Leonberg Der OB als „hervorragender Spielführer“

Von Thomas K. Slotwinski 

Beim Neujahrsempfang der Freien Wähler gibt es viel Lob in Richtung des Oberbürgermeisters Bernhard Schuler. Er habe sich „vom Verteidiger zum Mittelfeldspieler mit Offensivdrang“ entwickelt.

Axel Röckle, Wolfgang Schaal, Investor Josef Hoen und der Ärztliche Direktor Michael Sarkar sprechen über die Zukunft des Krankenhauses. Foto: factum/Granville
Axel Röckle, Wolfgang Schaal, Investor Josef Hoen und der Ärztliche Direktor Michael Sarkar sprechen über die Zukunft des Krankenhauses. Foto: factum/Granville

Leonberg - Als begeisterter Fußballfan oder gar aktiver Spieler ist Bernhard Schuler nicht gerade bekannt. Trotzdem passt das Bild ganz gut, das Wolfgang Schaal gewählt hat, um den Oberbürgermeister mit wohlwollenden Worten in sein letztes Arbeitsjahr zu schicken.

Beim Neujahrsempfang der Freien Wähler im Hotel Hirsch attestiert der Stadtverbandschef dem OB, ein „hervorragender Spielführer“ zu sein. „Wir haben gut miteinander kombiniert und wichtige Spiele gewonnen.“ Schaal, der in jungen Jahren tatsächlich aktiv auf dem Platz gestanden hatte, vergleicht den frühen Oberbürgermeister Schuler mit einem Verteidiger, „an dem keiner so leicht vorbei gekommen ist“. Im Laufe seiner Karriere habe er sich sogar zu einem „ausgezeichneten Mittelfeldspieler mit Offensivdrang“ entwickelt.

Großer Applaus für das Stadtoberhaupt

Die Gäste im voll besetzen „Saal Eltingen“ des Hotels quittieren die Laudatio auf den Stadtchef, der an Silvester seinen Rückzug angekündigt hatte, mit großem Applaus. Auch Schuler selbst dürfte das Lob gefallen haben. Doch von Abschiedsreden will der OB nichts wissen. „Ich bin fast noch zwölf Monate im Amt“, erklärt er und gibt das Lob an den Gemeinderat zurück. Dass der Haushalt 2017, der angesichts der Umstellung auf ein neues Rechnungssystem erst auf den letzten Drücker fertiggestellt werden konnte, trotzdem geschlossen verabschiedet wurde, sei „eine beachtliche Gemeinschaftsleistung“.

Der OB appellierte an die Stadträte, auch künftig zusammenzustehen, um neue Projekte anzustoßen, die Umgestaltung des Zentrums voranzubringen und so „die Stadt lecker zu machen für einen guten Kandidaten.“ Dass in Leonberg heute unter anderem der Rathaus-Neubau (rund 26 Millionen Euro) und die Sanierung des Leo-Bades (10 Millionen Euro) finanziert werden können, führt Schuler vor allem auf die von ihm propagierte unaufgeregte wie kontinuierliche Politik der kleinen Schritte zurück. Dazu wäre dann Fortüne gekommen: „Wenn man für Ziele arbeitet und es kommt kein Pech dazu, dann ist das Fortüne.“

Röckle begibt sich auf die Suche nach einem Nachfolger

Mit der Suche nach einem Nachfolger befasst sich Axel Röckle. „Es ist nicht unsere Aufgabe, eine Vorauswahl zu treffen“, kritisiert der Fraktionschef der Freien Wähler die Kandidaten-Findungskommission, die die CDU ins Leben gerufen hat. „Wir suchen niemanden, der einen Versorgungsposten für sich haben will, sondern eine Persönlichkeit, die die Stadt nach vorne bringt.“ Die zu bestimmen, sei Aufgabe des Bürgers: „Er ist der Souverän.“