Leitsystem für Böblingen Mehr Orientierung mit neuen Schildern

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Damit sich Besucher und Fußgänger in der Stadt besser zurechtfinden, arbeitet die Verwaltung an einem Konzept für ein Leitsystem aus einem Guss. Die Umsetzung ist für nächstes Jahr geplant. Vom Gemeinderat wurde es schon lange gefordert.

Hinweise am zentralen Elbenplatz: Die Schilder sollen erneuert werden. Foto: Horst Rudel
Hinweise am zentralen Elbenplatz: Die Schilder sollen erneuert werden. Foto: Horst Rudel

Böblingen - Am Böblinger Bahnhof verlieren Ortsfremde schnell die Orientierung. Dort gibt es weder Wegweiser noch eine Touristeninformation, die Fußgängern auf die Sprünge helfen könnten. An den Stadteingängen ist der Empfang wiederum etwas veraltet – zum Beispiel mit Werbung auf den Infotafeln, die längst nicht mehr aktuell ist. Und die fast ein Vierteljahrhundert alten Schilder an den historischen Gebäuden der Stadt sind teilweise so verwittert, dass die Schrift kaum noch zu entziffern ist. „Man hätte jetzt die Chance, ein Orientierungssystem aus einem Guss zu schaffen“, machte Dietmar Weber, der Leiter des Amtes für Stadtentwicklung und Städtebau, im Gemeinderat Werbung für eine Rundumerneuerung. Überzeugungsarbeit ist aber gar nicht mehr nötig. Die Fraktionen plädieren schon lange für mehr Orientierung in der Stadt.

Die Schilder sollen 2019 installiert werden

Rund 200 000 Euro will sich Böblingen das Leitsystem kosten lassen. Im kommenden Jahr soll es installiert werden. Die bestehenden Schilder stammen größtenteils noch von der Landesgartenschau im Jahr 1996. Seither hat es mehrere Versuche für eine Aktualisierung gegeben. Zuletzt wurde das Projekt aber zurückgestellt, bis die Bahnhofstraße zur Fußgängerzone umgewandelt sein sollte. Sie wurde vor vier Jahren eingeweiht. „Orientierung ist ein Wohlfühlfaktor in der Stadt“, erklärte der OB Stefan Belz (Grüne) die Notwendigkeit der Investition, „sonst fühlt man sich verloren.“ Der Gemeinderat stimmte zu.

Die Fußgänger werden in der Innenstadt künftig zehn bis zwölf Orientierungspunkte finden. Dabei handelt es sich um Stelen aus Stahl mit Stadtplänen und Hinweisen auf Ziele in der Nähe sowie möglicherweise einem QR-Code, über den Information auf das Smartphone geladen werden kann. Am Elbenplatz, wo vor drei Jahren eine Bushaltestelle mit integrierter öffentlicher Toilette erstellt wurde, sollen die dort befindlichen Schaukästen besser bestückt werden. „Langfristig sollte über die Einrichtung einer Touristeninformation nachgedacht werden“, findet Dietmar Weber. Außerdem werden alle sechs Stadteingänge mit neuen Infostelen bestückt, die einen Stadtplan und die Daten der wichtigen öffentlichen Einrichtungen vorweisen können. Auch die historischen Gebäude, Denkmäler und Plätze werden mit neuen Stelen und Wandtafeln ausgestattet.

Das Stadterlebnis ausbauen

Verwaltung und Gemeinderat wollen das Stadterlebnis aber noch weiter ausbauen. Vor elf Jahren mit Bürgerbeteiligung entwickelte Stadtrundgänge, die derzeit nicht auf Böblingens Internetseite zu finden sind, sollen laut Webers Plan besser vermarktet werden. Heidrun Behm von den Grünen forderte die Einrichtung eines Touristenbüros in der Stadt. Janina Dinkelaker (Freie Wähler) brachte die Idee des Stadtmarketing-Vereins ein, dass ein Regionallädle für in der Region produzierte Waren eröffnet werden sollte. „Wir sind auf dem Weg, zu einer Touristenattraktion zu werden“, fasste Helmut Kurtz von der FDP die Euphorie zusammen.

Mit einer Entscheidung ist der Gemeinderat allerdings nicht zufrieden: Die im Zuge der Umgestaltung der Bahnhofstraße zur Fußgängerzone beschlossenen Betonvorleger mit historischen Motiven lösten in dem Gremium keine große Begeisterung mehr aus. Eigentlich sollten längst 35 „ungewöhnliche Ansichten der Stadt“ in den Boden eingelassen werden. Der Auftrag dafür ist schon vor Jahren erteilt worden. Die Ausführung verzögerte sich allerdings, weil die Motive am Anfang nicht erkennbar waren. Nach einigen Versuchen hat sich herausgestellt, dass die natürliche Verschmutzung die Kontraste stärkt. Ein paar der Steine sind bereits verlegt, vor allem in der Bahnhofstraße, der Rest sollte bis Ende 2019 folgen. Doch die Produktion der schwarz-weißen Erinnerungsfotos auf Beton wurde erst einmal gestoppt.