Psychotherapeutin Anna Schreiber wird Ende September in Echterdingen über die Folgen von Prostitution sprechen. Sie war selbst zwei Jahre lang Prostituierte.
Ein Ersatztermin ist gefunden: Anna Schreiber wird am Freitag, 25. September von 19 Uhr an in der Echterdinger Zehntscheuer darüber sprechen, was in Menschen vorgeht, die in der Prostitution tätig sind oder waren. Die Psychotherapeutin war in den 1980er-Jahren selbst zwei Jahre lang Prostituierte. Im Mittelpunkt ihres Vortrags steht das Abspalten von Gefühlen – als Ursache, Begleiterscheinung und Folge der Prostitution sowie die Frage, wie freiwillig Prostitution tatsächlich ist.
Ihr Vortrag war eigentlich für April geplant. Der Arbeitskreis Prostitution Leinfelden-Echterdingen musste ihn dann aber kurzfristig absagen, weil Anna Schreiber erkrankt war. Ex-Kripochef Gerd Stiefel ist an jenem Abend spontan eingesprungen. Er war 42 Jahre lang Polizist. Menschenhandel und Zwangsprostitution gehörten zu seinem Berufsalltag. Über die Realität von Prostituierten hat er im Leinfelder Haus berichtet und dabei auch aus seinem Kriminalroman „Die verlorenen Seelen vom Bodensee“ gelesen.
Leinfelden-Echterdingen: Über die Realität von Prostitution informieren
Der Roman handelt von Lacrima – einer jungen Frau, die aus einem kleinen Dorf in Rumänien stammt – und ihrem kleinen Sohn Adrian. Die beiden werden ermordet in einem Boot im Überlinger See gefunden. Karl Grimm und sein Ermittlungsteam versuchen herauszufinden, warum sie sterben mussten. Die Ermittlungen führen die Polizei in das Züricher Rotlichtmilieu und in den Dunstkreis der rumänischen Mafia.
Das Buch kann nun in der Stadtbücherei ausgeliehen werden. Regina Golke und Erich Klauser vom Arbeitskreis Prostitution Leinfelden-Echterdingen haben es dem Bücherei-Team gespendet. Der Arbeitskreis möchte über die Realität von Sexarbeit informieren. Er hatte dazu in diesem Frühjahr erneut verschiedene Veranstaltungen angeboten und hatte eine informative Ausstellung ins Leinfelder Haus geholt.