Leinfelden-Echterdingen Mit dem Rider zwei Mal zum Mond und zurück
Das flexible Busangebot VVS Rider wird in Leinfelden-Echterdingen gut angenommen. Das Fahrzeug ist ausgelastet.
Das flexible Busangebot VVS Rider wird in Leinfelden-Echterdingen gut angenommen. Das Fahrzeug ist ausgelastet.
Der Verkehrs- und Tarifverbund Stuttgart (VVS) hat sein Leistungsangebot zusammengezählt, das er mit seinem VVS-Rider-Busangebot seit Mai 2023 erbracht hat: Auf stolze 1,5 Millionen Kilometer ist man da gekommen bei insgesamt 150.000 Fahrten. Das entspricht der Entfernung zwei Mal zum Mond und zurück zur Erde.
Der VVS Rider ist das flexible Busangebot, das vor allem dort beginnt, wo der reguläre Linienbetrieb etwas dünner wird. Da fahren diese Extrabusse dann nicht nach Fahrplan oder nach einem festgefügten Streckenplan, sondern flexibel nach Nachfrage durch einzelne Fahrgäste.
Leinfelden-Echterdingen ist ein klassisches Gebiet für dieses Angebot: „Je nach Jahreszeit sind zwischen 650 und 750 Fahrgäste pro Monat hier mit dem Rider unterwegs“, erklärt der VVS-Sprecher Niklas Hetfleisch: „Und aktuell sind wir da seit dem 23. Mai mit einem Fahrzeug unterwegs. Die aktuelle Auslastung entspricht in etwa dem, was mit dem vorhandenen Fahrzeug erbracht werden kann.“
Eine Art inoffizielle Linienführung konnte bisher auch nicht ausgemacht werden durch Leinfelden-Echterdingen, so Hetfleisch: „Naheliegenderweise bündeln sich die Anfragen an den Bahnhöfen in Leinfelden und in Echterdingen, doch dann verteilen sich die Fahrten in die verschiedensten Richtungen.“ So gibt es ja auch keinerlei Beschilderung oder fixe Namensnennungen von Haltepunkten. Je nach Örtlichkeit handelt es sich um Kreuzungen, markante Abzweigungen, Ladengeschäfte, Sehenswürdigkeiten oder andere lokale Merkmale, an denen der Rider verabredungsgemäß hält. Reguläre Haltestellen gibt es da ja eher nicht mehr, Haustürabholung bleibt eine Sache der Taxis.
Allzu lange warten wollen die Leute nicht: Etwa 13 Minuten daure es, bis ein Fahrzeug nach einer Buchung bis zum sofortigen Start komme, wurde beim VVS ausgerechnet. Etwa 95 Meter haben die meisten zu Fuß zurückgelegt auf dem Weg zum Abfahrtsort, etliche benötigten nicht einmal 80 Meter. Und im Schnitt nach zwölf Minuten wurden die angestrebten Ziele erreicht nach etwa 7,5 Kilometern.
Das ist ein Angebot, das optimal genutzt werden kann von allen, die gut umgehen können mit Handy und mit Apps. Deshalb sind auch schon mehr als 53.000 Nutzer registriert bei der Rider-App. Aber auch jene, die da nicht so souverän sind, kommen nicht zu kurz: „Es gibt die Telefonnummer 0711 9952 1077, unter der die Registrierung und Buchung auch für nicht-technikaffine Menschen gut machbar ist“, so Hetfleisch: „In Leinfelden-Echterdingen haben wir auch Vorort-Termine für Senioren angeboten, um das Angebot greifbarer und zugänglicher zu gestalten.“
Um auf Nummer sicher zu gehen, kann das Fahrzeug übrigens auch schon bis zu sieben Tage im Voraus gebucht werden. Tariflich ist es dann vollständig in das VVS-System integriert, es gilt in Leinfelden-Echterdingen aber auch das Städteticket. Wie diese Möglichkeit noch genutzt wird, diese Auswertung steht noch aus. Das gilt auch für weitere Pläne der Ausweitung des Rider-Angebots: „Das wäre in Leinfelden-Echterdingen nur mit einer Ausweitung der Flotte möglich, was wiederum mit Zusatzkosten verbunden wäre“, so Hetfleisch: „Und das wäre wiederum nur im Zusammenspiel mit den Planungen im Busverkehr im Hinblick auf die aktuelle finanzielle Lage realisierbar.“
Das gilt natürlich auch bei einer möglichen Ausweitung des Angebots auf Filderstadt, wobei hier natürlich erst mal die Grundlagen geschafft werden müssten für das Nahverkehrsangebot, das es in Leinfelden-Echterdingen bereits gibt. Denn vor allem im Landkreis Esslingen wird das Angebot sehr gut angenommen. Fest verankert ist dort das Rider-Angebot bereits am Albtrauf in den Umlandgemeinden von Kirchheim/Teck, von Wendlingen und von Wernau, im Sommer kommt das Würmtal hinzu.