Thilo Kleesattel aus Leinfelden fährt bei der Sternfahrt am 21. September mit – was ist seine Motivation, bei der Radlerdemo mitzumachen?

Filderzeitung: Rebecca Anna Fritzsche (fri)

Wenn sich am Sonntag Tausende von Radlern über gesperrte Straßen auf den Weg in die Landeshauptstadt machen, dann wird darunter auch mindestens einer aus Leinfelden sein: Thilo Kleesattel nämlich, der mit seiner Familie mitradeln wird. „Wir starten gemeinsam in Leinfelden und fahren gemeinsam bis in die Innenstadt Stuttgarts“, sagt Kleesattel, der Mitbetreiber des Fahrradladens „’s Rädle“ in Leinfelden ist. Kleesattel ist passionierter Radfahrer, er nimmt nicht zum ersten Mal an der Sternfahrt teil.

 

„Ich fahre 3000 bis 4000 Kilometer im Jahr“, erzählt Kleesattel, der auch jüngst mit dem Nachwuchs und den Rädern im Urlaub auf der Schwäbischen Alb war. „Es ist schön, im Straßenverkehr fahren zu können, ohne von Autos gefährdet zu sein.“ Extra für die Sternfahrt werden unter anderem auch Bundesstraßen gesperrt, damit die geschätzten 6000 Radler aus allen Ecken der Region den Weg in die Landeshauptstadt antreten können.

Kleesattels Fahrrad, im Hintergrund der Rest der Familie: So starten sie am Sonntag. Foto: Thilo Kleesattel

Radfahren ist einfach die effizienteste Fortbewegung mit dem niedrigsten CO2-Verbrauch“, sagt Kleesattel. Neben den positiven gesundheitlichen Aspekten ist für ihn auch das Draußensein in der Natur wichtig. „Es liegt immer noch zu wenig Fokus auf dem Radverkehr“, meint er. Gerade im süddeutschen Raum seien die Autofahrer aggressiver unterwegs als anderswo: „Für sie gelten Radfahrer als niedere Spezies.“ Allerdings, das betont Kleesattel, „wir Radfahrer müssen uns auch an alle Verkehrsregeln halten, sonst können wir schlecht argumentieren.“

Wie geht Fahrradfreundlichkeit in der Stadt?

Was könnte man tun, um den Fokus vom Auto- auf den Radverkehr zu lenken? „Das Autofahren müsste einfach deutlich teurer werden“, meint Thilo Kleesattel, gerade auch, um das dabei ausgestoßene CO2 abzumildern. Und was könnte Leinfelden-Echterdingen ganz konkret tun, um fahrradfreundlicher zu werden? „Die Geschwindigkeit muss runter“, sagt Kleesattel, „mehr Tempo-30-Zonen und mehr Blitzer braucht es. Dann passiert auch viel weniger Verdrängung der Radfahrer auf die Gehwege, wo wir dann den Fußgängern in die Quere kommen, das wollen wir ja nicht.“

Am Sonntag, 21. September, ist Treffpunkt um 11.45 Uhr an der Filharmonie in Filderstadt-Bernhausen. Um 12.15 Uhr werden die Radler am Rathaus in Echterdingen erwartet, wo sie Oberbürgermeister Otto Ruppaner und der grüne Bundestagsabgeordnete Matthias Gastel sie empfangen werden, beide werden auch sprechen. Um 13 Uhr sollen die Radler in Leinfelden ankommen, dann geht es über Vaihingen und Möhringen in die Innenstadt Stuttgarts. Dort soll die Sternfahrt gegen 15.30 Uhr ankommen. Weitere Informationen gibt es auch auf der Internetseite des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC) auf den Fildern: www.fildern.adfc.de.