Leipziger Moschee Totes Schwein auf Baugelände abgelegt

In Leipzig gibt es unter anderen bereits die Al-Rahman Moschee – eine Moschee im Stadtgebiet, die sich gerade im Bau befindet, wurde bereits mehrfach Ziel abstoßender Aktionen. Foto: dpa
In Leipzig gibt es unter anderen bereits die Al-Rahman Moschee – eine Moschee im Stadtgebiet, die sich gerade im Bau befindet, wurde bereits mehrfach Ziel abstoßender Aktionen. Foto: dpa

In Leipzig soll eine Moschee gebaut werden – nun wurde auf dem Bauplatz ein totes Schwein abgelegt. Auf den Kadaver ist zudem mit Farbe eine unmissverständliche Nachricht aufgesprüht.

Leipzig - Unbekannte haben auf das Baugelände einer Moschee in Leipzig ein totes Schwein geworfen. Auf dem Kadaver war mit roter Farbe „Mutti Merkel“ geschrieben. Die Tat ist für Muslime, die Schweine als unrein betrachten, und für Kanzlerin Angela Merkel gleichermaßen eine Beleidigung. „Aufgrund der Umstände liegt es nahe, dass es sich um eine fremden- oder ausländerfeindliche Tat handelt“, erklärte Polizeisprecher Uwe Voigt. Der Staatsschutz nahm Ermittlungen auf, allerdings nur wegen Beleidigung der Kanzlerin. Der zuständige Imam der Ahmadiyya-Gemeinde sah von einer Anzeige ab.

„Symbolisch einen Menschen mit Schweinen zu vergleichen und die Kanzlerin mit dem Tod zu bedrohen ist ein weiterer Tiefpunkt und Beleg für die Verrohung des politischen Klimas“, sagte der SPD-Landtagsabgeordnete Holger Mann.

„Kleingeistig und verabscheuungswürdig“

Auch Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) verurteilte den Angriff: „Eine ganze Religionsgemeinschaft zu beleidigen, zu verunglimpfen und zu schmähen ist kleingeistig und verabscheuungswürdig.“

„Wir sind über diese Provokation durch das tote Schwein verwundert“, sagte der zuständige Iman Said Ahmad Arif. Es sei jederzeit möglich mit den Mitgliedern der Ahmadiyya-Gemeinde ins Gespräch zu kommen und Kontakt aufnehmen. „Die Moschee wird gebaut.“

Als Bedrohung empfand der Iman die Tat nicht, obwohl es nicht die erste Attacke war. Bereits 2013 waren nach dem Bekanntwerden der Baupläne für das islamische Gotteshaus auf dem Baugelände blutige Schweineköpfe aufgespießt worden. „Bis heute konnte dafür kein Täter ermittelt werden“, erklärte Polizeisprecher Voigt.




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