Leinfelden Brauerei übernimmt den Schwabengarten

Von Götz Schultheiss 

16 Jahre lang haben die Familien Schuck und Hertneck den Schwabengarten geleitet. Jetzt hat der Bierbrauer Dinkelacker-Schwabenbräu den Biergarten mit 1000 Plätzen übernommen. Die neuen Wirte wollen das Konzept weiteführen, aber beim Essen neue Akzente setzen.

Symbolisch übergab Remig A. Schuck (rechts) den Schlüssel an Bernhard Schwarz, Geschäftsführer des  Stuttgarter Bierbrauers Dinkelacker-Schwaben Bräu. Foto: Schwabengarten
Symbolisch übergab Remig A. Schuck (rechts) den Schlüssel an Bernhard Schwarz, Geschäftsführer des Stuttgarter Bierbrauers Dinkelacker-Schwaben Bräu. Foto: Schwabengarten

Leinfelden - Voraussichtlich noch vor Ostern beginnt im Schwabengarten die Freiluft-Saison – allerdings unter neuer Leitung. Vor 16 Jahren haben die Familien von Remig A. Schuck und Andrea Hertneck auf dem ehemaligen Schwabenbräu-Areal in Vaihingen mit dem Biergartenbetrieb begonnen. Daraus wurde nach dem Umzug nach Leinfelden mit etwa 100 000 Besuchern pro Saison einer der beliebtesten Open-Air-Treffpunkte. Vom 1. März an übernimmt die Brauerei Dinkelacker-Schwaben Bräu den Treff mit rund 1000 Plätzen. Auch die neue Pächter sind mit den Brüdern David und Juan Blanco del Rio bereits gefunden.

Wir brauchen dringend eine Auszeit von der Doppelbelastung“, sagt der geschäftsführende Gesellschafter Remig A. Schuck. Neben dem Schwabengarten betreiben die Wirtsleute die Sportanlage Match Center neben dem Erlebnisbad Fildorado in Bonlanden. „Dort haben wir auch sieben Tage in der Woche von 7 bis 24 Uhr geöffnet.

Weg von der Doppelbelastung durch zwei Lokale

„Natürlich rangierte der Schwabengarten an erster Stelle“, sagt Schuck. „Aber beide Betriebe haben uns zu viel Energie abverlangt.“ Die Verlegung des Fußwegs wegen der S-Bahn und der damit verbundene Verlust des Hintereingangs habe zu keinem Verlust an Kundschaft geführt: „Wir haben die Gelegenheit genutzt und beim Umbau unsere Toiletten auf Hotelniveau umgestaltet.“ Das US-Car-Meeting war einst ein Renner im Programm des Schwabengartens. Dass das Ereignis jetzt bei der Landesmesse angesiedelt ist, stört Schuck nicht: „Mit etwa 1000 Autos ist die Veranstaltung einfach zu groß geworden. Wir sind – auch im Sinne der Nachbarschaft – dem Gebot der Vernunft gefolgt und haben das Meeting an die Messe abgegeben.“ Ebenfalls zur Schonung der Nachbarn habe man auch auf Abendveranstaltungen mit Musik verzichtet.

Vorerst wollen sich die Familien Schuck und Hertneck auf das Match Center in Bonlanden konzentrieren: „Dort haben wir auch Gastronomie, bei der man das Terrassengeschäft ausbauen kann. Wir haben jetzt Zeit zum Nachdenken.“ Mit Dinkelacker-Schwaben Bräu habe man in all den Jahren auch ohne Brauereivertrag „eine sehr enge freundschaftliche Basis“ gehabt. „Es ist für die Brauerei jetzt eine sehr schöne Sache, einen Biergarten mit 1000 Plätzen zu übernehmen“, sagt Schuck.

Neues beim Essen, aber im traditionellen Bereich

David und Juan Blanco del Rio freuen sich auf ihre neue Aufgabe. Gegenwärtig betreiben sie in Stuttgart das Classic Rock Café und das „Deli-Food-bar-Music“. „Wir wollen den Schwabengarten als klassischen Biergarten weiterführen. Am Essen werden wir aber neue Akzente setzen, aber alle im traditionellen Bereich. Sushi bieten wir nicht an“, sagt David Blanco del Rio. Auch beim Programm, zu dem die legendären Public Viewings oder die Almrauschpartys mit Trachten-Dresscode gehören, wolle man weitermachen wie bisher. „Das Traktortreffen zum Krautfest ist auch schon ein fixer Termin. Alles Weitere erfahren wir am Freitag bei einem Treffen mit den bisherigen Leitern“, sagt David Blanco del Rio.