Leonberg Das verflixte siebte Jahr wird hoffentlich ein gutes

Von Ulrike Otto 

Stiftung Hoffnungsträger feiert Geburtstag. Sie setzt sich für Integration und Versöhnung ein – für neue Chancen.

Eine Karte im Leonberger Haus zeigt, woher die Menschen kommen. Foto: factum//Simon Granville
Eine Karte im Leonberger Haus zeigt, woher die Menschen kommen. Foto: factum//Simon Granville

Leonberg - Als wir vor sieben Jahren gestartet sind, hätten wir uns nicht träumen lassen, was wir in dieser Zeit mit und für andere erreichen können“, sagt Marcus Witzke. Er ist seit der Gründung vor genau sieben Jahren Vorstand der Stiftung Hoffnungsträger, die ihren Sitz in Leonberg hat. „Wir sind sehr dankbar, welche Wirkung von Leonberg für ganz Baden-Württemberg und für Tausende von Kindern weltweit ausgeht“, sagt Witzke weiter. Anliegen der Stiftung ist es, „den Menschen Hoffnung zu geben und eine Perspektive zu bieten“. Und so bezeichnen sich die Macher und Mitarbeiter selbst gern als „Hoffnungsträger“.

In Deutschland findet die Arbeit der Stiftung in den sogenannten „Hoffnungshäusern“ statt, von denen auch eines in Leonberg steht. Die Hoffnungshäuser verfügen über ein integratives Wohnkonzept. Hier wohnen geflüchtete oder sozial benachteiligte Menschen in Mietwohnungen zusammen mit anderen, die in der Mitte der Gesellschaft stehen, also keine schwierige Lebensgrundlage haben. „Mit den Hoffnungshäusern konnten wir ein Konzept entwickeln, das Menschen bei der Integration in Deutschland wirksam und nachhaltig unterstützt“, sagt der Stiftungsvorstand. Man wolle nicht, dass geflüchtete und sozial benachteiligte Menschen am Rande der Gesellschaft leben, sondern Teil der Gesellschaft werden. „Mit anderen Worten: Wir tun unser Möglichstes, dass Integration gelingt“, sagt Marcus Witzke.

Unterstützung von mehr als 3000 Kindern

Weltweit unterstütze die Stiftung außerdem Kinder und Familien von Gefangenen und helfe mit Resozialisierungs- und Versöhnungsprogrammen. So habe man allein im vergangenen Jahr etwa 3100 Kinder in Indien, Kambodscha, Sambia und Kolumbien unterstützen können. Etwa 1000 Kinder von Häftlingen hätten mittlerweile einen Paten oder eine Patin in Deutschland. Außerdem engagiert sich die Stiftung für die Versöhnungsarbeit in Kolumbien. Diese Anliegen sind auch ein Hinweis darauf, wo die Hoffnungsträger-Stiftung ihren Ursprung hat – nämlich beim Seehaus-Verein in Leonberg. Dessen Gründer und geschäftsführender Vorstand, Tobias Merck­le, ist auch Stifter und Stiftungsratsvorsitzender bei den Hoffnungsträgern.

In ihren sieben kurzen Jahren hat die Stiftung viel auf den Weg gebracht. Mittlerweile gibt es neun Hoffnungshäuser in Leonberg, Bad Liebenzell, Esslingen und Sinsheim. In Bad Liebenzell etwa wohnen Geflüchtete und Studenten nebeneinander. Das besondere an den neueren Hoffnungshäusern ist die Bauweise.

Ausgezeichnete Projekte

Gemeinsam mit dem Städtebau-Institut der Uni Stuttgart und dem Architekturbüro „andOffice“ hatte die Stiftung dafür eine preiswerte und zukunftsweisende Lösung für die Häuser gefunden. Sie zeichnen sich aus durch ihre modulare Bauweise, Flexibilität, die Verwendung von Holz als zentralem Baustoff und ihre Nachhaltigkeit. Dafür gab es sogar mehrere Architektur- und Designpreise, etwa den Deutschen Design-Preis oder den Iconic World Award.

Die Erfolgsgeschichte der Hoffnungshäuser soll weiter gehen. Bis Ende 2020 sollen sechs weitere Hoffnungshäuser in Schwäbisch Gmünd und Straubenhardt fertig sein. Mit dem Bau weiterer acht Häuser, unter anderem in Konstanz, wird ebenfalls noch in diesem Jahr begonnen. In Leonberg entsteht auf dem Gelände des ehemaligen Gemeindehauses Gartenstadt auch ein weiteres Hoffnungshaus.

Neben den Zinsen aus der Stiftungseinlage finanziert sich die Stiftung über Mieteinnahmen der Hoffnungshäuser, den Kinder-Patenschaften sowie Spenden.




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