Leipzig liest Statt Buchmesse ein Lesefestival

  Foto: dpa/Jan Woitas
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Auch ohne Buchmesse richten sich die Augen der Literaturfreunde in den nächsten Tagen auf Leipzig: dort startet eine Sonderausgabe des Festivals „Leipzig liest“.

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Stuttgart - In Leipzig beginnt an diesem Donnerstag eine Sonderausgabe des Literaturfestes „Leipzig liest“. Eigentlich hätte das Festival die Leipziger Buchmesse begleiten sollen. Doch die Bücherschau musste in diesem Jahr erneut wegen der Corona-Pandemie abgesagt werden. Als kleinen Ersatz soll es wenigstens ein „Leipzig liest extra“ geben. Fast alles wird live online gestreamt.

Laut Messe stehen bis zum Sonntag rund 400 Veranstaltungen auf dem Programm. Zu knapp 100 davon wird auch Publikum zugelassen. „Das werden keine riesigen Zahlen sein können, aber es ist ein Zeichen der Hoffnung, dass wir uns von diesen Bedingungen nicht unterkriegen lassen“, sagte Buchmesse-Direktor Oliver Zille.

Unter anderem werden Sophie Passmann und Michael Seemann auf dem Blauen Sofa platznehmen. Den beliebten Anziehungspunkt der Buchmesse gibt es auch in diesem Jahr. Persönlich zu erleben sind unter anderem die Autoren Christoph Hein und Sebastian Fitzek. Hein wird am Samstag beim „Leipzig-liest-Abend“ dabei sein, Fitzek ist unter freiem Himmel in der Parkbühne zu sehen.

Niedergang der Debattenkultur

Bereits am Mittwochabend sind der britische Essayist Johny Pitts und der ungarische Autor Laszlo Földenyi mit dem Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung ausgezeichnet worden. Der 1987 geborene Pitts erhielt ihn für sein Buch „Afropäisch. Eine Reise durch das schwarze Europa“, in dem er quer über den Kontinent einer postkolonialen Identität schwarzer Europäer nachspürt. Földenyi ist der Preisträger des letzten Jahres, wegen der Pandemie wurde 2020 die Verleihung aber abgesagt. Er erhielt den Preis für sein essayistisches Werk „Lob der Melancholie. Rätselhafte Botschaften“, in dem er das menschliche Wissen um die bruchstückhafte Natur seines Daseins umreißt.

Beim Festakt in der Leipziger Nikolaikirche kritisierte die Vorsteherin des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, Karin Schmidt-Friderichs, einen Niedergang der Debattenkultur ihrer Branche in der Pandemie: „Wir reagieren derzeit schnell über und pflegen einen Diskurs, der nicht dem intellektuellen Diskurs entspricht, für den unsere Branche stand und stehen sollte.“

An diesem Freitag werden die Preisträger des Deutschen Buchpreises bekannt gegeben.




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