Leinfelden-Echterdingen Was braucht die Feuerwehr im neuen Gebäude?

Das alte Feuerwehrhaus entspricht nicht mehr den heutigen Anforderungen. Foto: Philipp Braitinger

Die Planungen für das neue Gebäude für die Feuerwehr in Leinfelden werden konkreter. Und was soll eigentlich mit dem alten Haus passieren?

Die Feuerwehr in Leinfelden soll auf einer Streuobstwiese an der Stuttgarter Straße ein neues Gebäude erhalten. Das alte Feuerwehrhaus wurde von 1952 bis 1954 gebaut und 1991 erweitert. Es ist inzwischen zu klein und bietet keine Möglichkeiten für eine erneute Erweiterung. Am Dienstag stellte Niklas Lübbe von der Firma Lülf+Sicherheitsberatung eine Machbarkeitsstudie für das Raumprogramm eines neuen Hauses mit zwei Obergeschossen vor. „Ein Feuerwehrhaus hat einiges an Anforderungen“, sagte er.

 

Eine wichtige Anforderung ist beispielsweise die Trennung in sogenannte Schwarz- und Weißbereiche. In die Schwarzbereiche dürfen die Feuerwehrleute mit verschmutzter Einsatzkleidung und Ausrüstung. In die Weißbereiche darf man nur mit „sauberer“ Kleidung.

„Geplant ist ein Kreativhaus mit Ateliers.“

Thomas Krämer, Sprecher der Stadt

Was mit dem momentanen Feuerwehrhaus einmal passiert, dazu gibt es bereits Ideen. „Geplant ist ein Kreativhaus mit Ateliers“, teilt der Sprecher der Stadt, Thomas Krämer, mit. Und womöglich muss nicht nur beim Feuerwehrhaus über eine zukünftige Nutzung nachgedacht werden. Wenn es zu einer Zusammenführung der Stadtverwaltung in einem neuen Rathaus komme, dann solle der Gesamtbereich umgebaut werden.

Neue Nutzung für Altes Rathaus und Altes Feuerwehrhaus

Und dann stehe natürlich die Frage im Raum, welche Nutzung im Alten Rathaus und im alten Feuerwehrhaus untergebracht werden könnten, so Krämer. Wahrscheinlich würden es Gewerbe- und Wohnelemente werden, aber im denkmalgeschützten Rathaus wohl auch eine öffentliche Nutzung. Das alte Feuerwehrhaus stifte dem Ort Identität. „Ein schönes Gebäude, das in diesem Bereich eine wichtige Rolle für die Identifikation neben dem Rathaus spielen kann“, erklärt der Sprecher.

Feuerwehrfahrzeuge werden immer größer und brauchen mehr Platz. Foto: Sebastian Kahnert/dpa

Im neuen Feuerwehrhaus soll es neben einem normalen Eingang auch einen Alarmeingang geben, der direkt in die Umkleiden und von dort weiter in die Fahrzeughalle führt. Die Umkleiden sind in der Machbarkeitsstudie für bis zu 80 Männer und 25 Frauen ausgelegt. „Es ist davon auszugehen, dass zukünftig mehr Damen in der Feuerwehr sind“, sagte Lübbe.

Wichtig ist, dass der Zugang zum benachbarten Biergarten nicht durch die Pläne beeinträchtigt wird. Deshalb ist die Zu- und Abfahrt für die Feuerwehr über die Stuttgarter Straße geplant. Für die Mitarbeiter und Freiwilligen wird es vor dem Gebäude normale Parkplätze und etwas großzügigere Alarmparkplätze geben. Im Gebäude sollen zehn Fahrzeugstellplätze mit einer Länge von 15 Metern untergebracht werden. Das ist länger als es die DIN mit 12,5 Metern vorsieht. Allerdings haben sich die Feuerwehrfahrzeuge in der Vergangenheit immer weiter vergrößert, sodass die Planer an dieser Stelle lieber großzügig sind.

Eine Besonderheit könnte die eigene Atemschutzreinigungsanlage in Leinfelden werden. Bisher müssen die örtlichen Feuerwehrleute ihren Atemschutz in Esslingen reinigen. Das ist umständlich und zeitintensiv.

Im ersten Obergeschoss könnte neben einem Verwaltungsbereich und weiteren Büros, etwa für den Kommandanten, Räume für die Kinder- und Jugendfeuerwehr eingerichtet werden. Dabei gebe es auch pädagogische Anforderungen zu beachten, betonte Sicherheitsberater Lübbe. „Man kann es attraktiv gestalten“, empfahl er.

Neues Feuerwehrhaus soll zwischen 26 und 36 Millionen kosten

Im zweiten Obergeschoss sind in den Plänen Räume für den Schulungs- und Ausbildungsbetrieb vorgesehen, ebenso ein Funk- und Stabsraum sowie eine Dachterrasse.

Die Kosten können derzeit noch nicht zuverlässig genannt werden. „Das ist Glaskugellesen“, sagte Lübbe. Je nach Baubeginn und Kostensteigerung schätzt er, dass das von ihm vorgestellte Feuerwehrhaus zwischen 26 und 36 Millionen Euro kosten würde. Zum Vergleich: Das im Jahr 2024 eingeweihte Feuerwehrhaus in Stetten hat 6,7 Millionen Euro gekostet. Es ist aber wesentlich kleiner als das nun geplante Haus in Leinfelden. Vor einem möglichen Grundsatzbeschluss sollen die Kosten aber noch genauer beleuchtet werden, versprach der Oberbürgermeister Otto Ruppaner im Gemeinderat. Derzeit ist geplant, dass der Gemeinderat noch vor der Sommerpause einen Grundsatzbeschluss für das neue Feuerwehrhaus fasst. Wenn alles klappt, könnte der Bau im Jahr 2029 beginnen.

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