Leinfelden-Echterdingen Freie aktive Schule will neu bauen

Von Thomas Krämer 

Die alte Turnhalle an der Jahnstraße in Stetten macht eventuell Platz für einen Neubau der Freien aktiven Schule auf den Fildern. Die Sportvereinigung hat dem Verkauf grundsätzlich zugestimmt, nun sind die Verhandlungen angelaufen.

Wo derzeit noch die alte Turnhalle der Sportvereinigung steht, soll bald die Freie aktive Schule  neu gebaut werden Foto: Thomas Krämer
Wo derzeit noch die alte Turnhalle der Sportvereinigung steht, soll bald die Freie aktive Schule neu gebaut werden Foto: Thomas Krämer

Stetten - Noch gehen die Kinder der Freien aktiven Schule auf den Fildern jeden Tag in ihre Räume in einer ehemaligen Glaserei an der Schönbuchstraße in Leinfelden. Doch das soll sich von Ende 2018 an ändern. Denn dann könnte das neue Schulhaus an der Ecke Jahnstraße und Gräbleswiesenweg in Stetten eröffnet werden. So zumindest sieht es die aktuelle Planung vor.

„Wir sind mit momentan 43 Kindern am Anschlag“, sagt Frank Baum vom Vorstand des Vereins. Die zurzeit angemieteten Räume seien kein nachhaltiger Standort, ergänzt er. Deshalb habe man die Augen für eine andere Lösung offengehalten und stehe seit rund zwei Jahren mit der Sportvereinigung Stetten in Kontakt. Der gehört nämlich das Grundstück an der Ecke Jahnstraße und Gräbleswiesenweg, auf dem sich eine Gaststätte und eine alte Turnhalle befinden. Die wird jedoch seit 1974 nicht mehr für den Sport genutzt und dient zurzeit als Lagerraum.

Es geht noch um einige Details

Die Sportvereinigung habe dem Verkauf von knapp der Hälfte des 2000 Quadratmeter großen Grundstücks an die Freie aktive Schule Ende vergangener Woche grundsätzlich zugestimmt, wie Rolf Wurster bestätigt. „Jetzt laufen die Verhandlungen zwischen unserem Verein und der Schule“, sagt der Vorsitzende. Er sei jedoch optimistisch, dass man sich einige. „Es geht jetzt nur noch um Details“, ergänzt er.

Auch der Trägerverein Freie aktive Schule auf den Fildern habe den Kaufverhandlungen bei einer außerordentlichen Sitzung am Montagabend zugestimmt, wie Baum sagt. Man freue sich nun auf die Chance, ein neues Gebäude zu bauen, das den eigenen Bedürfnissen und der Pädagogik entspreche.

Denn der Unterrichtsansatz der Freien aktiven Schule unterscheidet sich erheblich von dem an staatlichen Schulen. Noten oder Bewertungen gibt es keine, allerdings kann der Haupt- und der Realschulabschluss abgelegt werden. Statt Klassenräumen gibt es Kursräume und Bewegungsräume, was gelernt wird, wie und mit wem entscheiden die Kinder und Jugendlichen selbst. „Wichtig ist, die Schüler selbst bestimmen zu lassen“, schildert Baum das Konzept. Auch bei den Rahmenbedingungen könnten die Schüler mitbestimmen – zum Beispiel über die Einstellung eines Lehrers und eben jetzt über den Bau eines neuen Schulhauses. „Wir sind eben eine demokratische Schule“, sagt das Vorstandsmitglied.

Künftig könnten bis zu 60 Kinder die Schule besuchen

Und genau von diesem erhofften neuen Schulgebäude verspricht sich der Verein eine deutliche Verbesserung beim Lernen. Zwei Stockwerke stehen dann zur Verfügung. Dadurch könnten bis zu 60 Kinder die Schule besuchen. Das zumindest ist das Ziel des Vereins, das nach und nach erreicht werden soll.

„Statt zurzeit 100 Quadratmetern Garten stehen uns neben dem Neubau 300 Quadratmeter Außengelände zur Verfügung“, sagt Baum. Zudem könne die Festwiese genutzt werden, und auch der Wald sei nicht weit. Auch das Theater unter den Kuppeln sei an einer Kooperation mit der Freien aktiven Schule interessiert und an der benachbarten Lindachschule könnten die Fachräume genutzt werden, sieht Baum eine ganze Reihe von Synergieeffekten.

Bei der jüngsten Sitzung des Technischen Ausschusses war das Konzept für den Neubau bereits durch Erno Tabbert vom Musberger Büro Steim Architekten vorgestellt worden. Vorausgesetzt, die Sportvereinigung und der Verein der Freien aktiven Schule werden sich einig und die erforderliche Baugenehmigung wird erteilt, könnte im September mit dem Abriss der alten Turnhalle begonnen werden.

Durch eine Brandschutzmauer zur Gaststätte abgegrenzt

Der Neubau würde für eine zweijährige Übergangszeit durch eine Brandschutzmauer zur Gaststätte abgegrenzt. Das Restaurant wird bestehen bleiben. Allerdings soll 2020 – wenn der Pachtvertrag mit dem Betreiber des Restaurants ausläuft – das bisherige Satteldach durch ein Flachdach ersetzt werden, so dass ein einheitliches zweigeschossiges Gebäude an der Kreuzung entsteht.

Seitens der Stadtverwaltung von Leinfelden-Echterdingen begrüßt man den Neubau. „Wir wünschen dem Projekt alles Gute“, sagte Oberbürgermeister Roland Klenk. Und auch die Stadträte äußerten ihr Wohlwollen. Als „belebendes Element“ bezeichnete Wolfgang Haug (FDP) die Freie aktive Schule und für SPD-Fraktionschef Erich Klauser ist es ein „Wert, dass wir die Schule in der Stadt halten können“. Nach Ansicht von Walter Vohl (Freie Wähler) ist der Standort ideal für eine Schule. Er erhofft sich Synergieeffekte mit der benachbarten Lindachschule. Allerdings hat er Angst vor der zweijährigen Übergangszeit mit der Brandschutzmauer. „Das kostet nicht nur Geld“, so Vohl, „sondern sieht auch nicht schön aus“.




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