Leinfelden-Echterdingen Die Kälte bremst Warmbader aus

Von Natalie Kanter 

Wer im Leinfeldener Gartenhallenbad seine Bahnen zieht, muss auch dienstags mit bis zu 27 Grad kühlem Nass vorliebnehmen. Gründe dafür sind die aktuell tiefen Außentemperaturen, aber auch die veraltete Technik.

Bis die Temperaturen draußen wieder steigen, müssen die Schwimmer im Leinfeldener Gartenhallenbad auf einen Warmbadetag verzichten. Foto: Archiv N.  Kanter
Bis die Temperaturen draußen wieder steigen, müssen die Schwimmer im Leinfeldener Gartenhallenbad auf einen Warmbadetag verzichten. Foto: Archiv N. Kanter

Leinfelden-Echterdingen - Dienstags bleibt das Wasser im Bädle bis auf Weiteres kühl: Schwimmer müssen auf den gewohnten Warmbadetag im Leinfeldener Gartenhallenbad verzichten. Bisher konnten sie einmal in der Woche in bis zu 31 Grad warmem Wasser baden; nun müssen sie auch an diesem Tag mit 26 oder 27 Grad kühlem Nass vorliebnehmen.

„Das hängt mit der aktuellen Kälte zusammen“, sagte Bürgermeister Carl-Gustav Kalbfell am Dienstagabend am Rande des Verwaltungs-, Kultur- und Sozialausschusses. Die veraltete Technik des Bades schaffe es bei diesen tiefen Außentemperaturen nicht, die zusätzlichen Grade für den Warmbadetag zu erzielen. Unserer Zeitung sagte er: „Die Wärme für das gesamte Hallenbad kommt aus dem Blockheizkraftwerk.“ Zunächst wird mit dieser Energie die Heizung befeuert. Auch die derzeit sehr kalte Luft, die für die Lüftung der Halle, ständig von außen angesogen werden muss, damit das Chlor nicht in den Augen der Besucher des Schwimmbades brennt, muss zunächst erwärmt werden. Momentan werde also bereits im ersten Schaltkreis zu viel Wärme abgegriffen, als dass die Pumpen das Wasser im Becken noch auf bis zu 31 Grad erwärmen könnten. Am Eintrittspreis ändert sich dadurch nichts. Denn L.-E. erhebt keinen Zuschlag für den Warmbadetag.

Das Bad ist sanierungsbedürftig

Zum Hintergrund: Das Bad ist stark sanierungsbedürftig. Es wurde vor mehr als 50 Jahren gebaut. Die marode Technik kann jederzeit ausfallen. Im Juli 2016 wurden zwar die Eintrittspreise erhöht. Saniert werden soll das Bad jedoch derzeit nicht. Die Investition fiel vor einigen Jahren bei einer Klausurtagung dem Rotstift zum Opfer. Auch im laufenden Jahr ist kein Geld für das Hallenbad eingeplant. Erst von 2020 an ist ein Invest von insgesamt rund 20 Millionen Euro vorgesehen.

Das will die SPD-Fraktion ändern. Sie hatte darauf gedrängt, dass das Thema Anfang dieses Jahres wieder auf die Tagesordnung der politischen Gremien kommt. Auch die L.E. Bürger/FDP-Fraktion hatte einen ähnlichen Antrag gestellt.

Immer wieder soll im Bad die Heizung ausfallen, es kein warmes Wasser geben. Im vergangenen Jahr war auch die Sauna bereits wegen eines technischen Defekts gesperrt. Kalbfell sagte am Dienstagabend: „Die Einschläge kommen näher.“

Stadträtin hat sich geärgert

Barbara Sinner-Bartels (SPD) hatte am Dienstagabend das Thema angesprochen. Sie wollte wissen: „Was ist da passiert?“ Die Sozialdemokratin hatte sich auch über die Informationspolitik der Verwaltung geärgert. Denn auch als Stadträtin musste sie diese Nachricht aus der Zeitung erfahren. „Es gibt da so ein paar Kommunikationsmittel“, sagte sie in Richtung Bürgermeister. Und fügte scherzhaft an: „Beispielsweise Brieftauben“. Zum Verständnis: Am Dienstag hatte unsere Zeitung bereits eine kleine Meldung zum Wegfall des Warmbadetag veröffentlicht.

Die Verwaltungsspitze hat bereits versprochen, den zuständigen Fachausschuss zu informieren und eine Sitzungsvorlage zu erstellen. „Das dürfen wir nicht aus den Augen verlieren“, erklärte Sinner-Bartels. „Den Ball haben wir aufgegriffen“, erklärte Kalbfell in der Sitzung. Unserer Zeitung sagte er: „Wir arbeiten an einem Sanierungskonzept.“ Das Gespräch mit Badexperten und Planern wurde gesucht. Der Gemeinderat könne aber nicht vor dem Frühjahr dazu informiert werden.




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