Leinfelden-Echterdingen Kommt eine zweite Ganztagsschule für Grundschüler?
In Leinfelden-Echterdingen werden Grundschüler an sechs Schulen unterrichtet. Nur eine bietet auch nachmittags Unterricht an. Ändert sich das bald?
In Leinfelden-Echterdingen werden Grundschüler an sechs Schulen unterrichtet. Nur eine bietet auch nachmittags Unterricht an. Ändert sich das bald?
Sechs Grundschulen gibt es in Leinfelden-Echterdingen. Exakt 1485 Mädchen und Jungs lernen dort Lesen, Schreiben und Rechnen. Allerdings nur an der Echterdinger Zeppelinschule, die gerade umgebaut wird, werden Mädchen und Jungs auch nachmittags unterrichtet. Hier haben die Eltern die Wahl, ob sie ihr Kind für den Ganztag, der dann aber auch eine Schulpflicht bis nachmittags 16 Uhr bedeutet, anmelden wollen, oder eben nicht. An anderen Grundschulen wird zwar nachmittags auch eine Betreuung der Schülerinnnen und Schüler angeboten, aber eben kein Schulunterricht.
Ginge es nach der Grünen-Fraktion würde die Stadtverwaltung das Kollegium weiterer Grundschulen an die Hand nehmen, um sie auf den Weg zur Ganztagsschule zu begleiten. Fraktionschef David Armbruster spricht sich dafür aus, auch in Leinfelden eine Ganztagsschule für Grundschüler zu schaffen. Für ihn ist das eine Frage der Gerechtigkeit und auch der Qualität. Denn die Nachmittagsbetreuung durch Lehrkräfte sei qualitativ hochwertiger, als in der Schulkindbetreuung.
Unterstützung bekommt Armbruster hier von der SPD-Fraktion. „Unsere Gesellschaft braucht gerade bei der Bildung Chancengleichheit für alle Kinder“, sagt Barbara Sinner-Bartels. Deutschland habe keine Rohstoffe. Der einzige Rohstoff sei das, was die Kinder in ihren Köpfen haben. Auch die Fraktionsgemeinschaft L.E. Bürger/DiB würde eine weitere Ganztagsschule für Grundschüler in der Stadt befürworten. Allerdings sei dies aufgrund der aktuellen Finanzlage der Stadt schwierig, wie Stadträtin Sabine Onayli betont.
„Eine Ganztagsschule gibt es nicht zum Nulltarif für die Stadt“, sagt Bürgermeister Carl-Gustav Kalbfell. Wobei David Armbruster hier entgegnet: „Bei einer gebundenen Ganztagsschule und einer Schulpflicht für alle bis 16 Uhr übernimmt das Land ganz viel der Kosten.“ Ingrid Krebs, die Leiterin des Amtes für Jugend, Schule und Vereine betont: „Leinfelden-Echterdingen würde eine zweite Ganztagsschule für Grundschüler gut zu Gesicht stehen.“ Allerdings brauche dies einen Vorlauf von mindestens drei Jahren.
Während an einer Ganztagsschule für den Nachmittagsunterricht keine Gebühren anfallen, müssen Eltern die Nachmittagsbetreuung für ihre Kinder an Halbtagsschulen bezahlen. Um einen Platz in der sogenannten Schulkindbetreuung für das kommende Schuljahr zu ergattern, mussten Familien in Leinfelden-Echterdingen ihre Kinder bis zum 15. März vormerken lassen.
„An den meisten Grundschulen können die angemeldeten Kinder unmittelbar aufgenommen werden“, hat die Stadt nun verkündet. An der Ludwig-Uhland-Schule in Leinfelden gibt es allerdings eine Warteliste. Dort konnte 20 Kindern bisher kein Platz angeboten werden.