Die Basis der TSG gibt dem Vorstand freie Hand. OB begrüßt Beschlüsse, dämpft aber finanzielle Erwartungen.
Leonberg - Noch spannender als die eigentliche Fusionsentscheidung erschien vielen TSG-Mitgliedern und Kommunalpolitikern die Abstimmung über den Verkauf des Vereinsgeländes an der Strohgäustraße. Mit der Jahnhalle, dem Sportplatz und nicht zuletzt dem Vereinslokal Turnerheim schlägt hier das Herz der TSG.
Andererseits hat die Stadt ihr Augenmerk genau auf diese Fläche gerichtet, könnte sie doch dort ein neues Quartier errichten, um den akuten Wohnungsmangel etwas zu lindern. Gut 2,5 Millionen Euro will sie dafür bezahlen. Geld, das in den Bau eines neuen Sportzentrums fließen soll.
Vorstand will auch mit Privatinvestoren verhandeln
Dass aber die Stadt im Vorfeld quasi als die natürliche Käuferin gehandelt wird, behagt nicht allen Mitgliedern. Ein Verkauf an einen privaten Investor könne doch locker deutlich mehr Erlös bringen, wird dem Vorstand entgegengehalten. „Wir sprechen natürlich nicht nur mit der Stadt, sondern auch mit anderen Interessenten“, entgegnet Harald Hackert. Der TSG-Chef weist darauf hin, dass es beim Mitgliedervotum explizit nicht um den unmittelbaren Verkauf geht, sondern darum, den Vorstand zu ermächtigen, Verhandlungen zu führen.
Dennoch wird ein Antrag des TSG-Mitglieds Werner Müller mit großer Mehrheit angenommen, dass ein Verkauf nur dann abgeschlossen werden kann, wenn zu diesem Zeitpunkt eine vergleichbare andere Sportstätte zur Verfügung steht.
Mit dieser Ergänzung fällt den TSG’lern die Entscheidung leicht: 85,9 Prozent geben ihrem Vorstand freie Hand, um den Verkauf des TSG-Geländes anzugehen.
„Beide Beschlüsse sind ein Vertrauensbeweis für den Vorstand und ein Sieg der Vernunft“, kommentiert Bernhard Schuler die Ergebnisse. Der Oberbürgermeister hatte wegen einer Aufsichtsratssitzung der Leo-Energie an der historischen Versammlung nicht teilnehmen können. Doch nun drückt er aufs Tempo. Bis Weihnachten will Schuler mit den Stadträten diskutieren, welche Unterstützung für einen Hallenbau denkbar sei.
OB: Alle Vereine gerecht behandeln
Dabei dämpft er aber gleich die Erwartungen: „Wir müssen genau abwägen, damit auch die weiteren Vereine gerecht behandelt werden.“ Sonst könnten gerade die Vereine in den Stadtteilen „Ängste haben, dass sie nach hinten herunterfallen“.
Gerecht will der OB nicht nur zu den Sportklubs sein, sondern auch zu den anderen Vereinen und Kulturinitiativen in der Stadt. „Gerade in diesen politisch turbulenten Zeiten müssen wir die Balance halten“, sagt Schuler. Auf eine mögliche Fördersumme will er sich nicht festlegen.