Leinfelden-Echterdingen Staus wegen Fällarbeiten – „Die Bäume haben ihr biologisches Alter erreicht“
Noch voraussichtlich bis zum 14. März ist die L 1208 zwischen Echterdingen und Siebenmühlental in beiden Richtungen wegen Baumfällarbeiten gesperrt.
Noch voraussichtlich bis zum 14. März ist die L 1208 zwischen Echterdingen und Siebenmühlental in beiden Richtungen wegen Baumfällarbeiten gesperrt.
All jene, die es gewohnt sind, auf ihrem Weg zwischen Echterdingen und dem Siebenmühlental die L 1208 zu nutzen, müssen sich noch eine ganze Weile in Geduld üben. Denn diese Straße ist derzeit gesperrt in beide Richtungen, und das wohl noch bis zum 14. März. Längere Staus sind die logische Folge, denn jetzt muss dieser Verkehr durch Leinfelden und die Straßen dort sind nicht ausgelegt für dauerhaft so viel Verkehr. Auch die Nutzer des öffentlichen Personennahverkehrs müssen sich auf Umleitungen und damit auch auf andere Fahrzeiten einstellen.
Die meisten Autofahrer, die da sonst unterwegs sind, werden beim Vorbeifahren sich wohl kaum Gedanken über die Bäume am Straßenrand machen, zumal diese Ecke an der Seebruckenmühle ziemlich kurvenreich und eng ist, daher liegt die Aufmerksamkeit eher auf dem sicheren Fahren.
Herangewachsen sind diese Bäume in einer Zeit, als von einem Straßenbau noch keine Rede war. „Viele dieser Bäume sind jetzt 100 bis 150 Jahre alt. Es sind vor allem Fichten, Kiefern und Buchen. Sie haben jetzt ihr biologisch zu erwartendes Alter erreicht“, so Cordula Samuleit, Leiterin des Forstamts des Landkreises Esslingen: „Da nimmt stets die Gefahr zu, dass sie von innen verfaulen. So verlieren sie ihre Standfestigkeit und damit sind sie eine zunehmende Gefahr für den Straßenverkehr“.
Hinzu kommt, dass sich alternde Bäume immer schwerer tun mit dem Klimawandel. Samuleit: „Vor allem die Fichten sind sehr anfällig für die Temperaturschwankungen“.
Solche Aktionen sind schon gut vorbereitet: „Wir vom Forstamt erfassen ja regelmäßig, wie es um unsere Bäume bestellt ist. Zweimal im Jahr durchwandern wir gezielt unser Waldgebiet zwecks Baumbeschau. Einmal, wenn das Laub blüht und einmal, wenn es nicht blüht“, so Samuleit.
Im Falle der Landesstraße kommt noch weiteres hinzu: Die Vorschriften, wie viel Abstand gewährleistet sein muss zwischen Straße und ersten Baumpflanzungen, das ändert sich immer wieder. Wer heute auf neueren Autobahnabschnitten unterwegs ist, stellt fest, dass da inzwischen immer ein paar Hundert Meter Sicherheitsabstand dazwischen sind. Bei einer Landesstraße ist das freilich nicht so viel, aber 60 Meter müssen auch da zu beiden Seiten hin mindestens eingehalten werden, so Samuleit: „Das sind gut zwei Baumlängen“. Wobei es im Landkreis auch einige Stellen gebe, an denen die 60 Meter nicht ausreichen würden, doch das ist hier im Falle der L 1208 nicht gegeben.
Da wird jetzt also ganz gewaltig gerodet in diesen Tagen entlang dieser Straße. Und damit dies möglichst zügig und verkehrssicher vonstatten geht, gibt es eben die Vollsperrung. Wie viel Holz da am Ende dieser Maßnahme raustransportiert wird, weiß Samuleit auch noch nicht so genau, „aber das wird schon ein ordentlicher Schluck aus der Pulle“, schätzt sie ein. Etwa 1400 Festmeter könnten das schon werden. Festmeter ist das Gardemaß der Forstleute. Es ist für sie aussagekräftiger als die Zahl der gefällten Baumstämme, da letztere ja keine Aussage darüber machen, ob es sich da um dünne, mittlere oder dicke Äste und somit um welche Holzmenge es sich handelt.
Eines ist klar: „Wenn wir da fertig sind, wird diese Ecke schon ziemlich anders aussehen“, so Samuleit. Was freilich nicht heißen soll, dass hier alles mit der Kettensäge plan gemacht wird. „Wir schauen schon, welche Bäume aus dem jetzigen Bestand gut heranwachsen, wir schauen, welche Bäume andere im Wachstum hindern und entfernen die dann jeweils Schwächeren“, so Samuleit: „Und wenn da größere Lücken entstehen, pflanzen wir nach“. Ziemlich verändern werde sich das Erscheinungsbild am Hang unterhalb der Straße. Vor allem dort stehen die alten Fichten. Am Ende dieser Arbeiten soll es letztlich so sein, dass der Verkehr diese Strecke wieder viele Jahre ungehindert passieren kann.
Zu den wohl kaum vermeidbaren Staus in den nächsten Tagen bemerkt Thomas Krämer, zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit der Stadt Leinfelden-Echterdingen: „Die Überlegungen zur Sperrung der L 1208 waren: die Verkehrsteilnehmer vor den Gefahren der Baumfällarbeiten zu schützen, den Verkehr möglichst weiträumig umzuleiten, die Bedürfnisse des öffentlichen Personennahverkehrs, der Rettungsdienste und der Feuerwehr zu berücksichtigen und Staus zu vermeiden.“ Denn für diesen Aspekt des Verkehrs ist das Ordnungsamt der Stadt zuständig. Krämer: „Aufgrund der Verkehrsmenge vor allem während der Hauptverkehrszeiten lassen sich Staus aber leider nicht verhindern. Unser Außendienst behält aber die Folgen von Verkehrssperrungen im Blick.“ Denn in Leinfelden-Echterdingen stehen noch etliche weitere Straßensperrungen und Umleitungen wegen Bauarbeiten an.