Leonberg Die Commerzbank setzt auf den Standort Leonberg

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Marco Chawawczak leitet den Marktbereich mit 9000 Privatkunden. Beratung bleibt im Mittelpunkt.

Marco Chawawczak Foto: privat
Marco Chawawczak Foto: privat

Leonberg - Marco Chawawczak hat eine klare Geschäftsphilosophie: „Apps ersetzen keine Filiale“, sagt der Bankkaufmann, der jüngst die Leitung der Commerzbank-Niederlassung in Leonberg übernommen hat. „Deshalb sind wir sehr froh, dass wir eine Filiale direkt in der ­Innenstadt haben. Sie ist auch ein klares Bekenntnis zum Standort.“

Den neuen Chef wird das besonders freuen, stammt er doch aus Leonberg und kehrt, zumindest beruflich, zu seinen ­Wurzeln zurück. In seiner fast 24-jährigen Laufbahn hat der heute 40-Jährige den Wandel in seiner Branche hautnah miterlebt. Nach seiner Ausbildung bei der Volksbank in Ludwigsburg wechselte der Bankkaufmann 2001 als Berater zur Dresdner Bank in Leonberg. Sieben Jahre später wurde Chawawczak die Leitung der Filiale in Sindelfingen übertragen. 2012 dann die erste harte Bewährungsprobe: Nach der Fusion von Dresdner Bank mit der Commerzbank musste er in Stuttgart-Vaihingen die bis dahin konkurrierenden „grünen und gelben“ Filialen zusammenführen.

Es folgten Stationen in Esslingen und Reutlingen, bevor Marco Chawawczak nun in der alten Heimat angekommen ist. In Leonberg hat er Wolfgang Strehl abgelöst, der jetzt die Filialen in Esslingen und ­Plochingen leitet. Chawawczak betont, dass er sehr gerne in seine Geburtsstadt ­zurückgekommen ist , wenngleich er mit ­seiner Frau und den beiden Kindern im Kreis Ludwigsburg wohnen bleibt.

„Hervorragendes Gebiet“

Der Marktbereich Leonberg, der ­Rutesheim, Renningen, Weil der Stadt und ­Weissach umfasst, „ist ein hervorragendes ­Gebiet“, sagt der neue Chef, der gleichzeitig auch für die Standorte Echterdingen und Filderstadt verantwortlich ist. Im Bereich Leonberg sind 9000 Privatkunden bei der Commerzbank. 8000 kommen aus Echterdingen und Filderstadt dazu. Ein möglicher Rückzug aus der Fläche, der bei nationalen und internationalen Kredit­instituten öfters befürchtet wird, stehe „in keinster Weise“ zur Debatte. Im Gegenteil: „Wir haben hier ein starke Nachfrage für alle Beratungsangebote.“

Und deshalb betreuen die sechs Mitarbeiter in der Eltinger Straße 55 sowohl Privat- als auch Geschäftskunden. Dass sein Haus vornehmlich an letzterer Zielgruppe interessiert ist, weist Marco Chawawczak weit von sich: „Wir verstehen uns als Mittelstandsbank, bei der alle Kundengruppen wahrgenommen werden.“ Gerade in Leonberg habe das Geschäft mit den Privatkunden einen hohen Stellenwert.

Auch der Bedarf nach direkter An­sprache sei im Marktbereich Leonberg sehr   ausgeprägt. „Zwar wird bei vier von fünf      Kontoeröffnungen Online-Banking gewünscht“, sagt Chawawczak. Auch würden Dreiviertel der Überweisungen mittlerweile im Netz stattfinden. „Doch der Wunsch nach ­persönlicher Beratung ist fast gleich hoch.“

Persönliches Gespräch oder Infos im Netz

„Gerade bei den Themen Altersvorsorge, Immobilienkauf und Vermögensanlage wird zunehmend das persönliche Gespräch gewünscht“, sagt der Banker. „Trotz aller Digitalisierung: Die Menschen ändern sich in gewissen Punkten nicht. Wir zwingen niemanden ins Netz.“

Die technische Entwicklung schreitet freilich auch bei der Commerzbank fort. Selbst die Immobiliensuche werde bald per Smartphone möglich sein. „Doch im ­Hintergrund werden immer Fachleute die Finanzierungsmodelle überprüfen“, versichert Chawawczak.“Im Netz gebe es bei solch komplexen Geschäften ­lediglich eine Anfangsinformation.