Leinfelden-Echterdingen Wo genau können Schwimmer künftig abtauchen?

Von Natalie Kanter 

Niemand weiß, wie lange das Leinfelder Hallenbad noch durchhält. Die Technik ist marode, kann jederzeit ausfallen. Im Spiel ist nun auch ein Neubau in Echterdingen.

Die Diskussion um die Zukunft des Leinfelder Hallenbades ist neu entfacht. Foto: dpa
Die Diskussion um die Zukunft des Leinfelder Hallenbades ist neu entfacht. Foto: dpa

Leinfelden-Echterdingen - Bekommt Echterdingen nun auch wieder ein öffentliches Hallenbad? Diese Frage steht im Raum, nachdem die Freien Wähler überraschend gefordert haben „einmal ernsthaft zu überlegen“, das Leinfelder Bädle auf dem Echterdinger Renault-Areal neu zu bauen – als zentrales Bad für Bürger aller Stadtteile.

Warum gibt es derzeit kein öffentliches Bad in Echterdingen?

Das Echterdinger Hallenbad lag über Jahrzehnte hinweg neben dem Echterdinger Gymnasium. Es wurde in den 1970er Jahren gebaut und hat laut Stadtarchiv einst sieben Millionen D-Mark gekostet. 2003 sollte das Bad saniert werden, wegen der hohen Kosten entschied sich der Gemeinderat im Jahr 2007 dann aber um. Das Hallenbad wurde zugeschüttet, eine Multifunktionshalle gebaut. Wo einst Schwimmer ins kühle Nass sprangen, steht heute das Walter-Schweizer-Kulturforum.

Auch im Echterdinger Sportpark Goldäcker gibt es eine Schwimmhalle. Sie wird allein von Vereinen und Schulen genutzt.

Warum ist ein Neubau des Leinfelder Bades nötig?

Eberhard Wächter, Sprecher der Freien Wähler, sagt: „Das Hallenbad fällt auseinander. Das geht nicht mehr lange gut.“ Eine Sanierung lohne sich aber nicht. Auch Baubürgermeisterin Eva Noller sagt: „Wir wissen nicht, wie lange das Hallenbad noch durchhält.“ Und erklärt mittlerweile: „Es könnte auch auf einen Neubau hinauslaufen.“ Entscheiden sei, in welchen Zustand die Bausubstanz der bisherigen Halle ist. Eine entsprechende Untersuchung laufe derzeit. Je nachdem, wie die Ergebnisse ausfallen, müsse das Bad saniert oder neu gebaut werden.

Zum Hintergrund: Das Leinfelder Gartenhallenbad wurde vor mehr als 50 Jahren gebaut und vor mehr als 20 Jahren saniert. Die Technik kann jederzeit ausfallen. Seit Ende 2012 ist klar, dass das Bad saniert werden muss. Vorschläge für eine Ertüchtigung gab es schon viele. Im Februar 2017 präsentierte die Verwaltungsspitze zuletzt die Idee, die Schwimmhalle zu sanieren und einen Anbau mit Lehr- und Kinderbecken zu bauen. Eine erste Kostenschätzung belief sich auf 12,5 Millionen Euro.

Welche Vorteile hat das Renault-Gelände?

Die Freien Wähler haben das Gelände auch deshalb vorgeschlagen, weil „der Badebetrieb während der Bauphase“ nicht unterbrochen werden müsste. Das Areal liegt zwischen zwei großen Stadtteilen, es sei daher gut zu erreichen, es sei bereits erschlossen und verfüge über Parkplätze.

Wie realistisch ist die Idee?

Die Verwaltungsspitze will vorschlagen die Vor- und Nachteile des Renault-Geländes als Standort für das Hallenbad zu prüfen. „Wenn das der Gemeinderat will“, sagt Noller. Denn diese Frage sei eine politische Frage. Die entsprechenden Beratungen stehen Ende November an.

Begeistert zeigt sich die Bürgermeisterin von dem ins Spiel gebrachte Gelände aber nicht. Die Zeit dränge beim Hallenbad. Sie wisse nicht, ob ein Neubau auf diesem Areal schneller zu realisieren wäre, als auf dem bisherigen. Es stelle sich die Frage, ob es gut sei, wenn in einem Stadtteil künftig zwei Schwimmbäder liegen. Sämtliche Schüler müssten für den Schwimmunterricht nach Echterdingen pendeln. Bekanntlich liegen bisher mehrere Leinfelder Schulen in direkter Nähe zum Leinfelder Hallenbad. Noller schätzt an diesem auch den umliegenden Park. Einen solchen gebe es auf dem Renault-Gelände freilich nicht.