Leinfelden-Echterdingen Mehr Gebäude, weniger Flughafenparker

Von Natalie Kanter 

Urlauber nutzen seit Jahren eine Brachfläche im Echterdinger Ortskern als Abstellfläche für ihre Autos. Das könnte künftig schwierig werden. Denn die Stadt will an dieser Stelle nun etwas ändern.

Noch ist diese Brachfläche in Echterdingen ein gern genutzter Parkplatz für Flugreisende. Foto: Natalie Kanter
Noch ist diese Brachfläche in Echterdingen ein gern genutzter Parkplatz für Flugreisende. Foto: Natalie Kanter

Echterdingen - Dieser Zustand ist Baubürgermeisterin Eva Noller schon lange ein Dorn im Auge: Fluggäste stellen an der Ecke Haupt- und Zwinkenstraße und damit nur wenige Schritte vom Echterdinger Zeppelinplatz entfernt ihr Auto – teilweise für Wochen – auf einen Parkplatz ab. Die Fahrer der Wagen kommen aus Rottweil oder aus Villingen-Schwenningen. Sie wohnen eigentlich in Ludwigsburg, Germersheim oder sogar in Polen. Mit einem Shuttle werden sie vom Echterdinger Parkplatz zum Terminal gefahren und genießen im Anschluss vermutlich ihren Jahresurlaub.

Zwei unschöne Zahnlücken

Auch jetzt spricht die Bürgermeisterin gegenüber unserer Zeitung von einer „unschönen Zahnlücke“ nahe des Echterdinger Ortszentrums. „Das ist nicht gut für den Einzelhandel“, sagt sie. Und: „An einer so zentralen Stelle muss eine Bebauung hin.“ Im Technischen Ausschuss hatte sie sich für „mehr Gebäude und weniger geparkte Autos“ ausgesprochen. Das Problem: Die Brachfläche an der Echterdinger Hauptstraße gehört nicht der Stadt.

Die Eigentümer wollten das Gelände bisher nicht an die Kommune verkaufen. Mitarbeiter der Stadtverwaltung haben bereits mehrere Gespräche in dieser Angelegenheit geführt. Doch die Bemühungen liefen bisher ins Leere. Das freie Gelände hat der Betreiber eines Park- und Flughafen-Services unter seinen Fittichen. Und die Eigentümer sind dem Vernehmen nach offenbar sehr zufrieden mit dem, was sie auf diese Weise erwirtschaften.

Stadt wird das Baurecht ändern

Nun aber will die Stadtverwaltung das Baurecht in diesem Eck des Ortes ändern und hat sich dafür bereits grünes Licht vom Gemeinderat geholt. Einstimmig wurde vor den Herbstferien der Aufstellungsbeschluss gefasst, im kommenden Jahr soll der Satzungsbeschluss folgen, wie Baubürgermeisterin Noller unserer Zeitung sagt. Geht auch dieser durch, kann die Kommune den Betreibern des Park- und Flughafen-Services zumindest nach einer Genehmigung für seinen Geschäftszweig fragen.

Eine „Verhinderungsplanung“ sei das laut Noller nicht. „Das B-Plan-Verfahren war so oder so notwendig“, sagt sie. Denn auf der anderen Seite der Hauptstraße – zwischen dem Gasthaus Waldhorn und der Parkgarage von Rewe – klafft eine weitere „Zahnlücke“, die nun gefüllt werden soll.

Im Flecken wurde dieses Areal lange Zeit auch als ein „Schwimmbad“ bezeichnet. Denn dort hatte sich jede Menge Wasser angesammelt. Auf diesem Gelände, das mittlerweile aufgefüllt ist, soll nun ein Gebäude für Gewerbe und Wohnen errichtet werden, wie die Bürgermeisterin sagt. Konkrete Pläne dafür gibt es, allerdings muss auch hierfür das Baurecht geändert werden. Denn der Eigentümer will bis zur Grundstücksgrenze bauen.

Da hat es sich laut der Baubürgermeisterin Noller angeboten, die andere Zahnlücke auf der gegenüberliegenden Straßenseite mitzudenken – also an die bisher von Flughafenparkern genutzte Fläche. Die Grenzen des geplanten Bebauungsplans Waldhornstraße wurde über die Hauptstraße hinweggezogen. Dazu gehört nun das freie Gelände, auf dem heute viele Autos mit fremden Kennzeichen parken.