidenheim in der Vorbereitung auf das Spiel am Sonntagabend sicher weiterhelfen kann.
Für Stergiou wäre ein Einsatz mehr als nur eine Rückkehr auf den Platz. Es wäre die Chance, seinen Neustart in Heidenheim endgültig einzuleiten – ausgerechnet gegen den Verein, bei dem er zuletzt kaum Perspektive hatte. Ein besonderes Spiel und vielleicht der Moment, in dem seine Zeit an der Brenz richtig beginnt.