Leinfelden-Echterdingen Parkplatz für Fluggäste steht in der Kritik

Von Caroline Holowiecki 

Eine Brachfläche an der Hauptstraße in Echterdingen (Landkreis Esslingen) wird seit Jahren von einem Shuttleservice als Abstellfläche für Autos von Reisenden genutzt. Urlauber freut das, im Rathaus sieht man diese Art von Nutzung allerdings gar nicht gern.

Wer vom Flughafen aus in den Urlaub startet, der muss zunächst sein Auto irgendwo parken. Shuttleservices sind da eine Möglichkeit. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko
Wer vom Flughafen aus in den Urlaub startet, der muss zunächst sein Auto irgendwo parken. Shuttleservices sind da eine Möglichkeit. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko

Echterdingen - Stellplätze für Autos sind in diesen Gefilden ein rares Gut. Doch über den großen Parkplatz an der Ecke Haupt- und Zwinkenstraße in Echterdingen freuen sich nicht alle. Die Fahrer der Wagen, die dort stehen, sind allesamt auswärtige. Aus Rastatt, Ludwigsburg, Pforzheim, Ulm, Dillingen oder Germersheim kommen sie, und aktuell genießen diese Leute wohl ihren Urlaub. Das freie Gelände hat ein Betreiber eines Park- und Flughafen-Services unter seinen Fittichen. Die Kunden stellen ihre Autos ab und werden mit einem Shuttle zum Terminal gefahren. Eine praktische Sache.

Im Rathaus sieht man das jedoch anders. Eva Noller, die Erste Bürgermeisterin, ist grundsätzlich über Areale wie diese „nicht glücklich“, wie sie betont. „Dieses Grundstück gehört bebaut“, stellt sie klar. Eine derartige Lücke, und dann noch an prominenter Stelle in der Stadtmitte, sei „nicht schön“, und auch einen Flughafen-Service, wie es ihn beispielsweise bis vor Kurzem auch auf dem Brixner-Areal gab, „sehen wir nicht gern, weil es Verkehre gibt, die wir nicht wollen“, sagt Noller. „Die Stadt wird belastet, ohne dass sie etwas davon hat.“ Verbieten könne man das unliebsame Gewerbe indes nicht. Eine entsprechende baurechtliche und stadtplanerische Satzung gebe es in der Stadt nicht. „Man könnte das steuern, aber das ist relativ aufwendig“, sagt Eva Noller.

Shuttle-Autos sind dem Anwohner ein Dorn im Auge

Auch von anderer Seite setzt es Kritik. Laut dem Echterdinger Anwohner Rainer Bürkle stehen die Transporter, die Fluggäste und deren Gepäck befördern, mitunter auf dem Gehweg der Zwinkenstraße. Passanten, auch Kinder, die hier den Schulweg nutzen, müssten daher auf die Straße treten. Rainer Bürkle stört das, und seine Verwandten auch, wie er sagt. Der Anwohner wünscht sich, „dass diese Gefährdung aufhört“. Er erinnert sich noch gut an die Gewerbeflächen und Wohnungen, die vor einigen Jahren der Brache Platz machten, und ebenso erinnert er sich daran, dass für Einfahrende in die Zwinkenstraße ehemals rechts ein Halteverbot galt, „das Schild ist nicht mehr da“, sagt Bürkle. In der Konsequenz gehe es häufig nicht mehr nach vorn und nach hinten, wenn Fahrzeuge anhielten.

Der Betreiber dieses und zwei weiterer Airport-Parkplätze in L.-E. und Stuttgart reagiert auf die Anfrage unserer Zeitung verblüfft. „Es gab in der Vergangenheit – seit mehr als zehn Jahren – keine Probleme mit Anwohnern, Passanten oder dem Ordnungsamt“, betont er, die Vorwürfe „entbehren jeglicher Grundlage“. Das Shuttle-Fahrzeug halte stets auf den angemieteten oder zulässigen öffentlichen Flächen. Gerd Maier, der Leiter des Ordnungsamtes, bestätigt diese Version. Laut dem Vollzugsdienst sei die Ecke unauffällig. Zumal: An der Straße kurz zu halten, sei durchaus erlaubt.

Besteht eine Verletzungsgefahr?

Ein anderer Punkt ist indes unstrittig. Ringsherum liegt massig Bauschutt in wucherndem Unkraut. Große Brocken, teils gespickt mit Metallteilen und scharfkantigen Fliesen, säumen das Grundstück, zackige Mauerreste stehen unmittelbar am Gehweg. Ein rostiges Rohr ragt einige Zentimeter aus dem Boden. Alles in allem sieht es recht schlampig aus, und gerade weil es so ausschaut, werfen manche Menschen ihren Müll offenbar zusätzlich hin.

„Das ist so geblieben, wie es abgebrochen wurde“, moniert Bürkle. Er sieht hohes Verletzungspotenzial. Den Zustand habe er der Stadt gemeldet – passiert sei nichts. „Kann man den Eigentümer nicht verpflichten?“, fragt er. Für unsere Zeitung greifbar ist der Grundstücksbesitzer nicht, die Verwaltung jedoch werde sich die Angelegenheit anschauen und Gespräche führen, verspricht Eva Noller. Beschwerden über das Aussehen des Geländes habe es im Rathaus tatsächlich schon gegeben, wenn auch vor Jahren.