Leonberger Krankenhaus Auf dem Weg zum großen Gesundheitszentrum

Die zahlreichen Besucher erfahren, wie  eine Intensivstation funktioniert.  Foto: factum/Bach Foto:  
Die zahlreichen Besucher erfahren, wie eine Intensivstation funktioniert. Foto: factum/Bach

Riesenandrang in der Intensivstation beim Tag der offenen Tür. Und der Landrat Roland Bernhard bekennt sich zum Krankenhausstandort.

Leonberg -

Es ist eine einmalige Gelegenheit, die an diesem Tag viele Menschen nutzen. Der Rundgang durch die neue Intensivstation des Krankenhauses ist möglich, weil die derzeit sechs Patienten erst am heutigen Montag von der alten Station im ersten Stock in die neu gebauten, modernen Räume ins Erdgeschoss umziehen. 4,5 Millionen Euro hat der Klinikverbund Südwest mit finanzieller Unterstützung durch den Landkreis Böblingen in die neue Intensiveinheit investiert. 2,25 Millionen Euro davon steuert das Ministerium für Soziales und Integration bei.

Zur Begrüßung am Tag der offenen Tür bekennt sich Landrat Roland Bernhard zum Standort. „Das Heil liegt nicht nur in wenigen Großkliniken, sondern ganz klar in einer wohnortnahen Versorgung wie in Leonberg und in Herrenberg. Ich mache mich für diese Standorte stark, auch in der Zukunft“, stellt der Aufsichtsratsvorsitzende des Klinikverbundes Südwest klar. Auch die im nächsten Jahr frei werdende Chefarztstelle in der Chirurgie soll wieder besetzt werden (wir berichteten).

Die alte Station wurde zu klein

Pro Jahr werden auf der Intensivstation bis zu 1500 Patienten betreut. Bei etwa 26 000 Beatmungsstunden stieß man zunehmend an räumliche Grenzen. Mit einer Grundfläche von 946 Quadratmetern ist die neue Einheit jetzt doppelt so groß. Acht Einzelzimmer gibt es mit Beatmungsmöglichkeit und zwei Doppelzimmer für nicht so schwer pflegebedürftige Patienten. Für sie steht auch ein Bad zur Verfügung.

Die Anzahl der Betten ist gleich , aber die neue Station ist größer, heller und vor allem mit der neuesten Medizintechnik ausgestattet. Allein 1,2 Millionen Euro sind in diesen Bereich geflossen. „Die Geräte sind jetzt viel einfacher zu bedienen“, erklärt die Pflege-Gruppenleiterin Annette Lenz. Von einem zentralen Stützpunkt aus können sie und die anderen Pflegekräfte über die neue Monitoring-Anlage alle Daten aus den Zimmern zentral auswerten.

Wenn die Medikamente am Bett des Patienten zur Neige gehen oder ein Schlauch abknickt, wird das direkt an den Stützpunkt gemeldet. Das ist neu und bringt mehr Sicherheit für die Patienten. Ganz neu gibt es jetzt zwei Schleusenzimmer, in denen hochinfektiöse Patienten aufgenommen werden können. „Der Luftdruck im Zimmer kann abgesenkt werden, sodass keine Keime nach außen gelangen können. Umgekehrt kann man auch den Luftdruck erhöhen, um zum Beispiel Leukämiekranke vor eintretenden Keimen zu schützen“, erklärt die Pflegeleiterin.

Ein Vorteil ist die Nähe zu den OP-Räumen, zur Computertomografie und zum Herzkathederraum. Auch dieser Bereich kann am Tag der offenen Tür besichtigt werden. Die Gesundheits- und Krankenpflegerin Claudia Döhner erklärt den zahlreichen Besuchern, wie über einen Zugang im Arm oder der Leiste die Herzkranzgefäße dargestellt werden können.

Attraktive Arbeitsplätze

Für den medizinischen Geschäftsführer des Klinikverbundes Jörg Noetzel ist neben aller Technik auch das Ambiente wichtig. „Für schwerstkranke Patienten aber auch für Angehörige ist eine freundliche Umgebung wichtig für die Heilung“. Auch Mitarbeitern bietet die neue Station gute Arbeitsbedingungen. „Angesichts des Fachkräftemangels in der Pflege fördert die neue Station die Attraktivität der Arbeitsplätze“, so Noetzel.

Der Neubau der Intensivstation sei ein Signal zur Standortstärkung, sagt Noetzel. Dazu sollen auch die künftige Strahlenklinik in Krankenhausnähe und Campus-Konzepte mit niedergelassenen Ärzten beitragen. „Geplant ist, hier in Leonberg ein großes Gesundheitszentrum anzusiedeln.“




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