Leonberg Das erste Jawort im Stadtmuseum

Von Ulrike Otto 

Da, wo Johannes Kepler einst Latein paukte, können sich Paare jetzt das Jawort geben. Die Stadt Leonberg bietet mit dem Stadtmuseum nun einen weiteren Trauort an. Neben dem historischen Ambiente steht hier vor allem die Barrierefreiheit im Vordergrund.

Anastasia und Peter Schad sind das erste Brautpaar im Museum. Foto: factum/Granville
Anastasia und Peter Schad sind das erste Brautpaar im Museum. Foto: factum/Granville

Leonberg - Das grau gestrichene Fachwerk auf weißem Gemäuer und die Braut in einem Kleid im griechischen Stil strahlen an diesem Nachmittag um die Wette. Im gläsernen Eingang und im Hof des Leonberger Stadtmuseums haben sich die Gäste versammelt, um freudig auf das Brautpaar anzustoßen.

Anastasia Psarra und Peter Schad haben sich soeben im Stadtmuseum das Ja-Wort gegeben – die erste standesamtliche Trauung an diesem Ort. In Johannes Keplers ehemaliger Lateinschule zu heiraten, ist das neueste Angebot des Leonberger Standesamtes. „Wir haben das Stadtmuseum gewählt, weil es zum einen ein sehr schöner Ort ist zum Heiraten, zum anderen, weil es barrierefrei ist“, erklärt der Leiter des Ordnungsamtes, Jürgen Beck, der die Trauung vollzog.

Denn immer wieder standen die Hochzeitsgesellschaften vor dem Problem, dass ältere Verwandte die zweistöckige Wendeltreppe zum Trauzimmer im Alten Rathaus nicht mehr erklimmen konnten.

Dies war auch der Grund, warum sich das Ehepaar Schad für das Stadtmuseum als Trauort entschied. „Wir haben jemanden in der Familie, der nicht gut zu Fuß ist“, sagt Anastasia Schad. Abe auch sonst macht das Stadtmuseum einen guten Eindruck auf die Frischvermählten. „Wir wollten nach der Zeremonie mit unseren Gästen ein bisschen für uns sein und nicht mitten auf dem Marktplatz stehen.“

Das junge Paar ist erst im Januar nach Leonberg gezogen. „Wir haben uns umgeschaut, wo wir heiraten können. Da hat uns die Stadtverwaltung das Stadtmuseum angeboten. Wir haben es uns angesehen und es hat uns sofort gefallen“, berichtet die Braut. Das sie nun das erste Paar sind, das sich dort das Ja-Wort gibt, ist eher Zufall. „Wir haben uns am 28. August 2011 kennengelernt und wollten deshalb an einem 28. August heiraten“, erklärt Anastasia Schad. Ein kirchliches Fest ist erst für das nächste Jahr vorgesehen.

„Immer mehr Paare heiraten gar nicht mehr kirchlich und suchen schon deshalb nach einem besonderen Trauort“, sagt der Ordnungsamtsleiter und Standesbeamte Jürgen Beck, „wir haben mit dem Stadtmuseum dafür jetzt ein attraktives Angebot geschaffen.“ Die nächste Hochzeit in der ehemaligen Lateinschule steigt bereits am morgigen Freitag. Trauungen seien dort jederzeit möglich, nicht nur zu den Öffnungszeiten des Museums.

Genau 188 Paare haben sich im vergangenen Jahr in Leonberg standesamtlich trauen lassen. In diesem Jahr waren es vor den Eheleuten Schad schon 99. Den Heiratswilligen stehen neben einem Raum im Alten Rathaus und jetzt dem Stadtmuseum weitere Angebote in den Ortsteilen zur Verfügung. So kann in Höfingen im Kurfiss-Gebäude, in Gebersheim im Bauernhausmuseum und in Warmbronn im Christian-Wagner-Haus standesamtlich geheiratet werden. Getraut wird von Montag bis Freitag sowie am ersten Samstag im Monat. Es sei denn, dieser fällt auf einen Feiertag. Dann verschiebt es sich um eine Woche.




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