Leonberg Das nächste Puzzleteil für die Römerstraße

Von Henning Maak 

Mit dem Abriss des Gebäudes von Schuh Bayer wird gleich das komplette Areal an der Ecke zur Stohrerstraße neu geplant. Radweg und Parkplätze werden modernisiert.

Das Gebäude mit dem   Schuhhaus Bayer in der Leonberger Römerstraße wird es bald nicht mehr geben – es macht einem neuen Wohn- und Geschäftshaus Platz. Foto: factum/Granville
Das Gebäude mit dem Schuhhaus Bayer in der Leonberger Römerstraße wird es bald nicht mehr geben – es macht einem neuen Wohn- und Geschäftshaus Platz. Foto: factum/Granville

Leonberg - Treffen wir uns doch beim Schuh Bayer“ war in Leonberg über Jahrzehnte ein geflügeltes Wort. Das Schuhgeschäft, das im Sommer vergangenen Jahres nach 68 Jahren aus wirtschaftlichen Gründen seine Pforten schließen musste, war ein Stück Leonberger Einzelhandelsgeschichte und ein Treffpunkt wie das Buchhaus Wittwer in Stuttgart auf der Königstraße. Noch immer ist das von der Farbe grün geprägte Gebäude an der Ecke Römer- und Stohrerstraße ein Blickfang. Und nicht wenige Leonberger fragen sich, wie es mit ihm weitergeht.

„Wir bauen dort ein fünfstöckiges Wohn- und Geschäftshaus“, sagt Thomas Gärtner, der Geschäftsführer der Firma Wohnbau Haußer. Seine Firma hat das Grundstück erworben und steht seit Monaten mit der Stadt wegen der zukünftigen Planungen in engem Kontakt. Inzwischen ist die Baugenehmigung erteilt. Es wird jedoch noch einige Zeit vergehen, ehe die Bauarbeiten beginnen können. „Die Mietverträge laufen noch bis Sommer 2019, vor Ende nächsten Jahres werden wir nicht mit dem Abriss beginnen“, erklärt Gärtner.

Mischung aus Wohnen und Gewerbe

Das neue Gebäude soll dann ein bisschen höher werden als das alte und eine Mischung aus Wohnen und Gewerbe werden. „Im Erdgeschoss wird es ein oder zwei Geschäfte geben, da sind wir bereits in Gesprächen“, verrät Thomas Gärtner, der unter anderem mit einem Café-Betreiber und einer Versicherungsagentur verhandelt hat. In den Stockwerken eins bis vier sollen insgesamt zwölf barrierefreie Wohnungen verschiedener Größe entstehen. „Geplant sind Zwei-, Drei- und Vierzimmerwohnungen zwischen 52 und 124 Quadratmetern“, erläutert der Geschäftsführer. Das Schmuckstück soll eine Penthouse-Wohnung im vierten Stock mit umlaufender Terrasse und Rundumblick werden, die sogar 128 Quadratmeter groß ist.

Die Bauzeit schätzt Thomas Gärtner auf rund 18 Monate, sodass das neue Gebäude voraussichtlich im Jahr 2021 fertig sein wird. Auch für die lange Planungszeit hat Gärtner eine Erklärung: „Es gab einfach sehr viele Alternativen, wie man die Fläche nutzen kann. Es ist schließlich ein größeres Areal, das da neu geplant wird“, sagt er.

Für den Baubürgermeister Klaus Brenner ist der Abriss und Neubau eine „große städtebauliche Chance“, wie er sagt. „Die Änderungen, die wir vornehmen, sollen im öffentlichen Raum sichtbar werden“, erläutert er. Anders aussehen werden vor allem die Parkplätze und der Radweg in diesem Bereich. „Die Parkplätze sind deutlich zu kurz, so würde man heute nie mehr planen“, erklärt der Baubürgermeister. Auch den Radweg, der sich um die Parkplätze herumschlängelt, soll neu gefasst werden. „Da wird auch der Gehweg von der Höhe her angepasst werden“, sagt Brenner.

Leben im untersten Stock

Da der Umbau in diesem Bereich durch die Arbeiten am Schuhhaus Bayer ausgelöst wird, trägt die Firma Wohnbau Haußer die Kosten der Umgestaltung der Umgebung. „Auch die Parkplätze und der Radweg werden vom Investor finanziert“, betont der Baubürgermeister, der sich darüber freut, dass im Erdgeschoss ein gewerblicher Nutzer einziehen wird. „Im untersten Stockwerk wollen wir Leben haben“, erklärt er. Dass das neue Gebäude etwas höher wird, erklärt er damit, dass es sich im Bereich Römerstraße dadurch gut in die Umgebung einfüge.

Man darf gespannt sein, wie sich der Bereich in einigen Jahren präsentieren wird. Das Schuhhaus Bayer wurde 1950 gegründet. Ursprünglich war die Verkaufsfläche nur 60 Quadratmeter groß, kurz vor der Jahrtausendwende wurde sie auf 400 Quadratmeter vergrößert. Rund 20 000 Paar Schuhe standen in den Regalen. Aber vielleicht wird ja auch der Neubau – wie auch immer er heißen wird – zum neuen Treffpunkt für viele Leonberger.