Leinfelden-Echterdingen Diskussion um neue Grundschule beginnt

Von Natalie Kanter 

Gibt es künftig eine Grundschule mehr in Leinfelden-Echterdingen? Laut Baubürgermeisterin Eva Noller ist diese Frage noch völlig offen. Sie pocht bei diesem Thema auch auf die Wirtschaftlichkeit.

In Leinfelden-Echterdingen fehlt es laut einer Hochrechnung bis 2030 an 18 Klassenräumen. Foto: dpa
In Leinfelden-Echterdingen fehlt es laut einer Hochrechnung bis 2030 an 18 Klassenräumen. Foto: dpa

Leinfelden-Echterdingen - Braucht Leinfelden-Echterdingen eine weitere Grundschule? Und wenn ja, wo? Diese Fragen werden die Stadträte von L.-E. zeitnah zu beantworten haben. Das hat die Fraktionsgemeinschaft L.E. Bürger/FDP mit einem Vorstoß bewirkt. Zunächst wird sich der Sozialausschuss und dann der Technische Ausschuss damit beschäftigten. Erst soll es um pädagogische Inhalte gehen, dann soll die Standortfrage geklärt werden. Auf diese Reihenfolge haben sich die Mandatsträger am Dienstag im Gemeinderat auf Antrag der SPD-Fraktion verständigt. Alles andere ist bei diesem Thema offen.

Fest steht zwar, dass die Kinderzahlen in L.-E. weiter ansteigen werden. Das hat eine Prognose gezeigt. „Die beiden Echterdinger Grundschulen werden bald zu klein sein“, sagt Bürgermeisterin Eva Noller. Die Verwaltung habe eine Erweiterung der Zeppelinschule grob geprüft. Das Ergebnis: „Das ist nur mit großen Kompromissen möglich“, sagt Noller. Bei der Goldwiesenschule sehe es ähnlich aus.

Den Schulen gehen die Räume aus

Bereits in der Klausurtagung Ende Februar wurde deutlich, dass den Schulen die Räume ausgehen. 18 Klassenräume, so eine Hochrechnung, fehlen stadtweit bis 2030. Die L.E. Bürger/FDP fordern deshalb einen neuen Schulstandort. Auch die meisten anderen Fraktionen können sich dies vorstellen. Im Gespräch ist dem Vernehmen nach dafür auch weiterhin das Renault-Gelände.

Nollers Haltung sieht etwas anders aus. „Wenn wir eine neue Schule bauen – dann als Ersatz für eine bestehende“, sagt sie. Will heißen eine neue, größere Bildungseinrichtung wird erstellt, dafür muss eine existierende Schule aufgegeben oder anderweitig genutzt werden. Vielleicht müsse auch ein Neubau an einem bestehenden Standort geschaffen werden. Und: „Es muss wirtschaftlich sein“, sagt sie.

Schulbürgermeister Carl-Gustav Kalbfell spricht von einem „wichtigen Thema“. Er sagt „der Bedarf ist da“, allerdings gelte es einige größere Problemfelder zu lösen. Unter anderem habe das Hochbauamt bereits viele andere Aufgaben zu leisten.

Es muss ein öffentliches Bedürfnis geben

SPD-Fraktionschef Erich Klauser stellte im Gemeinderat fest, dass geklärt werden muss, ob L.-E. überhaupt eine weitere Grundschule genehmigt bekommt. „Für einen neuen Grundschulstandort muss es ein öffentliches Bedürfnis geben“, sagt dazu Corina Schimitzek, Leiterin des zuständigen Staatlichen Schulamtes Nürtingen. Dieses Bedürfnis liege vor, wenn die bestehenden Schulen überfüllt sind. Auch wenn ein neuer Stadtteil entsteht, könne eine neue Schule Sinn ergeben.