Leonberg Die Hilfe ist nun offiziell auf die Fahne geschrieben

Von Ulrike Otto 

Zum 50. Geburtstag schenkt sich das THW Leonberg eine Standarte, die beim Jahresempfang geweiht wird. 78 Einsätze verzeichnete der Ortsverband im vergangenen Jahr.

Jürgen Oettel und Matthias Krack weihen die neue THW-Standarte. Foto: factum/Bach
Jürgen Oettel und Matthias Krack weihen die neue THW-Standarte. Foto: factum/Bach

Leonberg - Das Leonberger Stadtwappen steht zentral in der Mitte, daran geschmiegt der Engelbergturm und das Zahnrad als Symbol für das Technische Hilfswerk, umrahmt vom Leitspruch „Bereitschaft und Mut schützen Menschen, Hab und Gut“ – so sieht die neue Standarte aus, die sich der THW-Ortsverband Leonberg selbst zum 50. Geburtstag geschenkt hat. Gefeiert wurde dies beim Jahresempfang mit einer ökumenischen Fahnenweihe. „Ich wurde 1966 geboren, als das THW Leonberg gegründet wurde. Bei mir zeichnen sich schon Alterserscheinungen ab, beim THW nicht“, scherzte der katholische Pastoralreferent Jürgen Oettel, um gleich wieder ernst zu werden: „Ich bin froh, wenn ich die Blaulichtorganisationen nicht brauche. Aber ich bin dankbar, dass sie da sind.“

Die THW-Helfer arbeiteten an der Schnittstelle zwischen Chaos und Ordnung, zwischen Freud und Leid, sagte Pfarrer Matthias Krack. „Sie setzen sich Belastungen aus, aber nicht zum eigenen Nutzen, sondern zum Wohle aller“, lobte der Pfarrer der evangelischen Stadtkirchen­gemeinde. Mit der Standarte habe man sich das nun quasi „auf die Fahne geschrieben“.

Florian Böttcher ist einer von drei Standartenträgern, gut zu erkennen an den weißen Lederhandschuhen. „Laut Tradition wird die Standarte immer von zwei Trägern begleitet. Der eine trägt, der andere passt auf“, erklärte er. Das stamme noch aus Kriegszeiten. „Da durfte die Standarte nicht fallen oder erbeutet werden, sonst war die Schlacht verloren“, fügte er hinzu. Statt bei Schlachten soll die THW-Fahne aber nur noch bei friedlichen Anlässen zur Geltung kommen, etwa bei Hochzeiten, aber auch Beerdigungen.

Fast 23 000 Dienststunden haben die 57 aktiven Mitglieder im vergangenen Jahr geleistet, waren bei 78 Einsätzen dabei. Die größten davon waren im Januar 2015, als ein Haus am Engelberg nach einem Brand mit Todesfolge abgestützt werden musste, sowie nach dem Starkregen im August, als es einen Erdrutsch in Höfingen gab. Dort wurde erstmals auch der neue Radlader eingesetzt, dessen offizielle Schlüsselübergabe aber erst beim Jahresempfang erfolgte. Zu den Neuanschaffungen 2015 gehört auch ein Lkw-Kipper, der allerdings zu hoch ist für die THW-Fahrzeughalle. „Unsere Umkleiden für die Männer sind zu klein, die für die Frauen nur provisorisch“, berichtete der Ortsbeauftragte Matthias Schultheiß. Angesichts der Mitgliederzahl sei auch ein neuer Mannschaftstransportwagen wünschenswert.

„Wir sind eine kleine, aber feine Truppe“, sagte der stellvertretende Orts­beauftragte Simon Salin in seinem Jahres­bericht. Und eine mit einer guten Jugendarbeit. So darf die Leonberger THW-Jugend im August beim Bundes­jugendwettkampf antreten, nachdem sie im vergangenen Sommer den Landeswettbewerb deutlich gewonnen hatte.