Leonberg Altstadt-Garage: Rückkehr zum alten System

Von Thomas K. Slotwinski 

Nach starker Kritik will der OB die Schranke reaktivieren.

Handy statt Parkschein: Auch eine Möglichkeit für das Parkhaus in der Altstadt. Foto: dpa
Handy statt Parkschein: Auch eine Möglichkeit für das Parkhaus in der Altstadt. Foto: dpa

Leonberg - Die Schranken am Parkhaus Altstadt kehren zurück. Das zumindest wird in einer städtischen Beschlussvorlage empfohlen, über die die Mitglieder des Finanzausschusses am Donnerstagabend (19 Uhr, Rathaus) zu befinden haben.

Doch nicht nur die Rückkehr zum alten System des Bezahlens nach dem Parken steht zur Debatte. Ein neues Betriebskonzept für die Tiefgarage wird von den Stadtwerken erwartet. Aus diesem müssten auch die Kosten für eine Sanierung hervorgehen.

Initiative des OB

Die Initiative für einen Neustart in der Tiefgarage, über die seit Jahren diskutiert wird, geht vom Oberbürgermeister aus. Martin Kaufmann musste sich im Juni bei einer Diskussion der Industrie- und Handelskammer massive Kritik von den Gewerbetreibenden der Altstadt anhören.

Das aktuelle Parksystem verwirre die meisten Kunden, klagte seinerzeit Oliver Reuter, der stellvertretende Vorsitzende der Werbegemeinschaft Faszination Altstadt. Dies habe zu massiven Umsatzrückgängen und einem Imageschaden geführt.

Tatsächlich müssen Parkkunden vorab festlegen, wie lange sie ihren Wagen abstellen wollen und den entsprechenden Betrag in Münzgeld einwerfen. Die erste halbe Stunde ist frei, dann sind pro angefangenen sechs Minuten zehn Cent fällig. Für den eingeworfenen Betrag druckt der Automat einen Parkschein aus. Für die freie halbe Stunde muss die Brötchentaste gedrückt werden.

Verwirrung und Ärger

Dieses System hat nicht nur viel Verwirrung, sondern auch richtigen Ärger ausgelöst. Denn die Strafgelder sind happig. Zehn Euro sind fällig, wenn die gewählte Parkzeit, 20 Euro wenn die freie halbe Stunde überzogen wird. Wer keinen Parkschein löst, ist mit 30 Euro dabei. Wer die Strafe nicht binnen einer Woche bezahlt, muss zusätzlich eine „Bearbeitungsgebühr“ von 25 Euro entrichten.

Insbesondere der Zeitdruck und die Angst vorm Überziehen führt in vielen Fällen dazu, dass die Leute die Tiefgarage erst gar nicht mehr ansteuern. Dass für Dauerparker die oberen Etagen reserviert sind, die Kurzparker aber ganz nach unten müssen, führt ebenfalls zu Missmut.

Das soll nun anders werden. Die alten Schranken und die früheren Kassenautomaten gibt es noch. Fraglich ist allerdings, ob sie nach einer fast zweijährigen Lagerung wieder genutzt werden können. Dennoch haben die Stadtwerke als Betreibergesellschaft ermittelt, dass ein Parkhaus mit Schranken wirtschaftlich zu führen ist.

Schmuddelige Eingänge

Voraussetzung für bessere Parkhauszeiten ist aber auch eine grundlegende Sanierung. Gerade der schmuddelig wirkende Zustand einiger Eingänge und Treppen stößt die Menschen ab. Zudem kommt aus der Bevölkerung der Wunsch, die einzelnen Parkdecks schöner zu gestalten.

Für den Oberbürgermeister ist der Fall klar: „Das jetzige Konzept ist gescheitert“, merkte Kaufmann jüngst im Gemeinderat an. Der für das Parkhaus verantwortliche Dezernent, der Erste Bürgermeister Ulrich Vonderheid (CDU), reagierte auf die Kritik am Vorab-Bezahlsystem keineswegs so eindeutig wie sein Chef. Und so ist auch auffällig, dass die Beschlussvorlage für den Systemwechsel lediglich von Kaufmann und Baubürgermeister Klaus Brenner unterzeichnet ist. Vonderheids Name fehlt.




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