Leinfelden-Echterdingen Moschee: Die Stadt holt den Baugrund zurück

Von Natalie Kanter 

Der muslimischen Verein für Kultur, Bildung und Integration muss den Baugrund für seine Moschee zurück an die Stadt geben. Fraglich ist damit auch, ob in Oberaichen tatsächlich das umstrittene Schülerwohnheim für Kinder muslimischen Glaubens gebaut wird.

In Sachen Moschee auf den Fildern ist eine Entscheidung  gefallen. Foto: Günter E. Bergmann - Photograph
In Sachen Moschee auf den Fildern ist eine Entscheidung gefallen. Foto: Günter E. Bergmann - Photograph

L-E. - Nun also ist in Sachen Moschee auf den Fildern die Entscheidung gefallen: Am Dienstagabend haben sich die Kommunalpolitiker von Leinfelden-Echterdingen hinter verschlossenen Türen mehrheitlich für den Wiederkauf des Grundstückes an der Oberaichener Wilhelm-Haas-Straße ausgesprochen. Das Abstimmungsergebnis fiel mit 16 Ja-Stimmen und zehn Nein-Stimmen nicht wirklich knapp aus. Wenn auch die Stadträte zuvor gemeinsam mit dem Anwalt der Stadt eineinhalb Stunden lang Argumente dafür und dagegen ausgetauscht haben sollen.

Für den Wiederkauf stimmten dem Vernehmen nach die CDU-Fraktion, die Freien Wähler, und ein Großteil der L.E. Bürger/FDP-Fraktionsgemeinschaft. Die Sozialdemokraten, die Grünen und die Freunde der Filderpiraten stimmten dagegen.

Möglicherweise ein Dauerthema

Die Kommune kann nun das zunächst in Erbpacht überlassene Grundstück vom muslimischen Verein für Kultur, Bildung und Integration (VKBI) zurückholen. Der Verein muss also den Baugrund zurück an die Stadt geben. Die Stadt ist verpflichtet, den bereits überwiesenen Kaufpreis von 883 400 Euro zurück an den Verein zu überweisen. Der zweite Abschnitt des Bauprojektes – und damit auch die Frage, ob in Oberaichen tatsächlich das umstrittene Schülerwohnheim für Kinder muslimischen Glaubens gebaut wird – soll neu verhandelt werden. Soweit die Theorie.

Doch so einfach wird es wohl nicht werden. Vielmehr könnte sich nun auch eine gerichtlichen Auseinandersetzung anschließen. Auch das soll am Dienstagabend besprochen worden sein. Und solch eine Auseinandersetzung könnte bis zu eineinhalb Jahren dauern, heißt es aus gut informierten Kreisen. Das wiederum würde bedeuten, dass sich die Stadt mit dem Bauprojekt noch Jahre lang beschäftigen wird.




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