In der Kindergarten- und Schullandschaft im Ezach stehen große Veränderungen an: Aus zwei Kitas soll eine werden. Die Sophie-Scholl-Schule erhält Ganztagesbetreuung.

Leonberg - Es wird eines der Großprojekte des neuen Gemeinderates – die Umgestaltung der Kindergarten- und Schullandschaft im Ezach. Dafür wird die Stadt voraussichtlich etwa zehn Millionen Euro in die Hand nehmen. Um das Vorhaben zu verwirklichen, muss von den beiden Kirchen das ÖZE, das Ökumenische Zentrum im Ezach, erworben werden.

Handlungsbedarf besteht, weil am Ende des Kindergartenjahres 2018/19 im Ezach 20 Plätze fehlen, am Ende des darauffolgenden Jahres weitere 19. In Eltingen ist wegen des zusätzlichen Bedarfs von 58 Plätzen der zweigruppige Interimskindergarten an der Hohheckstraße gegenüber dem Leo-Center in Betrieb gegangen. Diese Lösung ist zunächst auf 30 Monate ausgelegt. Sowohl der Schopfloch- als auch der Ezach-Kindergarten müssen saniert werden und haben ihre Kapazitätsgrenzen erreicht.

Wachsende Schülerzahlen

Darüber hinaus hat der Gemeinderat die Verwaltung beauftragt, den Ausbau der benachbarten Sophie-Scholl-Schule zur Ganztagsgrundschule mit begleitenden Betreuungsangeboten zu berücksichtigen und dafür die Verköstigung der Schulkinder einzuplanen. In diesem Schuljahr besuchen 151 Kinder die Sophie-Scholl-Schule. In der mittelfristigen Hochrechnung bis zum Schuljahr 2023/24 werden allerdings 192 Schüler erwartet.

Insgesamt sollen rund 200 Betreuungsplätze für Kinder bis sechs Jahre geschaffen werden Foto: Architekten
Im Januar hat die Verwaltung dem Gemeinderat zwei Varianten vorgelegt, wie es weiter gehen könnte. Eine Variante sah den Neubau einer achtgruppigen Kita mit sechs darüberliegenden Wohnungen vor, dazu eine Schulmensa mit drei Betreuungsräumen, dafür kein Ankauf des Ökumenischen Zentrums. Die anderen Variante beinhaltet den Neubau einer sechsgruppigen Kita mit zwölf darüberliegenden Wohnungen, eine angrenzende Schulmensa mit Betreuungsräumen sowie den Ankauf und Umbau des ÖZE.

Fünf Varianten

Das war dem Gremium zu wenig Auswahl, und deshalb wurde das Büro ARP Architektenpartnerschaft beauftragt, weitere Varianten zu erarbeiten. Fünf liegen nun vor. Obwohl im Ältestenrat festgelegt wurde, dass das jetzige Gremium keinen weitreichenden Beschluss mehr fasst, hat sich im Sozialausschuss klar abgezeichnet, dass die Räte quer durch alle Fraktionen für die nun neue Variante 1 sind – auch die Verwaltung steht hinter dieser Lösung.

Diese Variante sieht den Ankauf und Umbau des Ökumenisches Zentrum vor, um hier zwei Kindergartengruppen (45 Plätze) unterzubringen. Der Tapir, die Tagespflege in anderen geeigneten Räumen, im Untergeschoss bleibt erhalten. Neu gebaut werden soll eine achtgruppige Kita (zweigeschossig) mit Küche. Als Option gehört der Neubau einer Mensa mit Betreuungsräumen als zusätzlicher Gebäudekomplex mit Anschluss an die Küche der Kindertageseinrichtung dazu. Ein Teil des Grundstücks soll an einen Investor verkauft werden, der 22 Wohnungen baut. Bis alles fertig ist, wird ein Interimskindergarten in Containern für drei Gruppen aus dem Ezach-Kindergarten benötigt.

Alte Kindergärten werden abgerissen

Die Variante 1 sieht den Abriss des Ezach- und Schopfloch-Kindergartens vor. Im Ökumenischen Zentrum besteht die Möglichkeit, die zwei Gruppen aus dem Schopfloch-Kindergarten unterzubringen. Für die drei Gruppen des Ezach-Kindergartens muss während der Bauphase eine Unterbringung in Containern erfolgen. Durch den Neubau für acht Gruppen (150 Plätze) und den Umbau des ÖZE entstehen insgesamt zehn Kindergartengruppen. Die Ausrichtung des Außenspielbereichs nach Westen ermöglicht eine klare Trennung von Wohnen und Kita.

Die Kosten der neuen Kita mit Küche werden auf 6,75 Millionen Euro geschätzt, der Umbau und der Kauf der ÖZE auf rund eine Million Euro, die Container-Miete auf 470 000 Euro. Die Mensa und die Betreuungsräume könnten mit 2,4 Millionen Euro zu Buche schlagen. Dem stehen durch die Veräußerung des Grundstücks etwa 990 000 Euro entgegen.