Innovation und Fleiß, gepaart mit Kreativität – 130 Aussteller zeigen, dass das Erfolgsrezept nicht allein bei den großen Weltkonzernen liegt.
Leonberg - Mit Lob zu sparen, wäre an diesen beiden Tagen falsch gewesen. Und das hat auch keiner der Redner bei der feierlichen Eröffnung getan. Allein schon angesichts des Kaiserwetters, das während der achten Ausgabe der Leomess die fast 130 Aussteller und die Tausende von Besuchern erfreut hat.
„Unter dem treffenden Motto ‚Aus der Region – Für die Region’ präsentiert sich die Wirtschaft aus Leonberg und der umliegenden Region von ihrer stärksten Seite“, freute sich der Oberbürgermeister Martin Kaufmann, der Schirmherr der Messe, bevor er mit Claudia Nowack, der Vorsitzenden des Bundes der Selbstständigen (BDS), das rote Eröffnungsband durchschnitt. Diese Leistungsschau biete den Gewerbetreibenden aus Handel, Handwerk und Dienstleistungen einen gute Gelegenheit, die Vielfalt und die Qualität ihrer Produkte und Dienstleistungen einem interessierten Publikum vorzustellen, sagte Kaufmann.
Geschäftsbeziehungen pflegen
Ihre starke regionale Verankerung und die Kundennähe seien ein Erfolgsmerkmal erster Güte und sie überraschten mit einer großen Bandbreite an qualitativ hohen Produkten und Angeboten.
An die Besucher gewandt, meinte der OB: „Hier landet niemand in einer Warteschleife, der direkte Kontakt bewährt sich, um die Kundenorientierung zu stärken, die Geschäftsbeziehungen zu pflegen und nicht zuletzt, um gegenseitiges Vertrauen aufzubauen.“ Was vor 20 Jahren anlässlich der 750-Jahr-Feier von Leonberg vom Bund der Selbstständigen und der Stadtverwaltung als Leistungsschau eines starken Mittelzentrums und seines Umlands ins Leben gerufen wurde, habe heute einen festen Platz im Programm der Firmen und im Bewusstsein der Bürger, sagte Claudia Nowack. Sie dankte ihrem Vorgänger Bernhard Neueber, der die vorausgegangenen Ausgaben der Leomess gestemmt hat.
Fleiß gepaart mit Kreativität und Innovation
Er komme viel zu selten nach Leonberg, bekannte indes der Böblinger Landrat Roland Bernhard. Nicht nur das Mittelzentrum, sondern der gesamte Raum Leonberg strotze vor Wirtschaftsstärke, erklärte der Landkreis-Chef. Doch es seien nicht nur die Großen, die das Erfolgsrezept ausmachten, sondern die Vielfalt der Unternehmen mit schwäbischen Genen: Fleiß gepaart mit Kreativität und Innovation. Nach dem Rundgang in den sieben Hallen und auf dem Freigelände auf dem Festplatz an der Steinstraße war sich Bernhard sicher, dass etwas Wichtiges auf der Messe gefehlt hat – das Kreisberufsschulzentrum, wo die künftigen Fachleute für die Unternehmen ausgebildet werden.
Respekt und Anerkennung für die äußerst gelungene Leistungsschau, die die Vitalität und die Vielfalt der örtlichen Wirtschaft widerspiegeln, zollte auch Günter Hecht, der Vizepräsident des BDS Baden-Württemberg den Veranstaltern.
Der Eintrittspreis kommt nicht gut an
Ein Erfolg ist auch das neue Rahmenprogramm der Leomess gewesen. So haben die Kinder das für sie zusammengestellte Aktionsprogramm genossen. Viel beachtet wurde auch das zum ersten Mal angebotene Vortragsprogramm. Wegen des großen Interesses mussten zwei Vortragsräume eingerichtet werden, damit die fast 30 Referenten zu Wort kommen konnten.
Nicht so großen Anklang fand dagegen das Konzept der Veranstalter, fünf Euro Eintritt zu verlangen. „Der Bauzaun und das Eintrittshäusle sehen grässlich aus, die müssen Mal weg“, sagte Stadtrat Wolfgang Schaal (Freie Wähler). Damit sprach er auch Otmar Pfitzenmaier (SPD), Wolfgang Röckle (CDU) und Axel Röckle (Freie Wähler) aus dem Herzen und da waren sie nicht allein. „Uns fehlt effektiv Laufpublikum“, beklagt Frieder Bolay, Chef des Rutesheimer Baustoffhandels. Dass viele Besucher Freikarten hatten, tröstet ihn nicht. Ähnlich sieht es Matthias Groß, Chef eines Fenster- und Türenbetriebes. „Es sind weniger Besucher. Das hat nur bedingt was mit dem Wetter zu tun.“