Leihspieler des VfB Stuttgart Warum Laurin Ulrich in Ulm erst auf zwei Kurzeinsätze kommt

Laurin Ulrich spielt in dieser Saison leihweise für den SSV Ulm 1846 – und trifft am Donnerstag in einem Testspiel auf den VfB. Foto: imago/Lucca Fundel

Der Offensivspieler hat beim Zweitligisten bislang nur eine Nebenrolle inne – dabei lobt ihn sein Trainer ausdrücklich. Warum Ulrich zu Saisonbeginn fehlte und wie die Chancen auf mehr Spielpraxis in Zukunft stehen.

Sport: David Scheu (dsc)

Inzwischen ist der SSV Ulm 1846 angekommen in der zweiten Liga. Nachdem es mit nur einem Punkt aus den ersten fünf Saisonspielen schleppend begonnen hatte, folgten zwei 3:1-Siege bei der SV Elversberg und gegen Eintracht Braunschweig. Und damit der Sprung über den Strich, weg von den Abstiegsplätzen. Für einen aber läuft die Saison noch nicht ganz wunschgemäß: Laurin Ulrich, der für ein Jahr vom VfB Stuttgart an den Zweitligisten ausgeliehen ist und am Donnerstag (14 Uhr) in einem Testspiel auf den VfB trifft.

 

Zwei Einwechslungen in der Schlussphase stehen für den Offensivspieler nach acht Spieltagen zu Buche, gegen den 1. FC Nürnberg (1:2) und zuletzt beim 1. FC Köln (0:2). Fraglos nicht die erhoffte reichliche Spielpraxis, die in einem Leihgeschäft ja immer angestrebt wird. Aus Sicht seines Trainers in Ulm gibt es dafür aber Gründe.

Wochenlanger Ausfall zu Saisonbeginn

„Er hat ein paar Wochen gebraucht, um sich an die Intensität zu gewöhnen“, sagt SSV-Chefcoach Thomas Wörle im Gespräch mit unserer Redaktion. Als dieser Prozess auf die Zielgerade einbog, kam ein Rückschlag. „Zum Ende der Vorbereitung ist er immer besser in Fahrt gekommen, dann aber leider krank geworden“, so Wörle. Die Folge: Gut zwei Wochen musste Ulrich aussetzen, anschließend seine Form wieder aufbauen. Ein leidiges Thema, wenngleich für den 19-Jährigen kein völlig neues. Auch in der Vergangenheit beim VfB kränkelte er ab und an, ließ sich im Sommer 2023 schließlich die Mandeln entfernen.

Nun drängt er in Ulm auf Spielzeit – ist damit aber nicht alleine. „Wir haben natürlich auch eine Konkurrenzsituation im Kader und müssen zudem auf eine Mischung aus Jugend und Erfahrung achten, um in dieser Liga konkurrenzfähig zu sein“, sagt Wörle. Im offensiven Mittelfeld, Ulrichs angestammter Position, setzte der Trainer zuletzt auf den Neuzugang von der SpVgg Unterhaching, Maurice Krattenmacher (19), und Dennis Chessa (31). Für Ulrich sei in der jetzigen Situation Beharrlichkeit befragt, betont Thomas Wörle: „Laurin muss gerade geduldig sein. Ich kann mir gut vorstellen, dass er noch einiges an Spielzeit bei uns bekommen wird.“

Laurin Ulrich bei seinem bislang einzigen Bundesliga-Einsatz Ende 2022 in Leverkusen. Foto: Hansjürgen Britsch/Hansjürgen Britsch

Im Grunde ist der Coach nämlich sehr einverstanden mit dem Auftreten des Technikers. „Er ist auf dem Weg, sich den Biss und die Härte einzuverleiben und möchte diese Schritte wirklich gehen. Er ist ein sehr williger Spieler, charakterlich einwandfrei“, sagt Wörle. Und dass Ulrich fußballerisch hochveranlagt ist, stehe für ihn ohnehin außer Frage.

Ulrich war beim VfB vor allem vor zwei Jahren in aller Munde, als er die U 17 als Kapitän bis ins Finale um die deutsche Meisterschaft führte. Der VfB verlängerte seinen Vertrag langfristig bis 2026, mehr als ein Bundesliga-Kurzeinsatz bei Bayer Leverkusen im November 2022 steht aber bislang nicht zu Buche – unter anderem, weil Krankheiten und Verletzungen den Youngster immer wieder ausbremsten. In der Vorsaison hatte er in der Stuttgarter U 21 allerdings maßgeblichen Anteil am Aufstieg in die dritte Liga (drei Tore, zehn Vorlagen). Jetzt will er in Ulm den nächsten Schritt gehen.

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